Wochenmarktfans können aufatmen

150 Unterschriften – Trotz Kündigung darf Gräfelfinger Wochenmarkt nun bleiben

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Etwa 150 Gräfelfinger kaufen jeden Donnerstag bei Franz Manhart  ein. Wie Uta Gerberding waren viele Kunden entsetzt über die Kündigung und sammelten Unterschriften.

Protest von allen Seiten. Als die Gemeinde dem Gemüse-Standler kündigte, gab es großen Aufschrei. Nun bekommt er  nach Unterschriftensammlung eine neue Chance von der Gemeinde...

Gräfelfing – „Hier verliert Gräfelfing eine Institution“, „die Gemeinde wäre ohne die Einkaufsmöglichkeit arm dran“, „ein Treffpunkt der Bewohner geht verloren“: Der Aufschrei war groß als vergangene Woche das Aus des Gräfelfinger Wochenmarkts im Raum stand. 

Die Gemeinde hatte dem Aichacher Landwirt Franz Manhart (39) – einer von aktuell zwei Händlern am Donnerstagsmarkt am Bahnhofplatz – die Genehmigung für seinen Obst- und Gemüsestand entzogen. 

150 Unterschriftem

Und der hatte prompt über 150 Unterschriften und Unterstützerschreiben von Kunden und Passanten gesammelt. 

Mit Erfolg, wie am Dienstag bekannt wurde: Für den Standler, der seit 14 Jahren in Gräfelfing verkauft, wird es vorerst weitergehen. „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Gemeinde eine Lösung gefunden haben“, so Manhart im Gespräch mit Hallo. 

Franz Manhart hatte Erfolg mit den 150 Unterschriften und Unterstützerschreiben von Kunden und Passanten.

Die hatte dem Landwirt gekündigt, weil er verschiedene Auflagen nicht eingehalten hatte. „Es kann nicht sein, dass jemandem das, was die Gemeinde vorgibt, egal ist“, hatte Bürgermeisterin Uta Wüst die Entscheidung gegen Manhart zunächst verteidigt.

So seien die Markisen seines Stands zu ausladend und der Händler hätte – wenn donnerstags ein Feiertag war – einfach seinen Stand mittwochs aufgebaut. Außerdem hatte er beim Ausladen seinen Lkw am Bahnhofplatz abgestellt, ohne entsprechende Genehmigung. 

Klärendes Gespräch mit Gemeinde

Allerdings wolle die Gemeinde den Wochenmarkt auf jeden Fall erhalten, so Wüst. „Wir haben dort sogar extra Stromkabel verlegt, um den Markt auszubauen.“ Also lud die Bürgermeisterin Manhart am Dienstag zum klärenden Gespräch. 

„Ich werde den Lkw jetzt in eine der Straßen hinter dem Bahnhofplatz stellen“, berichtet Manhart von der gefundenen Lösung. Für die anderen Punkte gebe es noch Gesprächsbedarf. „Wir wollen aber, dass für die Gemeinde alles passt“, betont er.

Überwältigt von der Unterstützung

Darauf wird das Ordnungsamt Gräfelfing in Zukunft mit Sicherheit ein waches Auge haben. Sollte es erneut Probleme geben, könnte die Kündigung reaktiviert werden. Immerhin: Manhart weiß jetzt, dass er eine Vielzahl von Gräfelfingern hinter sich hat. 

„Die Unterstützung hat mich überwältigt“, sagt er. Und selbst wenn es mit der Gemeinde Gräfelfing ganz zum Bruch kommen würde, könnte es für den Aichacher im Würmtal weitergehen: Die Gemeinde Planegg hat ihm bereits angeboten, alternativ seinen Stand in Martinsried aufzubauen.

 rea

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