Fahrverbot auf Kombi-Radweg?

Nach tödlichem Radlunfall: Debatte über exklusiven Fußgängerweg entlang der Bahnhofstraße

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Fahrradständer, Werbeschilder und Mülleimer engen den Gehweg an der Bahnhofstraße ein. Manchmal bleibt zum Passieren nur der gelbe Angebotsstreifen – für Jörg Scholler eine Gefahrenquelle.

Verwirrend Situation an der Bahnhofstraße: Fußgänger und Radler dürfen gemeinsamen Weg benutzen. Bürger fordert jetzt eine klare Regelung...

Gräfelfing – Seit 2005 gibt es auf dem Gehweg der Gräfelfinger Bahnhofstraße einen sogenannten Angebotsstreifen für Radfahrer. Ebenso lang sorgt der für Irritationen – denn Fußgänger wie Radler dürfen sowohl den roten, „normalen“ als auch den gelben Teil benutzen. Trauriger Höhepunkt des Gehweg-­Chaos: der Tod eines 84-Jährigen im Zuge einer Kollision im Juli dieses Jahres. 

Für Jörg Scholler Anlass zum Handeln: „Es muss eine klare Regelung her“, fordert der FDP-Gemeinderat. Auf seinen Antrag hin debattierte der Hauptausschuss der Gemeinde ein sofortiges Fahrverbot auf dem Gehweg – inklusive des Angebotsstreifens. 

„Der Gehweg ist zu schmal“, erklärt Scholler das Problem. Cafétische und Geschäftsauslagen ließen an manchen Stellen nur den Angebotsstreifen frei. „Aber auch dort haben Fußgänger Vorrang. Stattdessen werden sie von schnell fahrenden Radlern weggeläutet.“ 

Die nach dem tödlichen Unfall aufgesprühten Warnhinweise, Schritttempo einzuhalten, seien eine Farce. „Schritttempo – das geht eigentlich nur wenn man schiebt.“ (Hallo berichtete) Dann könne es gleich ein Fahrverbot geben. 

Mit viel Zustimmung der Bürger kann Scholler vermutlich nicht rechnen: Erst vor zwei Wochen hatten mehrere Gräfelfinger in der Bürgerversammlung einen echten – und nicht nur kombinierten – Radweg an der Bahnhofstraße gefordert. „Das wäre mir auch lieber“, so der FDP-Gemeinderat. „Dann müsste man aber die Auslagen der Geschäfte reduzieren. Alles gleichzeitig geht hier einfach nicht.“ 

Eine Möglichkeit dafür sieht Scholler aber trotzdem – in einem Umbau der gesamten Straße. „Wenn die Autos in der Mitte parken, kann man die Straße so verbreitern, dass dort auch ein Radstreifen Platz hat.“

Schollers Antrag wurde mittlerweile abgelehnt. Die meisten Gemeinderäte und die Bürgermeisterin warten anscheinend noch auf das geplante Mobilitätskonzept. Die Hoffnung ist wohl, dass das Problem sich dadurch selbst behebt. 

Romy Ebert-Adeikis

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