Sie will es nochmal wissen

Maren Piskora (84) schwimmt im August zum 15. Mal um einen Weltmeistertitel

+
Ihr ganzer Stolz: Weit über 2000 Medaillen und Urkunden hat Maren Piskora in ihrer Wohnung angesammelt. Darunter auch drei Goldmedaillen der Senioren-WM in Kasan 2015.

Mit 84 – einfach weltmeisterlich: Maren Piskora bewegt sich wie ein Fisch stromlinienförmig durchs Wasser. Wie flink und geschickt sie ist, will sie sich und anderen in Südkorea beweisen.

Für die Bewegung an Land hat Maren Piskora seit Kurzem einen Helfer: Um flexibler zu sein, hat sie sich ein Seniorenmobil angeschafft. Im Wasser ist die 84-Jährige hingegen so flink wie kaum jemand anderes. Der Beweis: Im August schwimmt die Gräfelfingerin in Südkorea zum 15. Mal um einen Weltmeisterschaftstitel mit.

Erst mit 52 lernte sie, professionell zu schwimmen

Der Weg zur Profischwimmerin war für Piskora steinig. Erst mit 52 Jahren überzeugte sie der Schwimmtrainer ihrer Kinder, selbst ins Becken zu steigen. „Bis dahin konnte ich nur Brustschwimmen.“ Zwei Jahre später stand Piskora in Aus­tralien zum ersten Mal bei den Schwimm-Weltmeisterschaften der sogenannten Masters auf dem Starterblock. „Seitdem habe ich fast keine Welt- oder Europameisterschaft verpasst.“

Nur letztes Jahr machte ihr die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung: Wenige Tage vor dem Wettkampf fesselten sie drei Wirbeleinbrüche ans Bett. „Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz, hat mein Trainer früher immer gesagt“, erklärt 84-Jährige. Also schwamm sie weiter.

Die letzte Errungenschaft: Neuer Altersklassen-Rekord im Februar

Und das besser denn je: Erst im Februar hat sie mit elf Minuten und 21 Sekunden einen neuen Rekord in ihrer Altersklasse über 400 Meter Freistil aufgestellt. Gut 25 Medaillen hat sie heuer schon bei Meisterschaften abgeräumt. Über 2000 hängen insgesamt in ihrem Flur. „Das gibt mir viel Kraft. Die Bestätigung, dass ich so etwas noch leisten kann, ist für mich fast wichtiger als der Spaß am Schwimmen selbst.“

Mindestens sechs Mal die Woche steigt Piskora in Gräfelfing oder Germering ins Schwimmbecken. Dazu kommt drei Mal wöchentlich Kieser-Training. Gerade arbeitet sie an ihrer Ausdauer. In Südkorea will die 84-Jährige für 200 Meter Brust- und 200 Meter Rückenschwimmen unter sechs Minuten bleiben. „Meine Schallmauer“, sagt sie lachend.

Wenig Konkurrenz in Deutschland

Die Zeit ist ohnehin Piskoras härteste Konkurrenz. In Deutschland gibt es in ihrem Alter nur noch eine andere Sportschwimmerin. Weltweit sieht das zwar anders aus. „Aber ich war trotzdem immer unter den besten fünf.“ 2015 schwamm Piskora bei der Weltmeisterschaft in Kasan sogar drei Mal zu Gold.

Eine Spitzenplatzierung in Korea könnte Piskoras Leben ebenso verändern. „Wenn ich unter die Top  drei komme, dann kann ich damit zufrieden sein, dann gebe ich meine Ruh’“, sagt sie und ergänzt schmunzelnd. „Wenn ich das überhaupt kann.“

Romy Ebert-Adeikis

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

15-Jähriger rammt jungem Mann Messer in Bauch und flüchtet
15-Jähriger rammt jungem Mann Messer in Bauch und flüchtet
Spagat zwischen Heimat und Berlin – Streit um Gemeinderats-Kandidatur
Spagat zwischen Heimat und Berlin – Streit um Gemeinderats-Kandidatur
Neue Nachbarschaftshilfe für Gräfelfing – Wie ein Sparbuch fürs Helfen
Neue Nachbarschaftshilfe für Gräfelfing – Wie ein Sparbuch fürs Helfen

Kommentare