„Harmonie oder Konflikt?“

Deutsch-polnische Schau – Zoff um Harmonie-Ausstellung

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Bilder von 32 Künstlern hängen Willy Paßreiter (v.l.), Claudia Lutterkord und Folker Paetsch im Landrats­amt auf – darunter „Harmonie – gestern, heute, morgen“ von der Projektinitiatorin selbst.

Gräfelfinger Organisatoren vermissen Unterstützung vom Landkreis München. Früher wurde der Kunstaustausch als Teil der Partnerschaft zwischen den Landkreisen München und Krakau gesehen, jetzt ist das nicht mehr so...

Gräfelfing – „Harmonie oder Konflikt?“ heißt die Ausstellung des deutsch-polnischen Kunstprojekts „Hund und Katz“. 

Kurz vor der Eröffnung am Donnerstag, 17. Oktober, stehen die Zeichen eher auf Konflikt – zumindest zwischen dem Landrats­amt, wo die Schau zu sehen sein wird, und Organisatorin Claudia Lutterkord. 

„Früher wurde der Kunstaustausch als Teil der Partnerschaft zwischen den Landkreisen München und Krakau gesehen, jetzt gilt er nur als meine private Initiative“, ärgert sich die Gräfelfingerin. 

32 Künstler aus Polen und Deutschland machen bei der Ausstellung mit

Gegründet wurde „Hund und Katz“ vor 15 Jahren als Lutterkord für eine Ausstellung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises erstmals nach Krakau reiste. Daraus entstand der regelmäßige Kunstaustausch, der Lutterkord zufolge jedes Jahr größer geworden ist. 

An der aktuellen Ausstellung beteiligen sich 32 Künstler aus Polen und Deutschland. Zu sehen sind Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen. 2018 wurde die Schau bereits in Krakau gezeigt. 

Zwar werde „Hund und Katz“ auch heuer mit rund 5000 Euro vom Landkreis gefördert, bestätigt Lutterkord. Sonst sei dieser aber „in keiner anderen Weise“ in die Begegnung eingebunden. 

So reist der Krakauer Landrat extra zur Vernissage neben 15 polnischen Künstlern nach Deutschland. Ob von Münchner Seite ein Landkreisvertreter vor Ort sein wird, war bis kurz vor Eröffnung noch ungewiss. 

Der Künstler-Austausch ist sehr wichtig

„Das Thema Völkerverständigung ist in der Gesellschaft allgemein nicht mehr so beliebt“, findet Lutterkord. „Die schlimmen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs müssen noch immer verarbeitet werden. 

Wir reden darüber. Aber sich gegenseitig zu besuchen und neue, positive Erinnerungen zu schaffen, ist doch eine viel bessere Form der Verarbeitung“, erklärt die Gräfelfingerin, warum sie den Künstler-Austausch so wichtig findet. 

Auf Anfrage teilt das Landrats­amt mit, dass eine organisatorische Unterstützung des Projekts „personell nicht mehr leistbar war“, zumal man „auch weiteren Initiativen eine Beteiligung am partnerschaftlichen Austausch ermöglichen wollte“. 

Darüber hinaus fördere der Landkreis die Begegnung, indem er Räumlichkeiten zur Verfügung stelle, die Vernissage ausrichte und die Versicherung der Kunstwerke übernehme.

Hier können Sie die Ausstellung sehen

„Harmonie oder Konflikt?“ wird am Donnerstag, 17. Oktober, im Landratsamt München, Mariahilfplatz 17, eröffnet. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr. Die Schau kann bis Montag, 11. November, zu den Öffnungszeiten des Landratsamts besichtigt werden. Eintritt frei. Kulturförderverein Würmtal

rea

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