Die Hallo Jahresvorschau

Im Gespräch mit der Bürgermeisterin – Das bringt 2020 den Gräfelfingern

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Die Bürgermeisterin von Gräfelfing Uta Wüst (IGG).

Was wird gebaut, was wird geplant und was wird verbessert. Hallo zeigt, was im Jahr 2020 in Gräfelfing geschehen wird...

Spatenstich am Campus

Gräfelfing – Wenn Bürgermeisterin Uta Wüst durch ihre Gemeinde führt, gibt es an fast jeder Ecke Stoff zum Erzählen. 

Zahlreiche Bauprojekte hat Gräfelfing für die nächsten Jahre geplant. 2020 wird besonders viel bei Schul- und Kindergarteneinrichtungen vorangehen. So soll die neue Dreifachsporthalle mit Schwimmbad endlich Wirklichkeit werden. Bereits die Planung hatte Monate in Anspruch genommen.„Ich hoffe, dass wir Ende 2020 dann den Spatenstich setzen können“, sagt Wüst. 

So könnte die neue Dreifachsporthalle mit Schwimmbecken von außen aussehen. Nach dem Jahreswechsel werden die Gemeinderatsfraktionen den Bau nochmal debattieren. 

Anfang des Jahres werden die Gemeinderäte aber nochmal ihr Votum zum aktuellen „Vieleck-“Entwurf abgeben müssen. Der Neubau am Schulcampus soll knapp 29 Millionen Euro kosten, die Bauzeit ist auf zwei Jahre angesetzt. Gleichzeitig sollen die Planungen für eine Sanierung der bestehenden Dreifachturnhalle beginnen, wie Stefan Schädle vom Gräfelfinger Bauamt bestätigt. 

Fertig geplant wird hingegen der 7,3 Millionen teure Umbau des Nordtrakts der Volksschule Lochham. „Wenn wir gut sind, können die Arbeiten im Herbst starten“, so Schädle. Außerdem werden heuer die Außenanlagen vervollständigt und Fahrradständer, ertüchtigt. Saniert werden auch acht Klassenzimmer im Kurt-Huber-Gymnasium. 

Abseits vom Schulcampus wird 2020 auch am „Spatzennest“ an der Steinkirchner Straße gearbeitet: Der durch einen Wasserschaden zerstörte Kindergarten wird neu errichtet. „Der Abriss kommt hoffentlich im ersten Quartal“, sagt Wüst. 

Beim Bürgerhaus wird der Umbau vorerst nur geplant

Für viel Planungsarbeit sorgt heuer der Umbau des Bürgerhauses am Bahnhofplatz. „Wo wird die Bücherei während der Bauzeit unterkommen, wie kann das Kino weiterlaufen, wohin können Veranstaltungen ausweichen“, zählt Bürgermeisterin Uta Wüst die Knackpunkte auf. 

Wann genau der Umbau starten kann, ist noch nicht klar – auch weil die Baukonjunktur die Suche nach Firmen erschwere.

Vorgesehen ist, den Gebäudeturm durch einen größeren zu ersetzen, um mehr Platz zu schaffen. Davon soll vor allem die Bücherei profitieren. Durch einen Aufzug soll das Gebäude barrierefreier werden.

Verbesserung der Infrastruktur

Seit einem Jahr will sich Gräfelfing ein Verkehrskonzept geben – bis November sollen voraussichtlich konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Davor stehen mehrere Befragungen an: Anfang des Jahres sollen die Mitarbeiter Gräfelfinger Unternehmen Auskunft über ihr Mobilitätsverhalten geben. Im April oder Mai möchte die Gemeinde online auch 300 Bürger befragen und Workshops veranstalten. 

Zudem will Gräfelfing einen neuen Vorstoß in Sachen Entlastungsstraße wagen. Im Sommer soll dem Kreistag das Thema nochmal präsentiert werden. Beim Straßenbau stehen heuer zwölf Sanierungsmaßnahmen für insgesamt circa sechs Millionen auf der Agenda – etwa die Radwege entlang der Lochhamer Straße, die in einem schlechten Zustand sind.

Der Radweg entlang der Lochhamer Straße.

Weitere Projekte

Eigentlich sollte im Sparkassengebäude am Jahnplatz bereits 2019 ein Co¬working¬-Space eröffnen. „Es fehlt noch an einem Cafébetreiber“, erklärt Uta Wüst. „Ich bin aber zuversichtlich, dass sich bald jemand findet.“ Auch für die Grube am alten Postareal nebenan hofft sie 2020 auf einen konkreten Entwurf. 

Weiter geplant wird die neue Lochhamer Mitte auf der anderen Seite der S-Bahn, inklusive Umgestaltung des Rudolph-und-Maria-Gunst-Hauses. Für den Umbau der Kraemermühle müssen noch ökologische Nachweise geliefert werden. Diskussionsbedarf gibt es auch noch bei der Surfwelle: Zwar sind Fragen der Haftung und Betreuung inzwischen geklärt. Die Sicherheit der geplanten Konstruktion soll 2020 aber nochmal vom TÜV geprüft werden. 

Landkreis will klimaneutral werden

Landkreis – Es wird ein grünes Jahr für den Landkreis München: So steht die Einführung einer „Zukunftsaktie“ an. Sie kann von Städten und Gemeindenn, Unternehmen sowie Bürgern erworben werden und soll den Kreis zur Klimaneutralität führen. 

Einerseits werden durch den Kauf lokale Klimaschutzprojekte gefördert. „Auf globaler Ebene wird der Klimaschutz mit dem Mechanismus des CO2-Ausgleichs durch den Kauf von CO2-Zertifikaten am freiwilligen Markt unterstützt“, erklärt das Landratsamt. Jede gekaufte Aktie sorge dafür, dass der Atmosphäre eine Tonne CO2 entzogen wird. 

Auch im Bereich E-Mobilität geht es 2020 voran: In Kürze soll in fast allen Landkreiskommunen eine einheitliche E-Ladeinfrastruktur existieren. „Zusätzlich werden 2020 verstärkt intermodale Anknüpfungspunkte ermittelt und Elektrifizierungspotenziale für kommunale und privatwirtschaftliche Flotten untersucht“, so das Landratsamt. Zudem wird der Einsatz weiterer E-Busse im Nahverkehr geplant. 

In Sachen Mobilität startet der Kreis noch ein zweites Projekt: „Wir denken das Konzept der Rufbusse weiter und wollen diese noch stärker an individuelle Bedürfnisse anpassen“, verrät Landkreis-Sprecherin Franziska Herr. So wird es keine vorgegebenen Routen oder Fahrpläne geben. Stattdessen werden Transportwünsche einzelner Bürger so gebündelt, dass die Fahrstrecke besonders effizient ist. „Das wird vorerst im ländlichen Raum zwischen Brunnthal und Sauerlach erprobt“, so Herr. Auf erste Ergebnisse hofft der Landkreis 2020 für die Verkehrswertigkeit einer Seilbahn. Eine Studie dazu läuft bereits.

Romy Ebert-Adeikis

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