Bevorstehende Wahlen in Gauting

Kommunalwahl: Bahnhofsbau spaltet Politik

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Schöner soll er werden: Darin sind sich Noch-Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und ihre Herausforderer beim Bahnhof einig. Inwieweit die Bürger dabei einbezogen werden, ­darüber scheiden sich aber die Geister.

Hinsichtlich der bevorstehenden Bürgermeisterwahl, steht vor allem der Bahnhof im Fokus der Diskussionen. Die Kandidaten vertreten dabei sehr unterschiedliche Ansätze.

Gauting: Bürgerbegehren, ständige Fraktionswechsel, die Gründung mehrerer neuer Gruppierungen: Kommunalpolitisch hat Gauting turbulente sechs Jahre hinter sich. Dass den Bürgern nach all diesen Veränderungen der Sinn nach Bewährtem steht – darauf hofft Brigitte Kössinger. 

Die CSU-Bürgermeisterin, die 2014 auf Brigitte Servatius (SPD) folgte, will es nochmal wissen. Und hat es am 15. März gleich mit vier Herausforderern zu tun. Neben Wolfgang Meiler („Bürger in Gauting“), der 2014 in der Stichwahl unterlag, und zweitem Bürgermeister Jürgen Sklarek („Miteinander Füreinander“) geht mit Hans-Wilhelm Knape ein dritter aktiver Gemeinderat ins Rennen. Ihn unterstützen Grüne wie Sozialdemokraten. 

Heraus sticht der erst 20-jährige­ Tarek Luft von „Menschen für Gauting“. Seine Motivation: „Wenn die Politiker der Jugend nicht zuhören, müssen die Jugendlichen wohl Politiker werden.“ Beim Programm des Stockdorfers schwingt der Geist von Fridays for Future mit. „Ich will Gauting zu einem Vorbild für die Vereinbarkeit von Klimaneutralität und der Erhöhung der Lebensqualität machen.“ 

Differenzen zwischen den Kontrahenten treten vor allem beim Umbau des Bahnhofareals zutage – das Projekt, das Kössinger unbedingt in einer zweiten Amtszeit realisieren will. „Grundlage ist der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs, mit Plätzen zum Verweilen und der Möglichkeit eines Wochenmarktes.“ 

Das sieht Jürgen Sklarek, der vor sechs Jahren noch für die SPD antrat, anders. Er will bei Entscheidungen künftig Bürger von Anfang mehr einbeziehen. „Ich möchte, dass die Bürger wieder Vertrauen in die Politik gewinnen.“ Für ihn sollen Bahnhof und Pippinplatz zum „zweiten Ortszentrum“ samt Kulturstätte werden. 

Ideelle und finanzielle Beteiligung – Stichwort Bürgerbahnhof – wünscht sich Knape von den Gautingern. Grundsätzlich sei die Zeit reif für eine Trendwende „im Umgang miteinander und mit der Umwelt“. Auch Luft favorisiert die genossenschaftliche Lösung: „Der Bahnhof muss in Bürgerhand bleiben.“ Im Gegenzug dazu trägt Meiler größtenteils Kössingers Kurs mit. Der langjährige Gemeinderat pocht aber auf eine betriebswirtschaftliche Lösung – und die Entwicklung eines Ortszentrums mit Läden und Aufenthaltsflächen unter Einbeziehung der Würmauen. 

Was die Kandidaten zu anderen Gemeindethemen sagen, lesen Sie hier.

Romy Ebert-Adeikis

Gemeinderat wächst, Saal wird moderner

Gauting hat die 20 000 Einwohnerzahl geknackt. Nach der Wahl am 15. März wächst daher der Gemeinderat von 24 auf 30 Mitglieder an. Darum wurde eine Erweiterung des Ratstisches notwendig. „Die alten Möbel sind 45 Jahre alt, so alt wie das Gautinger Rathaus selbst“, so Sprecher Maximilian Olberding. 

Die neuen Tische sollen Anfang April geliefert werden.Bei dieser Gelegenheit hat der Gemeinderat beschlossen, auch die Technik im Sitzungssaal zu erneuern: So wurden bereits die Deckenbeleuchtung erneuert, moderne Beamer und Leinwände installiert sowie der Brandschutz optimiert. Allein die neue Möblierung hat circa 40 000 Euro gekostet. Über die Ausgaben war im Gemeinderat heftig gestritten worden, zumal einige freiwillige Leistung der Gemeinde aus finanziellen Gründen gestrichen werden mussten. 

rea

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