Naturschützer wollen Schulwald retten

Schulcampus Lochham: Kommt jetzt ein Bürgerentscheid zur neuen Sport- und Schwimmhalle? 

Mit Plakaten machen die Gräfelfinger ihrem Ärger über die geplante Sportstätte Luft.
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Mit Plakaten machen die Gräfelfinger ihrem Ärger über die geplante Sportstätte Luft.

Im Bauausschuss steht der geplante Neubau im Schulwald Lochham auf der Agenda. Nach der Sitzung könnte die Entscheidung fallen, ob Naturschützer dagegen vorgehen.

Lochham - Für Streit hat die Planung einer neuen Dreifeldturnhalle mit Schwimmbad amLochhamer Schulcampus schon im Gemeinderat Gräfelfing immer wieder gesorgt (Hallo berichtete). Jetzt wird auch in der Bevölkerung mehr und mehr Kritik laut. 

„Wenn der Gemeinderat stur bei seinem Kurs bleibt, dann muss man ihm mit einemBürgerentscheid in die Parade fahren“, kündigt Dieter Kubisch daher an. Der 70-jährige Gräfelfinger organisiert den Protest „Rettet den Schulwald“, der sich nicht gegen die Sportstätte an sich, sondern gegen den Standort zwischen Adalbert-Stifter-Straße und A96 richtet.

Neubau auf altem Schwimmbad-Standort gefordert

Das dortige Wäldchen sei unter anderem Lebensraum der geschützten Haselmaus. Stattdessen sollte auf der anderen Straßenseite gebaut werden – wo die alte Schwimmhalle ohnehin abgerissen werde.

So könnte die neue Dreifeldturnhalle mit Schwimmbad am Lochhamer Schulcampus aussehen.

Hinter der Protestgruppe stehen inzwischen nicht nur der Bund Naturschutz und Gemeinderäte der Grünen und der FDP, sondern auch viele Bürger. „Und wir werden immer mehr“, freut sich Kubisch. 

Naturschützer fürchten die Schaffung von Fakten im Eilverfahren

Die Unterstützung kommt für ihn zur rechten Zeit: Kubisch fürchtet nämlich, dass die Gemeinde beim Bauausschuss am Donnerstag, 9. Juli, im Eilverfahren Fakten schaffen will, um einem Bürgerentscheid vorzugreifen. „Alarmstufe rot“ warnt er auf seinem Blog.

In der Sitzung werden die Bedenken der für den Bau notwendigenFlächennutzungsplanänderung diskutiert. Davor steht auf der Tagesordnung des Gremiums aber die Freigabe eines Großteils der Planungsleistung

Planungskosten als Totschlagargument gegen Bürgerentscheid?

„Mit der Freigabe besteht die Gefahr, dass die Planer einen Anspruch auf ihre Gelder haben, auch wenn das Projekt noch gestoppt würde“, so Kubisch. Nach seinen Berechnungen könnten das bis zu sechs Millionen Euro sein.

Organisiert wird der Protest von Dieter Kubisch, der seit vielen Jahren im Bund Naturschutz aktiv ist.

 „Bei einem Bürgerentscheid würde die Gemeinde dann den Gegnern die verlorenen Planungskosten als Totschlagsargument entgegen halten.“

Gemeinde: Keine Freigabe bei Stopp des Bauleitverfahrens

Bauamtsleiter Markus Ramsauer beschwichtigt: „Der Ausschuss ist nur vorberatend für den Gemeinderat am 21. Juli.“ Zwar werde erst über die Freigabe der Leistungsphasen debattiert. Werde das Bauleitverfahren danach aber wegen berechtigter Einwände gestoppt „wird Bürgermeister Peter Köstler die Freigabe nicht umsetzen“. 

Köstler selbst betont die Einhaltung des ordnungsgemäßen Verfahrens. „Schon im Vorgriff auf mögliche Rechtsmittel Bezug zu nehmen, würde uns als Verwaltung und Gemeinderat völlig handlungsunfähig machen.“

rea

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