Massive Kritik von Lokalpolitiker

Sparkassen-Schock im Würmtal: Diese beiden Filialen müssen schließen

Zwei Standorte der Kreissparkasse im Landkreis München werden ihre Pforten schließen.
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Zwei Standorte der Kreissparkasse im Landkreis München werden ihre Pforten schließen.
  • Romy Ebert-Adeikis
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Zwei Filialen der Kreissparkasse im Landkreis München müssen dicht machen. Lokalpolitiker kritisieren dieses Vorhaben stark. Was die Sparkasse dazu sagt.

Würmtal: Erst verschwand der Briefkasten, bald wird es auch keine Kundenberater mehr geben: Die Geschäftsstelle der Sparkasse in Neuried wird zu einem Selbstbedienungspunkt umgewandelt.

Bereits jetzt ist der Parteiverkehr eingeschränkt – wegen der Pandemie dürfen nur Kunden mit Termin eintreten. Eine echte Wiedereröffnung ist nun endgültig vom Tisch.

An zwölf Standorten zieht die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg Personal ab. Noch härter trifft es Krailling: Dort wird die Filiale geschlossen und mit Planegg zusammengelegt.

„Service- und einfache Beratungsdienstleistungen nehmen Kunden inzwischen viel seltener in den Geschäftsstellen vor Ort wahr“, begründet die Kreissparkasse die Ausdünnung ihres Filialnetzes. Die Entscheidung sei unabhängig von der Pandemie gefallen.

Die Filiale in Krailling wird mit der Sparkasse Planegg zusammengelegt.

Massive Kritik daran übt die SPD im Landkreis München, insbesondere Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel: „Als die Filiale Martinsried dichtgemacht wurde, hieß es noch, Neuried bleibe als Standort erhalten, um die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Davon will man heute offenbar nichts mehr wissen.“

Die Sparkasse argumentiert, dass sich seit damals Kundengewohnheiten und Umfeld deutlich geändert hätten. Der Schließung in Martinsried 2016 habe ein fünfjähriger Planungshorizont zu Grunde gelegen.

Keine Alternativen zum Filialen-Abbau

Im Fokus der Kritik steht auch Landrat Christoph Göbel (CSU), der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse ist. Von ihm erwartet die SPD eine Erklärung, warum er „eine solch massive Reduzierung der Filialen in seinem Landkreis nicht verhindern konnte“.

Auf Hallo-Anfrage erklärt Göbel: „In meiner Verantwortung als Vorsitzender des Verwaltungsrates habe ich qua Amtes vorrangig die Belange des von mir zu beaufsichtigenden Unternehmens zu berücksichtigen.“

Alternativen zum Filialen-Abbau – etwa eine Zusammenlegung mit Kiosken oder Geschäftsstellen anderer Banken – seien zwar geprüft, aber nicht als zielführend angesehen worden, so der Landrat. „Sie entsprechen auch nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf der Kunden. Diese möchten ja überwiegend zeitlich und räumlich ungebunden ihre Anliegen erledigen.“

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