Häuser im Würmtal brauchen noch Zeit

Kulturgenuss erst später als erlaubt – So kämpfen die Würmtaler Kulturhäuser

Im Planegger Kupferhaus soll es erst im September wieder Konzerte oder Kabarett geben.
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Im Planegger Kupferhaus soll es erst im September wieder Konzerte oder Kabarett geben.

Vor allem Kulturveranstaltungen wurden von der Corona-Pandemie mit voller Wucht getroffen. Wie es nun mit den Kulturhäusern im Würmtal weitergeht...

  • Die Corona-Krise hat die Würmtaler Kulturhäuser stark getroffen
  • Veranstaltungen bis 50 Personen wieder möglich
  • Häuser im Würmtal brauchen aber noch Zeit

Würmtal – Eine einzige Veranstaltung hat das Kulturforum Planegg in seinem zehnjährigen Bestehen seit 2009 absagen müssen. Seit März sind 18 Absagen dazugekommen: 

Die Corona­-Krise hat das Kulturhaus mit voller Wucht getroffen. Seit Dienstag dürfen in Bayern nun wieder Veranstaltungen im Inneren mit bis zu 100 Personen stattfinden. 

Doch die Bühne im Kupferhaus soll noch leer bleiben – erst im September wird es dort wieder Kultur zu sehen geben. Die aktuelle Spielsaison musste endgültig beendet werden. 

„Zwei der im Juli geplanten Veranstaltungen waren ausverkauft“, erklärt Claudia Heuermann vom Kulturforum. „Wir hätten vier Veranstaltungen nacheinander haben müssen, damit alle hätten kommen können. Das ist nicht möglich.“ 

Claudia Heuermann (li.) und Anja Fanslau (re.) vom Kulturforum Planegg. 

Bis Anfang Juli muss nun über die anstehende Saison entschieden werden. „Wir überlegen für jede ab September geplante Veranstaltung, wie wir sie im Kupferhaus mit den derzeit geltenden Infektionsschutzregeln konkret umsetzen können“, sagt Heuermann. 

Statt bis zu 450 Zuschauern dürften es aktuell wegen der Abstandsregeln maximal 120 sein. „Wenn es im Herbst keine Einschränkungen mehr gibt, können wir dann kurzfristig mehr Tickets verkaufen.“ 

Auch das Kultur- und Bürgerhaus Bosco in Gauting ist noch zu. „Wir gehen momentan davon aus, dass ab Ende Juni auf jeden Fall wieder kleinere Veranstaltungen möglich sein werden“, sagt Hannah Runkist vom Theaterforum Gauting. 

Das Gautinger Kultur- und Bürgerhaus will Ende Juni wiedereröffnen. 

Bis dahin müssten aber noch Vorbereitungen getroffen werden, um einen vorschriftsgemäßen Betrieb zu ermöglichen. Das Theaterbüro selbst hat ab Dienstag, 23. Juni, wieder geöffnet. 

Wie sehr die Corona-Pandemie den Kulturhäusern wirtschaftlich schadet, ist derzeit kaum abzuschätzen. Im Bosco wurden seit März über 40 Vermietungen verschoben oder abgesagt. 

Seit März über 40 Vermietungen verschoben 

„Dadurch konnte nun bereits drei Monate lang keine Mieten eingenommen werden“, so Runkist. Noch sei aber nicht klar, wie viele Veranstaltungen nachgeholt werden können. 

Im Kupferhaus werden wohl neun der 18 Kultur­events restlos ausfallen. Wie hoch das Defizit der abgesagten Spielsaison ist, hängt aber auch davon ab, wie viele bereits verkaufte Karten zurückgegeben werden. 

Zudem gebe es die Option, den Preis für Tickets oder Abonnements direkt an die Künstler zu spenden. Gleichzeitig habe man seit März aber Personal- und Reinigungskosten gespart. „Die genaue Lage wissen wir sicher erst Ende des Jahres“, so Heuermann. 

rea

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