Neuer Chef für Planegg - Panne bei Auszählung in Gauting

Wahl-Krimis im Würmtal: Planegg in CSU-Hand - Gautings Bürgermeisterin bleibt

Im Rathaus Gauting regiert die CSU weiter - auch wenn Bürgermeisterin Kössinger nur wenige Stimmen mehr erhielt als ihr Herausforderer.
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Im Rathaus Gauting regiert die CSU weiter - auch wenn Bürgermeisterin Kössinger nur wenige Stimmen mehr erhielt als ihr Herausforderer.

Die Stichwahlen im Würmtal sind entschieden - wenn zum Teil auch äußerst knapp. Als großer Gewinner geht vor allem die CSU aus der Kommunalwahl hervor.

  • Neuer Bürgermeister für Planegg
  • Hauchdünne Mehrheit für Kössinger
  • Die Reaktionen auf die Stichwahl

Würmtal - Durch die Corona-Krise haben die Bürgermeister-Stichwahlen im Würmtal heuer unter außergewöhnlichen Umständen stattgefunden. Nicht minder alltäglich sind auch die Ergebnisse, die sie hervorgebracht haben - und die vor allem die CSU-Anhänger in der Region freuen dürften.

Nicht nur hat CSU-Landrat Christoph Göbel sein Amt im Landkreis München verteidigt. Auch in Planegg und Gräfelfing werden mit Hermann Nafziger und Peter Köstler künftig Christsoziale an der Spitze der Gemeinde stehen. 

Gut für die CSU ist es auch in Gauting ausgegangen - nach einem denkbar knappen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Brigitte Kössinger und ihrem Herausforderer der Grünen, Hans Wilhelm Knape.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Stichwahl Planegg: Hermann Nafziger beendet jahrelange SPD-Vormacht

Dass es einen Wechsel im Planegger Rathaus geben würde, war schon vor zwei Wochen absehbar, als sichHermann Nafziger (CSU) und Cornelia David (Freie Wähler Dynamische) für die Bürgermeisterstichwahl qualifizierten.

Schon kurz nach 19 Uhr am Sonntagabend war dann klar:  Nach 18 Jahren SPD-Herrschaft wird künftig die CSU das Ruder in der Gemeinde übernehmen.

Mit 56,5 Prozent der Stimmen setze sich Hermann Nafziger relativ deutlich gegen seine Herausforderin Cornelia David (43,5 Prozent) durch. Das entspricht gut 600 Wählerstimmen mehr. "Mit diesem Ergebnis bin ich schon sehr zufrieden, es ist ein breites Votum der Bevölkerung", so der Wahlsieger gegenüber Hallo.

Planeggs neuer Bürgermeister: Hermann Nafziger (CSU)

Nafziger war bereits 2008 sowie zwei Mal 2014 als CSU-Kandidat ins Rennen um das Bürgermeisteramt gegangen. Jetzt hat es im vierten Anlauf tatsächlich geklappt - obwohl der 54-Jährige ursprünglich gar nicht als Kandidat vorgesehen war. 

"Aber es gab in der CSU keine Einigung mit den möglichen Kandidaten und so kam ich wieder ins Gespräch", erklärt Nafziger, der die Kommunalwahl als "Erfolg auf ganzer Linie" wertet. Denn seine Partei ist in Planegg auch stärkste Fraktion im Gemeinderat geworden.

Mit 43,5 Prozent der Stimmen unterlegen: Cornelia David (Freie Wähler Dynamische)

Mehr als zweite Siegerin denn als Verliererin sieht sich aber auch Cornelia David: "Fast jeder Zweite in Planegg hat mir seine Stimme gegeben. Damit hat der Wähler doch ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass ich ihm nicht egal bin."

Dieser Wählerwille sollte respektiert werden, so die Kandidatin der Freien Wähler: "Es wäre jetzt nur fair, wenn mir die CSU das Amt des 2. Bürgermeisters anbieten würde."

Zudem hätte ihre Partei die Zahl ihre Sitze im Gemeinderat verdoppelt - anders als etwa die SPD, die mehr als die Hälfte verloren hat. David glaubt: Damit die Sozialdemokraten in der Stichwahl CSU-Mann Nafziger unterstützen - und nicht sie, die bis vor gut einem Jahr noch für die SPD-Fraktion im Gemeinderat saß - habe der neue Bürgermeister Posten versprochen.

Zu denVorwürfen sagt Nafziger gegenüber Hallo: "Ich kann gar keine Posten versprechen, denn die stellvertretenden Bürgermeister werden im Gemeinderat gewählt und ich habe keine Kontrolle über jedes einzelne Mitglied."

Natürlich sei aber über solche Themen im Vorfeld gesprochen worden. "Das ist auch völlig legitim, zumal es die andere Seite ganz genauso gemacht hat", so Nafziger. 

Rathaus Planegg: Im Gemeinderat werden ab Mai sieben Fraktionen mitreden dürfen.

Für eine harmonische Zusammenarbeit im neuen Gemeinderat - der mit sieben Fraktionen besetzt sein wird - sind die Streitereien allerdings kein gutes Omen. 

Einfache Zeiten warten auf Nafziger aber ohnehin nicht - schon allein mit Hinblick auf die Coronakrise und deren Auswirkung für die Gemeinde: "Ich werde der erste Planegger Bürgermeister seit vielen Jahren sein, der vor allem Krisenmanagement betreiben muss."

Schon jetzt sei der Haushalt der Gemeinde angespannt. "Und nun müssen wir auch noch mit Gewerbesteuereinbrüchen rechnen."

Stichwahl Gauting: Minimale Mehrheit für die CSU-Amtsinhaberin

Die alte Bürgermeisterin ist auch die neue - auch wenn das sogar am Tag nach der Wahl noch ungewiss schien. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, ist es in Gauting bei der Auszählung der Bürgermeister-Stichwahl zu einer Panne gekommen. Demnach sei eine Urne mit 340 Stimmen am Wahltag nicht ausgezählt worden.

Dabei führte die Amtsinhaberin Brigitte Kössinger (CSU) den Ergebnissen von Sonntagabend zufolge nur hauchdünn: Nach den ersten vorläufigen Zahlen konnte sich Kössinger nur mit 50,3 Prozent gegen den Grünen Hans Wilhelm Knape durchsetzen.

Bleibt Gautings Bürgermeisterin: Brigitte Kössinger (CSU)

In absoluten Zahlen trennte die CSUlerin und ihren Konkurrenten am Sonntagabend nur 62 Wählerstimmen. 

Am Montagnachmittag veröffentlichte die Gemeinde dann ein neues Ergebnis: Diesem zufolge kommt Kössinger auf 50,5 Prozent der Stimmen, ihr Herausforderer auf 49,5.

Verlor die Wahl denkbar knapp: Hans Wilhelm Knape (Grüne)

Knape hatte für gehofft, dass sich in der Stichwahl die Gautinger Oppositionskräfte gänzlich hinter ihn stellen würden. Er war für eine "grüne Wende" in Gauting angetreten.

Trotz Niederlage habe er ein "fulminantes Ergebnis eingefahren - vor allem angesichts der Wahlumstände. "Ganz sicher ist das Ergebnis der Bürgermeister-Wahl kein Appell an die Bürgermeisterin und die sie unterstützenden Fraktionen weiter so zu machen", so Knape weiter.

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