Landkreis München rüstet sich gegen das Coronavirus - aktuelle Fallzahlen - Testzentren in Betrieb

Coronavirus im Landkreis München: Mangel an Schutzausrüstung - Firmen werden kreativ

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"Bleibt's dahoam" - in Gräfelfing appelliert ein selbstgestaltetes Banner an die Vernunft in Zeiten der Coronakrise.

Das Coronavirus hält den Landkreis in Atem: Aktuell gibt es 783 Infizierte und zehn Todesfälle, außerdem bleibt die Versorgung mit Schutzausrüstung problematisch.

  • Aktuell 783   Infizierte im Landkreis München
  • 21 Testzentren betriebsbereit, erste Tests in Gräfelfing
  • Appell des Landrats: "Aufenthalte im Freien so kurz wie möglich!"
  • Firmen arbeiten mit 3D-Druck gegen Mangel an Schutzkleidung
  • Ausbruch und Todesfall in Planegger Altenheim

Würmtal - Das Coronavirus hat auch den Landkreis München fest im Griff. Die neuesten Entwicklungen und aktuelle Fallzahlen lesen Sie hier:

Coronavirus im Landkreis München: Fast 321 Patienten gelten als geheilt

Im Landkreis München wurden seit Samstag 44 weitere Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Damit gibt es seit Meldung des ersten Falls im Landkreis München am 4. Februar 2020 insgesamt 893 bestätigte Infektionsfälle (Stand: 05.04.2020, 12:00 Uhr).

Seit dem 26. März 2020 wurden insgesamt 10 Todesfälle bestätigt.

Insgesamt gelten 321 Personen als statistisch genesen. Darin enthalten sind alle Personen, bei denen der Beginn der Quarantäne 14 Tage oder länger zurückliegt. Die tatsächliche Krankheitsdauer variiert, daher kann es in Einzelfällen sein, dass Personen auch nach Ablauf der zwei Wochen noch Symptome haben, andere Infizierte sind bereits nach wenigen Tagen wieder gesund.

Fallzahlen nach Altersgruppen insgesamt: 

  • 0 bis 4 Jahre: 9 Infizierte 
  • 5 bis 14 Jahre: 34 Infizierte 
  • 15 bis 34 Jahre: 204 Infizierte 
  • 35 bis 59 Jahre: 439 Infizierte 
  • 60 bis 79 Jahre: 130 Infizierte 
  • älter als 80 Jahre: 77 Infizierte

Coronavirus im Landkreis München: Unterföhring sagt sämtliche gemeindliche Veranstaltungen bis Ende Mai ab

UPDATE 6. April, 13:30 Uhr: Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen hat die Gemeinde Unterföhring sämtliche gemeindliche Veranstaltungen bis Ende Mai abgesagt. „So traurig dieses Vorgehen ist, es ist der einzig vernünftige Weg, wenn wir die Infektionszahlen unten halten wollen“, meint Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer.

Die Absagen betreffen unter anderem das Bürgerhaus inklusive Bibliothek sowie Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Feringahauses. Auch die Sitzung des Gemeinderats am 23. April sowie sämtliche Ausschusssitzungen werden nicht stattfinden. „Stand heute haben wir keine unabdingbaren Themen zu behandeln“, erklärt der Bürgermeister. Die für den 14. Mai geplante konstituierende Sitzung des neuen Gremiums solle jedoch wie geplant stattfinden.

Das Café Valentin und weitere Gaststätten in Unterföhring bieten indes von Montag bis Freitag zwischen 12 und 13 Uhr Essen zum Mitnehmen für Senioren an. Auch die Unterföhringer Tafel ist weiterhin aktiv und versorgt bedürftige Bürger mittwochs mit Lebensmitteln.

Auch der Unterföhringer Wertstoffhof hat seit diesem Wochenende wieder geöffnet. Die Gemeinde bittet jedoch, ihn nur zu nutzen wenn es dringend erforderlich ist. Es dürfen sich immer nur drei Kunden gleichzeitig im Hof aufhalten, die den vorgeschriebenen Mindestabstand zueinander einhalten müssen.

Coronavirus im Landkreis München: Gemeinde Unterföhring startet Hilfsprogramm

Unter dem Motto "Unterföhring hält Abstand und trotzdem zusammen" bietet die Gemeinde Unterföhring verschiedene Hilfsdienste an.

Rund 60 von der Gemeinde koordinierte ehrenamtliche Helfer gehen mit dem Hund Gassi, kaufen ein, holen Rezepte vom Arzt oder Medikamente von der Apotheke, sie lesen am Telefon vor, holen eine warme Mahlzeit von einem Café oder einer Wirtschaft ab und bringen sie vor die Haustür.

Unterföhringer jeden Alters, die Unterstützung brauchen, können sich montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr an die Koordinatoren der Gemeindeverwaltung wenden. Erreichbar sind die Helfer unter der E-Mail-Adresse hilfen@unterfoehring.de und folgenden Telefonnummern:

  • 089/950 81 723
  • 089/950 81 724
  • 089/950 81 725

Weil es gerade in dieser Zeit auch Betrüger gebe, die die Notsituation anderer ausnutzen, weist die Gemeinde auch darauf hin, dass die Kontakte zu Helfern immer von den Mitarbeitern der Gemeinde vermittelt werden. Im Zweifelsfalle solle man sicherheitshalber noch einmal unter den angegebenen Nummern nachfragen.

Coronavirus Würmtal: Kraillinger Firma arbeitet an 3D-Druckanleitungen für Schutzausrüstung 

UPDATE 3. April, 16.30 Uhr: Die Firma EOS, nach eigenen Angaben weltweit führender Technologieanbieter im industriellen 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen, wird im Kampf gegen das Coronavirus aktiv. Das in Krailling ansässige Unternehmen will die Entwicklung von medizinischer Schutzausrüstung aus dem 3D-Drucker vorantreiben.

So hat EOS eine Online-Plattform eingerichtet, auf der Informationen und Dateien zum Druck von Beatmungsmasken-Ventilen oder hygienischen Türklinken ausgetauscht und kostenlos heruntergeladen werden können. 

Auf der Grundlage von 3D-Druck könnten kritische Engpässe schneller behoben werden, so EOS. "Darüber hinaus wird die Erweiterung der traditionellen Fertigung beschleunigt und weitere Engpässe in der Lieferkette können durch die digitale Fertigung beseitigt werden."

Vor allem im Landkreis München ist die Versorgung mit Schutzausrüstung gegen das Coronavirus lautLandrat Christoph Göbel noch "sehr weit vom Idealzustand" entfernt.

EOS zufolge wird jeder Beitrag auf der Online-Plattform von einem globalen Expertenteam vorab geprüft. Damit werde sichergestellt, "dass er den hohen medizinischen Standards entspricht, die in einer Pandemie benötigt werden", so das Kraillinger Unternehmen.

Auch am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im nahegelegenen Oberpfaffenhofen arbeiten Tüftler an 3D-Drucklösungen gegen den Mangel an Schutzkleidung.

Coronavirus im Landkreis München: Fast 250 Patienten gelten als geheilt

Das Landratsamt München hat die neuesten Zahlen von Coronavirus-Infektionen bekannt gegeben. So wurden seit Donnerstag 48 weitere Fälle gemeldet, damit gibt es derzeit 783 bestätigte Ansteckungen (Stand, 3. April 12 Uhr).

Davon gelten aber inzwischen 249 Patienten als geheilt - zumindest statistisch. In diesen Fällen liegt der Beginn der Quarantänezeit mehr als 14 Tage zurück. Je nach Einzelfall können die Symptome aber trotzdem noch anhalten - oder schon lange abgeklungen sein. Eine Meldepflicht für Genesene gibt es nicht.

Im Würmtal sind aktuell 67 Infizierte bekannt, davon 31 in Gräfelfing, 17 in Neuried und 19 in Planegg.

Im Landkreis Starnberg, zu denen die Würmtalgemeinden Krailling und Gauting gehören, gibt es inzwischen 385 Coronavirus-Fälle (Stand, 3. April).

Coronavirus im Landkreis München: Viele Regelbrüche - Landrat bittet Bürger, wirklich daheim zu bleiben

UPDATE 3. April, 11.30 Uhr: Das Frühlingswetter lockt auch im Landkreis München die Bürger zunehmend an die frische Luft. Im Landratsamt sieht man das mit einem gewissen Argwohn, denn es kommt immer wieder zu Verstößen gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen.

So sei im Kreis allein am vergangenen Wochenende eine höhere zweistellige Zahl von Platzverweisen von der Polizei ausgesprochen worden. Besonders betroffen waren dabei Erholungsgebiete wie der Forst Kasten und die Isarauen oder die Badeseen im Landkreis. Etwa seien "teils über Stunden Picknicks im Grünen" veranstaltet worden.

"Bleibt's dahoam" - mit selbstgestalteten Bannern appellieren die Würmtaler an sich selbst.

Darum betont das Landratsamt: "Auch, wenn Sport, Spazieren gehen und Bewegung an der frischen Luft alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands weiterhin erlaubt sind, ist darauf zu achten, die Aufenthalte im Freien so kurz wie möglich zu halten und sich dabei nur im näheren Umfeld der eigenen Wohnung zu bewegen."

Gleichzeitig warnt Landrat Christoph Göbel davor, sich durch jüngeres Alter oder das Tragen eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes in falscher Sicherheit zu wiegen. "Der wirksamste Schutz in diesen Tagen ist und bleibt die soziale Distanz."

Coronavirus Würmtal: Todesfall nach Ausbruch im Altenheim Planegg

UPDATE 2. April, 18 Uhr: Im Evangelischen Alten- und Pflegeheim in Planegg hat es einen Todesfall einer Coronavirus-Betroffenen gegeben. "Die 97-Jährige lag schon im Sterben, als bei ihr zusätzlich noch Symptome der Viruserkrankung auftraten. Ein Test ergab dann ein positives Ergebnis", teilte der Einrichtungsträger, eine Tochtergesellschaft der Inneren Mission München, mit. Damit gibt es im gesamten Landkreis München derzeit zehn Corona-Todesfälle.

In der Planegger Einrichtung haben sich nach aktuellem Stand insgesamt sechs Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Diese hätten alle Symptome wie Fieber und Husten gezeigt. Inzwischen werden alle Bewohner und Mitarbeiter auf Covid-19 getestet.

Zusätzliche Schutzausrüstung für das Pflegepersonal wurde über den Katastrophenschutz dringend angefordert. "Bis diese eintrifft, kann sich das Haus noch aus den Vorräten des Trägers bedienen", so die Innere Mission.

Dem Landratsamt München zufolge gibt es Coronavirus-Ausbrüche in vier Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis.

Coronavirus im Landkreis München: Neue Fälle einer Infektion mit Coronavirus

UPDATE 2. April, 14 Uhr: Im Landkreis München wurden seit Mittwoch 60 weitere Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Damit gibt es dem Landratsamt zufolge insgesamt 735 bestätigte Erkrankungsfälle.

Laut Landrat Christoph Göbel (CSU) sind unter den bestätigten Fällen auch 175 Patienten, die höchstwahrscheinlich wieder genesen sind.

Im Würmtal selbst sind in Gräfelfing aktuell 29 Personen infiziert. In Neuried sind 16 und in Planegg 17 Menschen erkrankt.

Mittlerweile sind 21 Corona-Teststationen für 28 Gemeinden in Betrieb. Einsatzbereit sind laut dem Landrat jetzt auch die Corona-Teststationen in Neuried und  Höhenkirchen

Wie die Gemeinde Neuried auf Nachfrage von Hallo erklärt, werde am Gelände des TSV Neuried aber noch nicht getestet.

Die Corona-Teststation beim TSV Neuried ist jetzt einsatzbereit.

Schwierigkeiten mit der Versorgung von Schutzausrüstung

Probleme im Landkreis München gibt es vor allem mit der Versorgung mit Schutzausrüstung. Zwei Lieferungen hängen gerade bei Zoll fest. Normalerweise sei der Freistaat Bayern für die Versorgung zuständig. Der Landkreis hat allerdings schon angefangen, selbst Ausrüstung zu bestellen. "Hunderttausende Sachen fehlen noch. Ein bisschen was ist gekommen, aber es ist immer noch viel zu wenig da", erklärt das Landrat Göbel. Priorität liege auf der Versorgung der Alten- und Pflegeheime

Vor allem sogenannte Face Shields sind schwierig zu bekommen. Mittlerweile gibt es eine Vereinbarung mit einer Garchinger Firma, die diese für den Landkreis produzieren soll, teilte Landrat Göbel mit. "Wir sind im Reaktionsmodus, das ist nicht sehr befriedigend. Wir sind noch sehr weit vom Idealzustand entfernt."

Coronavirus im Landkreis München: Dr. Oliver Abbushi als Versorgungsarzt für den Landkreis München benannt 

Damit während der aktuellen Lage auch die ambulante Arztversorgung im aktuellen Katastrophenfall sichergestellt ist, werden in ganz Bayern von allen Landräten und Oberbürgermeistern sogenannte "Versorgungsärzte" eingesetzt. Der Versorgungsarzt für den Landkreis München ist Dr. Oliver Abbushi. Das teilte das Landratsamt München in einer Pressemitteilung mit.

Dr. Oliver Abbushi ist der Versorgungsarzt im Landkreis München.

Die wesentliche Aufgabe der benannten Ärzte ist es, eine ausreichende Versorgung im jeweiligen Zuständigkeitsbereich mit ärztlichen Leistungen zu planen und zu koordinieren. Der Versorgungsarzt ist dabei unmittelbar an die örtliche Katastrophenschutzbehörde angebunden. So können von ihm beispielsweise Konzepte zur ambulanten Behandlung von COVID-19-Patienten vorgegeben und auch das hierfür erforderliche Personal rekrutiert werden. 

Aufgaben des Versorgungsarzts in der Coronakrise

Dr. Oliver Abbushi trifft alle notwendigen Maßnahmen, um die ärztliche Grundversorgung im Katastrophenfall aufrechtzuerhalten. Die Versorgungsärzte sollen ihre Aufgaben – soweit möglich – im Konsens mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort und den ärztlichen Standesorganisationen sowie insbesondere im Benehmen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns bzw. der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns erfüllen. 

Im Fall der Fälle müssen die geplanten Maßnahmen im Einzelfall aber auch mittels Anordnung umgesetzt werden können, wenn ein Konsens darüber vor Ort nicht oder nicht rechtzeitig erzielt werden kann. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn vor Ort keine Einigung über Konzepte zur ambulanten Behandlung von COVID-19-Patienten möglich ist oder sich auf freiwilliger Basis nicht ausreichend Personal für die örtlichen Test- und ggf. Behandlungszentren oder für die Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung gewinnen lässt. Arbeitsstab wird bereitgestellt. 

Kassenärztliche Vereinigung Bayern und ärztlichen Kreis- und Bezirksverbände stellen Personal

Dem Versorgungsarzt wird ein Arbeitsstab zugeordnet, dem die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sowie die ärztlichen Kreis- und Bezirksverbände auf Anforderung des Versorgungsarztes ausreichendes und geeignetes Personal zu stellen haben. Die Mitarbeiter des Arbeitsstabs unterstehen insoweit ausschließlich den Weisungen des Versorgungsarztes, der Versorgungsarzt untersteht den Weisungen des Landrats. 

Werdegang des Versorgungsarzts für den Landkreis München

Dr. Oliver Abbushi ist Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin und leitet eine Hausarztpraxis in Oberhaching. Er studierte Medizin in Göttingen, Berlin und München, promivierte an der Charité zu Berlin und arbeitete unter anderem am Klinikum rechts der Isar und im Krankenhaus München Schwabing. Seit November 2014 ist er außerdem Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands München Stadt und Land.

Coronavirus im Landkreis München: Zwei weitere Todesfälle durch das Landratsamt bestätigt

Update: 01. April, 13.33 Uhr:  Im Landkreis München wurden seit Dienstag 49 weitere Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Damit gibt es im Landkreis München insgesamt 675 bestätigte Erkrankungsfälle. 

Zudem wurden zwei weitere Todesfälle gemeldet. Es handele sich dabei um zwei Männer Ende 70. Damit steigt die Zahl der Todesfälle seit dem 26. März auf acht bestätigte Fälle an.

Coronavirus im Landkreis München: Landratsamt bestätigt sechs Todesfälle

Update: 31. März, 15.00 Uhr: Drei weitere Bewohner des Landkreises München sind nach Angaben des Landratsamts am Wochenende an dem Coronavirus gestorben. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei sechs. 

Bei den jüngsten Opfern handelt es sich demnach um eine "weit über 80 Jahre alte" Frau und einen Mann Mitte 70. Beide seien in Münchner Kliniken verstorben. Ob sie an Vorerkrankungen litten ist derzeit nicht bekannt.

Zudem habe es einen weiteren Todesfall in einer Pflegeeinrichtung in Ismaning gegeben. Dort war bereits am vergangenen Donnerstag ein hochbetagter Bewohner "höchstwahrscheinlich an Covid-19" verstorben. 

In der Einrichtung seien inzwischen alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet worden: Zehn Pfleger sowie elf zu Pflegende hätten sich den Untersuchungen zufolge damit infiziert.

Aktuell liegt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus im Landkreis bei 626 (Stand: Dienstag, 31. März, 15 Uhr). 

Auch in den Würmtalgemeinden steigt die Zahl der Krankheitsfälle immer weiter an: Inzwischen sind es 27 in Gräfelfing, 15 in Planegg und zwölf in Neuried.

Coronavirus im Landkreis München: Nur noch Notfallreserve mit Schutzausrüstung

UPDATE 31. März, 10.13 Uhr: 1100 Schutzanzüge, 1500 LiterDesinfektionsmittel, 3800 Einmalhandschuhe und 9000 Schutzmasken haben die Feuerwehren im Landkreis München in den vergangenen Tagen an Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegedienste ausgeliefert.

Um medizinische Produkte im Landkreis sinnvoll zu verteilen, hat die Kreisbrandinspektion München Land eine Online-Plattform aufgebaut. Dort können sich Pflegedienstleister, Kliniken und Ärzte registrieren und ihren Bedarf melden. 

Das Portal läuft seit einer Woche. Laut Kreisbrandinspektion gingen bisher 530 Bestellungen von 420 Nutzern ein.

Jetzt zieht Kreisbrandmeister Markus Böhmfeld eine düstere Bilanz: "Derzeit ist der Zulauf von Waren sehr gering, daher sind die Produkte bis auf eine Notfallreserve aktuell vergriffen, sobald neue Lieferungen eintreffen, werden diese schnellstmöglich verteilt."

So kommen Masken, Kittel und Handschuhe in den Landkreis: Das Technische Hilfswerk München-Land unterstützt das zentrale Lager für Medizinprodukte des Freistaats Bayern. Die von dort an die Landkreise in Bayern verteilten Waren werden im Landkreis in einem zentralen Lager entgegengenommen und anschließend vom ABC-Zug München-Land an die Feuerwehren des Landkreises zur Ausgabe an die Bedarfsträger verteilt.

Coronavirus Würmtal: Ärger um Ausschusssitzungen in Planegg - Grüne schreiben offenen Brief

UPDATE 30. März, 18.10 Uhr: Zwar ist auch im Würmtal ein großer Teil des öffentlichen Lebens wegen des Coronavirus zum Stillstand gekommen - in den Gemeinden tagen die Ausschüsse allerdings weiter.

In Planegg sorgt das jetzt für Ärger: Die Vertreter von Bündnis90/Die Grünen haben sich mit einem offenen Brief an Noch-Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) gewandt.

Ihr Wunsch: eine Verlegung der Sitzung des Ferienausschusses am Donnerstag, 2. April, in geeignetere - sprich größere - Räumlichkeiten als den Sitzungssaal.

"Wir geben zu Bedenken, dass die Allgemeinverfügung der Bayrischen Staatsregierung unter anderem einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Personen vorschreibt. Dies mag in einer Ausschusssitzung gerade noch machbar sein. Um der Verfügung zu genügen, dürften aber nur sehr wenige Besucher anwesend sein", heißt es in dem offenen Brief, der Hallo vorliegt.

Außerdem fordert der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen die Absetzung der Debatte über einen Grundsatzbeschluss zur Planung eines Bike&Ride-Gebäudes am Planegger Bahnhof.

An einem Umbau des S-Bahnhofs arbeitet die Gemeinde Planegg seit Jahren. Wegen der Coronakrise fordert der Ortsverband der Grünen nun einen zeitweiligen Stopp der Planungen.

Der Grund: Die aktuelle Coronavirus-Krise erfordere, "dass nicht dringliche Aufgaben aufgeschoben und alle Kraftanstrengungen auf die sich auftürmenden Probleme gerichtet werden". Finanzielle Verpflichtungen wie eine Vergabe des Bike&Ride-Projektes engten den Grünen zufolge den Handlungsspielraum der Gemeinde zu sehr ein.

Bürgermeister Hofmann indes, der inzwischen zu dem offenen Brief Stellung nahm, hält an der Sitzung fest. Der geforderte Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Anwesenden werde „selbstverständlich erfüllt“ - unter anderem, weil vom Gemeinderat vorab mehrheitlich beschlossen wurde, die Sitzung an den kleineren Ferienausschuss zu delegieren. 

Im Sitzungssaal sei daher Platz für acht Gemeinderäte, zwei Verwaltungsmitarbeiter und den Bürgermeister. Zu den letzten beiden öffentlichen Sitzungen sei zudem jeweils nur ein Bürger gekommen.

Ob die vom Bürgermeister geplante Tagesordnung angenommen - und damit auch die Debatte über das Bike&Ride-Haus geführt - werde, entscheide der Ausschuss wie üblich zu Beginn der Sitzung. 

Coronavirus Würmtal: Rathäuser Planegg, Gräfelfing und Neuried verlängern Schließung

UPDATE 30. März, 18 Uhr: Die Planegger und Neurieder müssen länger als bislang geplant zum Telefonhörer greifen, wenn sie mit ihrer Gemeindeverwaltung sprechen möchten. Beide Gemeinden verlängerten jetzt die Schließung ihrer Rathäuser.

Das Rathaus Neuried bleibt wegen der Coronakrise vorerst bis zum 9. April für Besucher geschlossen.

In Neuried ist vorerst bis zum Gründonnerstag, 9. April, der Parteienverkehr gestoppt. Termine im Rathaus oder Bauamt können nur nach Absprache unter Telefon 089/75901-0 wahrgenommen werden. Eine Terminvereinbarung ist auch per E-Mail an poststelle@neuried.de möglich.

In Planegg wird das Rathaus sogar bis zum Ende der Osterferien am Sonntag, 19. April, geschlossen bleiben. Davon betroffen sind auch gemeindliche Einrichtungen wie der Betriebshof, Bauhof, die Bücherei, das Archiv oder das Kupferhaus.

Zu erreichen ist die Gemeindeverwaltung allerdings weiterhin per Telefon (089/89926-0) oder E-Mail (gemeinde@planegg.de).

Auch in Gräfelfing bleibt das Rathaus bis zum 19. April zu. Falls es um unaufschiebbare Angelegenheiten geht, haben die Bürger die Möglichkeit, Einzeltermine mit Sachbearbeitern zu vereinbaren.

Coronavirus Würmtal: Krailling startet Drive-In-Teststation, Tests auch in Gräfelfing

UPDATE 27. März, 19 Uhr: Auf dem Parkplatz des neuen Feuerwehrhauses in Krailling hat am Freitag eine Drive-In-Teststation für das Coronavirus den Betrieb aufgenommen. 

Einfahrt zur Drive-in-Teststation in Krailling.

Neben Zelten ist an dem Gelände an der Pentenrieder Straße  auch ein Sanitätscontainer für gegebenenfalls weitere Untersuchungen aufgebaut.

Eine Untersuchung erfolgt aber nur nach Zuweisung durch die Kraillinger Ärzte Dr. Aulehner beziehungsweise Dr. Brechenmacher. Vorgesehen ist die Corona-Station zunächst für Kraillinger Bürger. "Wenn Kapazitäten vorhanden sind, werden auch Überweisungen an die beiden Kraillinger Ärzte aus anderen Gemeinden angenommen", teilt die Gemeinde Krailling mit.

Die Corona-Teststation an der Kraillinger Feuerwehr ist zum Teil abgeschirmt.

Geplant ist, das Drive-In-Testzentrum sowohl von 9 bis 12 als auch von 14 bis 17 Uhr zu öffnen. Derzeit wird nur am Vormittag getestet. Maximal kann pro Stunde von zwölf Personen ein Coronavirus-Abstrich gemacht werden.

Auch in Gräfelfing haben derweil die Tests begonnen. Das bestätigte Bürgermeisterin Uta Wüst gegenüber Hallo. Derzeit würden einzelne Fälle in einem Zelt am Ende der Adalbert-Stifter-Straße untersuch. Eine Zuweisung erfolgt ebenfalls nur per ärztlicher Überweisung.

Coronavirus im Landkreis München: Landrat beklagt Mangel an Schutzkleidung

UPDATE 27. März, 12 Uhr: Im Landkreis München gibt es einen zweiten Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Das Landratsamt teilt mit, dass in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Mann, Anfang 40 und mit moderaten gesundheitlichen Vorbelastungen in einer Münchner Klinik verstorben ist. 

Die Zahl der Infektionen ist um 33 auf 462 angestiegen (Stand: Freitag, 27.03.2020, 12:15 Uhr). Dem Landratsamt zufolge gibt es in Gräfelfing 19, in Planegg zwölf und Neuried sieben Krankheitsfälle.

Bereits gestern hatte Landrat Christoph Göbel mitgeteilt, dass in einem Pflegeheim in Ismaning ein hochbetagter Bewohner "sehr wahrscheinlich" am Coronavirus gestorben ist. Es war der erste Corona-Todesfall im Landkreis München.

Ein großes Problem sei derzeit fehlende Schutzausrüstung, so Göbel. "Wir haben Schutzkleidung vor langer Zeit bestellt, aber sie kommt nicht. Unser Bestand ist längst verbraucht."  

Coronavirus Landkreis München: Aiwanger verspricht Material für Masken

UPDATE 27. März, 12 Uhr:  Landrat Christoph Göbel schlug Alarm: Im Landkreis München fehlen Schutzkleidung und Atemschutzmasken. Nun verkündete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dass alle Landkreise Material bekommen, um Masken vor Ort selbst zu schneidern. 

Zunächst erhält jeder Landkreis eine zwölf Kilogramm schwere Vliessrolle, die für 5000 Masken reicht. Außerdem bekommt jeder Landkreis mehrer hundert Masken als Nähvorlage und Notration. Das THW liefert das Material heute noch aus. 

Coronavirus im Landkreis München: Notfallreserve und Erstaufnahme außerhalb der Kliniken

UPDATE 27. März, 10:45 Uhr: Im betroffenen Pflegeheim in Ismaning gebe es zehn weitere Infizierte: Zehn Bewohner und acht Mitarbeiter. Die Bewohner seien alle in einer geschlossenen Abteilung untergebracht. Drei Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien vor Ort und testeten derzeit alle anderen Bewohner und Mitarbeiter auf das Coronavirus

Der Träger könne den regulären Betrieb derzeit noch aufrecht erhalten, aber  Göbel meint: "Ich persönlich rechne damit, dass sie bald an ihre Grenzen kommen." Deshalb will er eine personelle Reserve zur Notfallversorgung im Landkreis München aufbauen.

Darüber hinaus plant Göbel, Menschen in Hotels unterzubringen.  Das könnten beispielsweise Senioren sein, die zuhause gepflegt werden, deren Pflegedienst das aber derzeit nicht mehr erbringen kann. 

Außerdem baut der Landkreis gemeinsam mit der Stadt München Strukturen für die Erstaufnahme von Erkrankten außerhalb der Kliniken auf. 

Wolfart-Klinik in Gräfelfing für Corona gerüstet

UPDATE 26. März, 11 Uhr: Die Wolfart-Klinik in Gräfelfing  sieht sich gut für das Coronavirus gerüstet. Um für ein erhöhtes Patientenaufkommen vorbereitet zu sein, finden Operationen nur noch in Notfällen statt. 

Geschäftsführer Tilmann Götzner sagt: "Dadurch konnten wir rund 80 Prozent unserer Kapazitäten freisetzen." Es gibt eine Isolierstation mit entsprechend geschulten Personal sowie zusätzliche Beatmungsplätze.

Wegen Coronavirus: Neuried sagt Dorffest und Ramadama ab

UPDATE 25. März, 16 Uhr: Die Neurieder werden in diesem Sommer nicht viel zu feiern haben: Das für den 11. Juli geplante Dorffest wurde jetzt aufgrund der aktuellen Lage und damit verbundenen schlechten Planungssicherheit abgesagt. Das hat am Dienstagabend der Haushaltsausschuss beschlossen.

Eindruck vom Neurieder Dorffest - die Feier fällt heuer wegen des Coronavirus aus.

"Eine rechtzeitige Absage geschieht auch im Interesse der Vereine, damit diese nicht in finanzielle Vorleistungen gehen müssen und noch rechtzeitig Verträge stornieren können, beziehungsweise erst gar nicht Aufträge vergeben", erklärt die Gemeinde das Vorgehen. 

Ob das Dorffest verschoben wird oder komplett ausfällt sei derzeit noch unklar, so Sprecherin Inke Franzen. Turnusgemäß findet das Dorffest alle zwei Jahre statt.

Ebenfalls abgesagt ist das jährliche Ramadama, das heuer am 4. April hätte stattfinden sollen. Stattdessen setzt die Gemeinde jetzt auf die Eigeninitiative der Neurieder. 

Entsprechende Ausstattung - Greifzange, Handschuhe und Warnweste - können sich die Bürger beim Umweltbeauftragten der Gemeinde abholen. Eine vorherige Terminabsprache unter Telefon 089/75901-80 ist aber nötig.

Der beim Spazierengehen gesammelte Müll wird nach Absprache ebenfalls von der Gemeinde entsorgt.

Kriminelle nutzen Coronavirus-Tests als Vorwand für Beutezug

UPDATE 25. März, 15.30 Uhr: Die Gemeinde Krailling macht auf eine neue Diebstahls-Masche aufmerksam. Demnach seien auch im Würmtal erste Meldungen bekannt geworden, dass Kriminelle sich Zugang zu Wohnungen und Häusern verschaffen - indem sie sich alsCoronavirus-Tester ausgeben.

Dabei klingeln ein oder mehrere unbekannte Personen - zum Teil auch mit Schutzkleidung - um einen Abstrich für einen Corona-Test durchzuführen. In der Zwischenzeit versucht eine weitere Person, die Wohnung zu durchsuchen sowie Wertgegenstände oder Geld mitzunehmen.

Die Kraillinger Gemeindeverwaltung und die Polizei warnen vor dieser Masche eindringlich: "Niemand wird bei Ihnen zu Hause einen Test auf das Corona-Virus durchführen, außer Sie selber haben dies mit Ihrem Hausarzt ausgemacht!"

Auch in München sind in den vergangenen Tagen ähnliche Betrugsfälle bekannt geworden.

Coronavirus Würmtal: Testzentren in Planegg und Neuried sind einsatzbereit

UPDATE 25. März, 15 Uhr: Im Fall der Fälle sind Planegg und Neuried gerüstet: Nach Auskunft der Gemeinden steht in den jeweiligen Orten ein Testzentrum für das Coronavirus bereit. Die Vorbereitungen dafür sind abgeschlossen.

"Das Testzentrum in Planegg wird jedoch erst in Betrieb gehen, wenn die Anzahl der zu testenden Bürger von den drei Arztpraxen, die aktuell die Tests durchführen, nicht mehr bewältigt werden kann. Das Testzentrum kann in diesem Fall unverzüglich die Arbeit aufnehmen", so die Gemeinde in einer Pressemitteilung

Bislang testen drei Planegger Ärzte bei - nicht in - ihrer Praxis Verdachtsfälle auf das Coronavirus. "Termine werden dort nur angenommen, wenn die zu testende Person von deren Hausarzt oder medizinischem Betreuer an den testenden Arzt weiterverwiesen wurde."

Wie die Coronavirus-Teststation an der Münchner Leopoldstraße könnte auch das Planegger Testzentrum aussehen.

Auch im Testzentrum würden Termine nur nach dieser Vorgabe vergeben. Dort stünden dann aber sieben zusätzliche Ärzte beziehungsweise deren medizinisch geschultes Personal zur Verfügung, welche die Station zu bestimmten Tageszeiten besetzen würden.

Die Organisation und Koordination des Testzentrums obliegt der Gemeinde. Der Aufbau würde in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Planegg geschehen.

Schon alles aufgebaut ist hingegen in Neuried. Dort steht laut Gemeinde-Sprecherin Inke Franzen bereits seit Montag ein Spezialzelt am Gelände des TSV Neuried. Betrieben werden soll die Station aber ebenfalls erst, wenn die derzeit mit Corona-Tests beauftragten Ärzte in der Gemeinde an ihre Kapazitätsgrenze gelangen.

Die Corona-Teststation beim TSV Neuried ist jetzt einsatzbereit.

Schwierigkeiten bereiten im Würmtal allerdings Testkits für die Coronavirus-Untersuchungen: "Die Gemeinde Planegg hofft, dass es unter anderem durch das Landratsamt möglich sein wird, lieferfähige Quellen für Testkits aufzutun", heißt es von Seiten der Gemeinde. Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) habe diesbezüglich bereits Kontakt mit Landrat Christoph Göbel (CSU) aufgenommen. "Noch verfügen die drei Ärzte jedoch über ein eigenes Kontingent an Testkits."

Zum Trost: Neuried hisst wegen Corona-Krise Maibaumflagge im März

UPDATE 24. März, 17.53 Uhr: Sie soll in schwerer Zeit an glückliche Tage erinnern: Der Maibaumverein Neuried hat sich in Abstimmung mit Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) darauf verständigt, die Maibaumflagge bereits jetzt im März zu hissen und sie bis zum Ende der Coronavirus-Krise hängen zu lassen.

"Den Termin der Fahnenhissung im März geben wir nicht bekannt um keine Ansammlung von Bürgerinnen und Bürgern zu provozieren – bitte bleibt’s daheim, wir werden euch mit Videomaterial versorgen", verspricht der Verein in einer Mitteilung an seine Mitglieder.

Kann die Flagge im April wieder abgehängt werden, soll es zum 1. Mai noch ein reguläres Hissen der Flagge zum Mittagsläuten geben.

Während Coronavirus-Krise: Volkshochschule Würmtal bietet kostenloses Online-Programm an

UPDATE 24. März, 14.42 Uhr: Durch die Coronavirus-Krise hat auch die Volkshochschule Würmtal ihren Betrieb unterbrochen - vorerst bis einschließlich 19. April. Doch die Würmtaler sollen ihren Bildungshunger in der Zeit trotzdem stillen können.

"Die vhs im Würmtal bietet ab sofort zusätzlich ein neues, kostenlosesSonderprogramm „vhs.daheim“ mit Online-Angeboten und Livestreams an, während der Zeit, in der der normale Kursbetrieb nicht möglich ist", teilt die Einrichtung mit.

Die Volkshochschule Würmtal hat wegen des Coronavirus bis voraussichtlich 19. April geschlossen.

Das Angebot werde bayernweit gesammelt und wöchentlich aktualisiert. Vorträge und Konzerte im Livestream stehen sowohl am Vormittag als auch am Abend zur Verfügung. 

Infektionsschutz bei Stichwahl: Gemeinden rüsten sich gegen Coronavirus

UPDATE 24. März, 13 Uhr: Weniger Wahlhelfer, neue Räumlichkeiten, Handschuhe und Schutzmasken: Diese und andere Maßnahmen haben die Würmtalgemeinden getroffen, um Ansteckungen mit dem Coronavirus bei den kommunalen Stichwahlen am Sonntag, 29. März, zu vermeiden. 

In Gräfelfing, Planegg und Gauting gehen je zwei Bürgermeisterkandidaten in die Stichwahl. Im Landkreis München muss zudem der Landrat endgültig bestimmt werden. Alle Stichwahlen in Bayern werden als Briefwahlen durchgeführt.

"Wir können bei der Stichwahl den Abstand zwischen den Wahlhelfern besser gewährleisten, als bei der ersten Wahl", erklärt Gautings amtierende Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU). Während für die Gemeinderatslisten noch Barcode-Leser eingesetzt werden mussten, werde bei der Stichwahl rein analog gezählt - so dass kein Wahlhelfer dem anderen direkt über die Schulter schauen muss.

Das ermöglicht den Wahlhelfern zudem, in einzelnen Klassenräumen im Otto-von-Taube-Gymnasium zu arbeiten. "Daher sind maximal acht Personen in einem Zimmer", so Kössinger. Bei der Wahl am 15. März war noch im Gautinger Rathaus ausgezählt worden.

Auch in Planegg wird die Auszählung ausschließlich am örtlichen Feodor-Lynen-Gymnasium durchgeführt. Zudem wurden die Wahlhelfer-Teamsvon acht auf vier Personen verkleinert.

"Die vier Personen werden in den Zimmern, in denen ausgezählt wird, weit auseinander gesetzt, so dass der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend in jedem Fall gewährleistet ist", so Gemeinde-Sprecherin Martina Sohn. "Alle unsere Wahlhelfer werden zudem mit Schutzmasken und Handschuhen ausgerüstet."

Bei der Auswahl der insgesamt 56 Wahlhelfer sei auch auf das Alter geachtet worden. Ältere gelten als besonders gefährdet für eine Ansteckung mit dem Coronavirus.

In Gauting dürfen indes alle Wahlhelfer ab 65 Jahren von ihrem Engagement zurücktreten. Für sie sucht die Gemeinde jetzt nach Ersatz. Sprecher Fred Rauscher zufolge braucht es aktuell noch etwa 30 Wahlhelfer.

In Gräfelfing sind nach Auskunft von Wahlleiterin Petra Hierl-Schmitz ohnehin vorwiegend Gemeindemitarbeiter - und damit Unter-65-Jährige - als Wahlhelfer aktiv. Die Zahl der Briefwahllokale wurde aufgestockt. "Dadurch, dass jedes Briefwahllokal nur mit fünf Helfern besetzt wird, können sich die Wahlhelfer großzügig im Raum verteilen und den Mindestabstand wahren."

Neurieder Verein startet Hotline für Coronavirus-Betroffene

UPDATE 24. März, 12 Uhr: "Neurieder helfen Neuriedern" - unter dem Namen hat sich in den  sozialen Medien eine Gruppe gebildet, um vom Coronavirus Betroffenen in der Krisenzeit zu helfen. Gemeinsam mit dem Verein "Wir in Neuried" hat die Gruppe jetzt eine Hilfs-Hotline geschaltet. 

Dort könnten "die besonders gefährdeten Neurieder ohne Facebook anrufen und ihre Einkäufe bestellen", heißt es von den Organisatoren. Zehn Helfer koordinieren derzeit die Hotline und Bestellungen.

Zu erreichen ist die Hilfs-Hotline unter Telefon 0171/68 88 363 oder 0157/30 99 85 60 sowie unter der E-Mail-Adresse info@wir-in-neuried.de.

Coronavirus: Landratsamt legt neue Fallzahlen vor

UPDATE 23. März, 13.46 Uhr:

Trotz der inzwischen bayernweit geltenden Ausgangsbeschränkungen ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen auch im Landkreis München weiter gestiegen.

Wie das Landratsamt München mitteilt wurden seit Sonntag 33 weitere Fälle gemeldet. Damit liegt dieaktuelle Fallzahl nun bei insgesamt 279.

Im Würmtal sind aktuell 20 Krankheitsfälle bekannt - 13 Infizierte gibt es in Gräfelfing, vier in Neuried und drei in Planegg.

"Unser Würmtal": Sonder-Portal für Unternehmen während der Coronakrise

Um die Menschen im Würmtal auch während der Ausgangsbeschränkungen mit allem zu versorgen, was nötig ist, werden dieregionalen Unternehmen kreativ: Neben zahlreichen Gastronomen bieten auch einige Shops jetzt Lieferservice oder Online-Aktionen an.

Welche besonderen Angebote es alles in Gräfelfing, Planegg, Neuried, Gauting oder Krailling gibt, bündelt jetzt ein neues Online-Portal. "Unser Würmtal" ist ein digitaler Marktplatz. Die Website ist zum Teil aus der Initiative "Digitales Würmtal" der fünf Gemeinden hervorgegangen.

Eigentlich sollte das Portal erst im Mai online gehen. "Aber aus der aktuellen Gegebenheit heraus, haben wir schon dieses Wochenende eine Sonderwebsite gestartet", erklärtSprecherin Katja Dittmar. 

Dort können die Würmtal-Unternehmen für ihre Kunden Informationen zu Öffnungszeiten oder Lieferservice-Angeboten während der Coronakrise angeben. "Stand jetzt haben wir Einträge von 47 Unternehmen", so Dittmar. 

Dabei sind nicht nur Gastronomen, Floristen oder Modeläden. Auch Fachgeschäfte wie Terra e muro Gräfelfing oder das Gautinger Spielwarengeschäft Moppelfritz sind darunter. "Sehr erstaunlich fand ich auch eine Hundeschule, die Online-Training anbietet", sagt "Unser-Würmtal"-Sprecherin Dittmar. 

Auf eine Trennung der Angebote nach den fünf Gemeinden habe man dabei bewusst verzichtet. "Wir sind das Würmtal. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, um über den Tellerrand hinauszuschauen."

Das sehen auch die Würmtalgemeinden so, die größtenteils auf "Unser Würmtal" verweisen. Planegg hat hingegen einähnliches Portal für die Unternehmen in der Gemeinde erstellt. Dort sind derzeit 27 Einträge vermerkt.

Aus Schutz vor Ansteckung: Livestream von Gemeinderatssitzungen

Jetzt also doch: Auch in der Gemeinde Neuried werden Gemeinderats- und Ausschusssitzungen in den kommenden Wochen ohne Öffentlichkeit durchgeführt. "Aufgrund der einzuhaltenden Mindestabstände kann aus Platzgründen nicht persönlich teilgenommen werden", heißt es dazu.

InGräfelfing und Planegg war bereits früher beschlossen worden, Bürger von den anstehenden Tagungen auszuschließen. In Neuried will man nun zumindest eingeschränkt Öffentlichkeit herstellen. "Die Sitzungen werden perLivestream übertragen und auf der Internetseite verlinkt", so die Gemeinde auf ihrer Website.

Außerdem können Bürgeranfragen vorab per E-Mail an meike.petro@neuried.de eingereicht werden. 

Coronavirus: Zahl der Infizierten im Landkreis steigt über 150 Personen

Immer mehr Menschen infizieren sich im Landkreis München mit dem Coronavirus. Nach Angaben des Landratsamts gibt es inzwischen 158 Fälle. Das sind 24 mehr als noch am Mittwoch.

In den Landkreisgemeinden im Würmtal sind derzeit zehn Infektionen mit dem Coronavirus bekannt: sieben in Gräfelfing, zwei in Planegg und ein Fall in Neuried. In der Stadt München sind es derzeit 676 Infektionen.

Dem  Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts beim Landratsamt München zufolge ist der Zustand der meisten Infizierten im Landkreis gut. "In der Regel ist der Krankheitsverlauf sehr mild", so Dr. Gerhard Schmid heute gegenüber Hallo.

Bisher sei nur bei einem Patient eine Beatmung nötig gewesen. "Aber auch diesem geht es jetzt besser."

Einrichtung von Testzentren erhöht Fallzahl

Dass die Zahl der Infizierten im Landkreis zuletzt deutlich gestiegen ist, sei nicht nur dem Fortschreiten der Epidemie zuzuschreiben, so Schmid. "Ein Teil wird auch darauf zurückzuführen sein, dass wir einen starken Anstieg der Testungen haben."

Denn im Landkreis wird jetzt mit lokalen Testzentren gearbeitet.  "Alle 29 Gemeinden wollen sich daran beteiligen und wir haben auch alle Kommunen offiziell mit der Einrichtung beauftragt", bestätigteLandrat Christoph Göbel heute.

 Diese testen aber nur Patienten, die vom Gesundheitsamt dafür einen Termin zugeteilt bekommen haben und in Quarantäne sind. Neben Ärzten sind dort auch Organisationen wie etwa das  Bayerische Rote Kreuz vor Ort.

Bereits in Betrieb sind Stationen in Hohenbrunn, Grünwald, Haar, Ismaning, Kirchheim, Oberhaching, Sauerlach, Unterföhring, Unterhaching und Unterschleißheim (gemeinsam mit Oberschleißheim. Die Tester arbeiten dort entweder in bestehenden Gebäuden, auf Parkplätzen oder in bereitgestellten Zelten. 

Zeitnah auch Testzentren für Coronavirus im Würmtal

Auch im Würmtal soll es laut Landrat Göbel in Kürze dezentrale Corona-Untersuchungen geben. Eine entsprechende Besprechung in Planegg fand bereits am Mittwoch statt.

In Gräfelfing könnte nach derzeitigem Stand ein Testzentrum in der kommenden Woche in Betrieb gehen. Dieses werde der Gemeinde nach am Wendehammer in der Adalbert-Stifter-Straße errichtet.

Der Gemeinde Neuried zufolge würden auch in Planegg und Neuried Vorbereitungen für Teststationen getroffen - ebenso im angrenzenden Krailling (Lkr. Starnberg).

Landratsamt kooperiert mit Callcenter für Coronavirus-Bürgertelefon

Aufgestockt hat das  Landratsamt München auch seine Kapazitäten für das Bürgertelefon. Dieses ist täglich von 8 bis 18 Uhr unter  089/6221-1234 erreichbar. 

Seit Mittwoch ist bei der Beantwortung von Anrufe ein Callcenter eingebunden. Dort säßen zwar keine Ärzte am Apparat, das Personal sei aber vom Gesundheitsamt geschult und medizinisch qualifiziert, erklärte Landrat Christoph Göbel.

Die Zusammenarbeit mit dem Callcenter sei gestartet worden, da die Mitarbeiter des Landratsamts allein die Flut an Anrufen nicht mehr stemmen konnten. "Am Mittwoch hatten wir 524 Anrufe, 488 konnten davon bearbeitet werden", so Göbel. 

Göbel zu Ausgangssperren: "Wenn Bürger Verhalten nicht ändern, wird es dazu kommen"

Die Ausrufung einer Ausgangssperre sei von Seiten des Landratsamts derzeit nicht vorgesehen, so Landrat Christoph Göbel. 

Stattdessen soll die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden: Bis Anfang nächster Woche erhalten Göbel zufolge alle Haushalte im Landkreis München eine Briefwurfsendung. Diese enthalte wichtige Kontaktnummern, einen gemeinsamen Appell des Landrats und Bayerischen Innenministers sowie Verhaltensregeln.

Dass es bis dahin eine  Ausgangssperre geben könnte, wollte der Landrat dennoch nicht ausschließen. „Wenn das Verhalten der Bürger sich nicht ändert und Polizeikontrollen nicht fruchten, wird es dazu kommen.“

Dafür stehe das Landratsamt auch in engem Kontakt zu den örtlichen Bürgermeistern, die ebenfalls Ausgangssperren ausrufen könnten.

Aus Sorge vor Ansteckung mit Coronavirus: Tafel stoppt Ausgabe 

Ohnehin wird im Würmtal in den kommenden Wochen nicht viel los sein, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. 

Nach der Schließung von Schulen, Rathäusern und vielen Freizeiteinrichtungen wegen des Coronavirus hat sich jetzt auch der WürmtalTisch dazu entschlossen, seinen Betrieb einzustellen. Bis voraussichtlich 22. April soll es keine Lebensmittelausgaben für Bedürftige am Gräfelfinger TSV-Gelände geben.

"Wir haben lange gezögert, um unsere Kunden nicht im Stich zu lassen, aber es ist bei unserer Arbeit unmöglich, den gewünschten und notwendigen Abstand von 1,5 bis 2 Metern bei unseren Mitarbeitenden wie auch bei den Kunden durchgehend herzustellen", so Organisatorin Petra Schaber. Zudem seinen die meisten Helfer der Tafel über 60 Jahre alt und damit besonders gefährdet.

Wegen Coronavirus: Kraillinger Duathlon im Mai ist abgesagt

Außerdem werden immer mehr Veranstaltungen verschoben oder abgesagt - selbst wenn diese noch einige Woche in der Zukunft liegen.

Jüngstes Opfer: der Kraillinger Duathlon am 3. Mai. "Wir hatten eigentlich gehofft, die Veranstaltung durchzuführen zu können, sofern von Seiten der Behörden keine Anweisungen erfolgen", teilte Organisator Maxi Wechner Hallo mit. Nun habe er von der Gemeinde erfahren , "dass wir unter diesen Umständen die Genehmigung nicht erteilt bekommen".

Der Duathlon ist nicht das einzige Event inKrailling, das jetzt wegen des Coronavirus abgesagt wurde. Ebenfalls betroffen sind der Gemeinde zufolge: 


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alle Veranstaltungen des Kraillinger Literaturfrühlings. Falls möglich, werden diese Veranstaltungen im Herbst nachgeholt.

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der Marktsonntag und derWürmtaler Energietag (beide am 10. Mai)

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alle Maifeiern

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der Würmtaler Staffellauf am 11. Juli

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das Konzert des Kraillinger Kulturfördervereins am 21. März

Ebenfalls abgesagt sind alle Veranstaltungen der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing, die bis Mitte Mai stattfinden hätten sollen.

In der Landeshauptstadt München liegt das Kulturleben ebenso brach.

Coronavirus im Würmtal: Gemeinderäte tagen trotzdem

Trotz Corona-Krise beibehalten werden im Würmtal allerdings Ausschusssitzungen der Gemeinderäte. In Planegg und Gräfelfing ist dabei allerdings vorerst die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

In Neuried dürfen die Bürger derzeit noch teilnehmen. Die Gemeinderatssitzung am 31. März wird allerdings nicht im Sitzungssaal in der Mehrzweckhalle, sondern in der Aula der Grundschule stattfinden, "da dort der nötige Abstand sichergestellt ist".

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