Elektrisiert durch Miet-Ladesäulen?

Würmtal will E-Ladesäulen aufrüsten – eine Firma bringt sich mit besonderem Konzept in Stellung

E-Ladesäule an der Bahnhofstraße/Steinkirchner Straße.
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Soll in Gräfelfing als erstes nachgerüstet werden: die E-Ladesäule an der Bahnhofstraße/Steinkirchner Straße.

Im Würmtal sollen mehr E-Ladesäulen entstehen. Wie das vonstatten gehen soll und welche Firma dabei eine große Rolle spielt, erfahren sie hier...

  • Mehr E-Ladesäulen sollen im Landkreis München aufgerüstet werden.
  • Eine Firma bringt sich in drei Orten in Stellung.
  • Dieses besondere Konzept steckt dahinter...

Würmtal – 2018 hat sich der Landkreis München ein Elektromobilitätskonzept gegeben – vor allem im Hinblick darauf, deutlich mehr E-Ladesäulen zu errichten. So sollen heuer im Kreis bis zu 100 weitere Ladepunkte aufgebaut werden. Auch im Würmtal werden die Pläne konkreter: Eine wichtige Rolle könnte dabei der E-Mobilitätsdienstleister EZE Network aus Landsberg am Lech spielen.

Der geht aktuell mit einem Konzept hausieren, das man als Miet-Ladesäulen bezeichnen kann. Die Gemeinden müssen EZE nur die öffentlichen Stellplätze für die E-Ladesäulen zur Verfügung stellen. Für alles andere – von der Errichtung über den Betrieb bis zur Kostenabrechnung – ist die Firma zuständig.

Dafür zahlen die Kommunen dem Mobilitätsdienstleister 52 Euro je Monat und Standort. Sie erhalten aber die Hälfte der Standgebühren der Nutzer – zumindest bis sie ihre Kosten gedeckt haben. Weitere Einnahmen gehen an EZE.

Aufrüstung der E-Ladesäule an der Bahnhofstraße/Steinkirchner Straße

Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität Gräfelfing hat im Juli bereits beschlossen, den von EZE-Geschäftsführer Michael Valentine-Urbschat vorgezeichneten Weg weitergehen zu wollen. Der sieht für die Gartenstadt fünf Standorte als geeignet an: So soll die Ladestation an der Ecke Bahnhofstraße/Steinkirchner Straße aufgerüstet werden.

Weitere Ladepunkte könnten an der Ecke Bahnhofstraße/Rottenbucher Straße, vor dem Gräfelfinger Rathaus, in der Lohenstraße und in der Straße „Am Haag“ eingerichtet werden. Offiziell beauftragt ist EZE bisher nicht. „Wir hoffen aber, dass wir in den nächsten Wochen alles fix machen können“, so Valentine-­Urbschat auf Hallo-Anfrage.

Am Donnerstag, 24. September, stellt der Firmenchef sein Modell jetzt auch im Umwelt- und Verkehrs­ausschuss in Planegg vor. Für die Gemeinde hat er sechs Ladesäulen-Standorte im Blick. Wo genau, will Valentine-Urbschat noch nicht verraten.

Michael Valentine-Urbschat, Geschäftsführer von EZE.

Nur so viel: „Ein Ladepunkt im Ortskern ist immer sinnvoll, in dem Fall in der Bahnhofstraße.“ Auch der Parkplatz für Kupferhaus und Feodor-Lynen-Gymnasium eigne sich. Nach Auskunft der Gemeinde führe man aber Gespräche mit verschiedenen Anbietern.

Doch das Interesse an den Miet-­Ladesäulen geht über die Landkreisgrenzen hinaus: Auch in Gauting könne man sich das Konzept vorstellen, wie Umweltreferent Wilhelm Rodrian bestätigt. Geplant ist, im Ortskern und am Stockdorfer Bürgerzentrum eine Ladesäule einzurichten. Dafür können jetzt diverse Anbieter Angebote einreichen.

Ich hoffe, dass wir noch im Oktober eine Entscheidung haben und die Säulen bis Ende des Jahres stehen

Wilhelm Rodrian

Laut EZE brauche es insgesamt 20 bis 30 Lade-Standorte zwischen Pasing und Starnberg. „Nur dann ist das System überhaupt effizient, weil man an vielen Stellen aufladen kann.“ Zudem bemüht sich die Firma darum, auch in der Stadt München zum Zuge zu kommen. Dort läuft eine Ausschreibung für 500 bis 1000 neue Ladestationen. Ende des Jahres soll eine Entscheidung fallen.         

Romy Ebert-Adeikis

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