Fototour durch den neuen Treffpunkt

Cafébetreiber für Stockdorfer Bürgerzentrum gefunden – Integration steht im Fokus

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So sieht Stockdorfs neues Bürgerzentrum von außen aus.

In Stockdorf soll bald ein Bürgerzentrum eröffnen. Was dort geplant ist und wie der Treff aussehen wird zeigt Hallo bei einer Fototour durch die Räumlichkeiten.

UPDATE 3. April, 13.30 Uhr: Das neue Bürgerzentrum Stockdorf nimmt immer konkretere Formen an: Nachdem die Gemeinde Gauting Ende Februar bereits zu einem Tag der offenen Tür eingeladen hatte, ist jetzt auch entschieden, wer den Gastronomiebetrieb in der Einrichtung leiten wird.

Bereits am 20. März seien die Verträge mit der Gautinger Firma Grain unterzeichnet worden. Die gemeinnützige GmbH hat sich zum Ziel gemacht, Flüchtlinge, Behinderte sowie politisch, rassisch oder religiös Verfolgte gut in die Gesellschaft zu integrieren, etwa mit einer Integrations-Werkstatt. Diese stand im Sommer 2019 aber vor dem Aus.

Zum neuen Projekt im Stockdorfer Bürgertreff sagt Hans Wilhelm Knape, geschäftsführender Gesellschafter von Grain: „Mit unserem Geschäftskonzept verfolgen wir das Ziel, das soziale und nachhaltige Miteinander in Stockdorf zu fördern. Gemeinsam mit örtlichen Gruppen wollen wir ein reichhaltiges Angebot bieten, das Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft mit einem gastronomischen Angebot kombiniert."

Die Gastronomie im Bürgerzentrum am Harmsplatz soll Florian Reistle leiten. Er wird von einem weiteren deutschen Koch und von zwei syrischen Damen unterstützt, die Knape bereits aus seiner Zeit als Mitglied des Asyl-Helferkreises kennt. Auch eine Zusammenarbeit mit den  Werkstätten für behinderte Menschen in Andechs werde aktuell besprochen.

Wann das Café im neuen Bürgerzentrum öffnen kann, ist aufgrund der Coronavirus-Krise noch nicht klar. "Derzeit werden noch Restarbeiten in der Küche erledigt und die Räume vollständig eingerichtet", teilt Grain mit.

Gleiches gilt für das Bürgerbüro in dem neuen Stockdorfer Treffpunkt. Dieses sollte eigentlich Ende März bereits in Betrieb gehen.

Bürgerzentrum Stockdorf vorgestellt - Martinsried beginnt Planungen

Originalbericht, 26. Februar – Wo Sparkassenmitarbeiter einst die Stockdorfer bei Überweisungen und Bankgeschäften beraten haben, soll im Laufe des Jahres eine Außenstelle des Einwohnermeldeamts samt Café Einzug halten. 

Worauf sich die Anwohner freuen können, hat die Gemeinde Gauting jetzt bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt. „Die Stockdorfer hatten sich bereits 2008 bei einer Ortsteilwerkstatt ein Bürgerzentrum gewünscht. 

Rundgang durch das Bürgerzentrum Stockdorf

Aus dem ehemaligen Sparkassengebäude am Harmsplatz ist jetzt der Bürgertreff geworden.
Aus dem ehemaligen Sparkassengebäude am Harmsplatz ist jetzt der Bürgertreff geworden. © rea
Ab voraussichtlich Ende März können die Stockdorfer Behördengänge im neuen Bürgerbüro erledigen.
Ab voraussichtlich Ende März können die Stockdorfer Behördengänge im neuen Bürgerbüro erledigen. © rea
Nebenan können Vereine einen Besprechungsraum nutzen. Auch Bürgersprechstunden werden hier alle 14 Tage stattfinden
Nebenan können Vereine einen Besprechungsraum nutzen. Auch Bürgersprechstunden werden hier alle 14 Tage stattfinden. © rea
Bis zum Sommer wird hier ein Cafe eröffnen. Die Küche ist noch nicht fertiggestellt.
Bis zum Sommer wird hier ein Cafe eröffnen. Die Küche ist noch nicht fertiggestellt. © rea
Das Cafe soll 52 Sitzplätze haben.
Das Cafe soll 52 Sitzplätze haben. © rea
Auch vor dem Bürgerzentrum sollen Gäste in der warmen Jahreszeit sitzen und Kaffee trinken können.
Auch vor dem Bürgerzentrum sollen Gäste in der warmen Jahreszeit sitzen und Kaffee trinken können. © rea
Der Eingang zum Bürgerbüro.
Der Eingang zum Bürgerbüro. © rea
Im Keller entsteht eine Zweigstelle des Gautinger Archivs. Zwei Mitarbeiterinnen werden hier arbeiten.
Im Keller entsteht eine Zweigstelle des Gautinger Archivs. Zwei Mitarbeiterinnen werden hier arbeiten. © rea
Der alte Tresorraum der Sparkasse dient jetzt als Lager für städtebauliche Modelle.
Der alte Tresorraum der Sparkasse dient jetzt als Lager für städtebauliche Modelle. © rea
Die Stadtmodelle sind in neuen Regalen untergebracht.
Die Stadtmodelle sind in neuen Regalen untergebracht. © rea
Um Archivakten sicher zu lagern, wurden Rohre an den Rand der Kellerräume verlegt und Lüftungsgeräte eingebaut.
Um Archivakten sicher zu lagern, wurden Rohre an den Rand der Kellerräume verlegt und Lüftungsgeräte eingebaut. © rea
Gegenüber vom Bürgerzentrum, an der alten Schule, wurde ein Bücherschrank aufgestellt.
Gegenüber vom Bürgerzentrum, an der alten Schule, wurde ein Bücherschrank aufgestellt. © rea
Beim Tag der offenen Tür ehrte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (mitte) Monika und Petra Bezdek für ihr Engagement beim Eltern-Kind-Programm Stockdorf.
Beim Tag der offenen Tür ehrte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (mitte) Monika und Petra Bezdek für ihr Engagement beim Eltern-Kind-Programm Stockdorf. © rea

Aber wir hatten dafür keine Räume. Als die Sparkasse dann 2015 ihr Gebäude verkaufen wollte, mussten wir zuschlagen“, so Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU). 

Der Vorteil: Damit sind nun alle Häuser von der alten Schule bis zum Feuerwehrhaus in der Hand der Gemeinde. Der Harmsplatz könnte so zu einem echten Ortskern umgestaltet werden. „Im Moment fehlt uns dafür zwar das Geld, aber jetzt haben wir zumindest die Chance dazu.“

Allein der Umbau des Sparkassengebäudes hat die Gemeinde 1,2 Millionen Euro gekostet – und damit 200 000 Euro weniger als ursprünglich veranschlagt. Von dieser Summe wurde ein Bürgerbüro samt Besprechungsraum eingerichtet. 

Bürgerbüro soll ab Ende März besetzt sein

Letzteren sollen nicht nur Vereine oder die Seniorenhilfe nutzen können, auch Bürgersprechstunden werden dort abgehalten. „Wir rechnen damit, dass das Bürgerbüro ab Ende März besetzt ist“, so Kössinger. 

Das angrenzende Café mit 52 Sitzplätze wird erst später eröffnen. „Der Pächter ist vom Gemeinderat schon ausgewählt, gerade wird verhandelt“, so Gemeindesprecher Maximilian Olberding. Im Anschluss wird zusammen mit dem Betreiber die Küche fertig eingerichtet. 

Geöffnet werden soll das Café spätestens im Sommer. Auch im Keller wurde viel getan, denn dort sollen Teile des Gemeindearchivs unterkommen. Unter anderem wurde der alte Tresorraum in ein Lager für städtebauliche Modelle umgewandelt. 

Sechs Anträge für ein Ziel

Martinsried – In seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl hat der Planegger Gemeinderat beschlossen, ein Bürgerbüro für Martinsried auf den Weg zu bringen. Gegen zwei Stimmen der FDP-Fraktion wurde zudem entschieden, die Notwendigkeit eines Bürgertreffs zu prüfen. 

Den Beschlüssen vorausgegangen war eine regelrechte Antragsschlacht: So hatte sowohl die Fraktion der Freien Wähler Dynamischen (FWD) als auch der SPD im Dezember beantragt, über ein Bürgerbüro und einen Treff für Martinsried zu debattieren. 

Dazu kamen in der Sitzung Änderungsanträge der drei anderen Fraktionen. Denn darüber, wie schnell das Vorhaben umgesetzt werden sollte, gingen die Meinungen weit auseinander. 

FWD-Gemeinderätin Cornelia David präsentierte bereits zwei mögliche Standorte für Bürgerbüro samt Begegnungsstätte: in der Fraunhoferstraße 8 oder in der Röntgenstraße 5, wo gerade ein Küchenstudio auszieht. 

In der Frauenhofestraße 8 könnte ein möglicher Standort für das Bürgerbüro sein.

„Ich habe mit den Vermietern gesprochen, mit beiden könnten wir sehr zeitnah ein Bürgerbüro mit Treff realisieren.“ CSU, FDP und grüne Gruppe21 plädierten dafür, zuerst rechtliche Möglichkeiten und Kosten zu prüfen. 

„So wie der Antrag jetzt vorliegt, ist er völlig unzureichend“, urteilte Hermann Nafziger (CSU). Man sollte „nichts übers Knie brechen“. Den Durchbruch verschaffte am Ende ein von allen Fraktionen spontan formulierter Antrag. 

Darin heißt es, dass der Bedarf zunächst mithilfe einer Bürgerbefragung und einer Datenerhebung der Verwaltung ermittelt werden soll. Anhand derer sollen Räumlichkeiten und Kosten eruiert werden. 

Geprüft werden soll zudem, ob mobilitätseingeschränkten Martinsriedern bis zu Umsetzung eines Bürgerbüros anders geholfen werden kann: Im Gespräch ist etwa eine Fahrtkostenerstattung fürs Taxi. 

Romy Ebert-Adeikis

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