Schadstoffbelastung: In Planegg und Gräfelfing sind die Grenzwerte erreicht

Würmtal-Abgaswolke: Viel Stickstoff, keine Folge?

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Die schlechteste Luftqualität in Gräfelfing hat die Studie für die Maria-Eich-Straße 18 berechnet.

Planegg/Gräfelfing – Hohes Verkehrsaufkommen und ein Autobahnanschluss: Hohe Schadstoffwerte dürften die Würmtal-Gemeinden nicht allzu sehr überraschen – doch wie sieht es im puncto Konsequenzen aus?

40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft: Dieser Wert beschreibt im deutschen Immissionsschutzgesetz die Grenze, bis zu der die menschliche Gesundheit geschützt ist. Im Landkreis München überschreitet die Abgasbelastung laut einer aktuellen Berechnung an keinem von 57 „Brennpunkt“-Standorten diesen Wert. 

Allerdings: In Gräfelfing und Planegg hat die Studie für jeweils eine Straße exakt diesen Grenzwert errechnet. Das Neurieder Zentrum ist mit 34 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter ebenfalls unter den am meisten belasteten Landkreiskommunen. Konsequenzen werden diese Ergebnisse aber wohl keine haben.

Schadstoffbelastungsmessung in Gräfelfing: Besonders die Maria-Eich-Straße (in der Grafik orange). Direkt daneben rauschen täglich über 99 000 Fahrzeuge über die A 96. In der Lochhamer Straße ist die Belastung gering (grün).

„Ein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht derzeit nicht, da keine Grenzwertüberschreitungen vorliegen“, teilt das Landratsamt auf Hallo-Anfrage mit. Das Fachbüro Müller BBM, das die Berechnung erstellt hat, sieht ebenfalls keine Notwendigkeit, tätig zu werden. „Durch die Erneuerung der Kfz-Flotte“ sei bereits 2019 „mit einer niedrigeren Immissionskonzentration zu rechnen“, heißt es in der Auswertung.

Insgesamt wurden in Gräfelfing fünf, in Planegg vier Standorte untersucht – nur in der Germeringer Straße (Planegg) und der Maria-Eich-Straße (Gräfelfing) waren die Immissionen grenzwertig. „Im Fall von Gräfelfing handelt es sich um den entsprechenden Streckenabschnitt an der A 96, was den Wert erklären dürfte“, erklärt das Landratsamt das Ergebnis. 

Dauerhaftes Tempolimit gegen Lärm und Abgase

Für die Gemeinde plausibel, zumal die Belastung für das Anwesen mit der Hausnummer 18 errechnet wurde. „Kein anderes Haus in Gräfelfing ist näher an der Autobahn“, sagt Markus Ramsauer von der Gemeindeverwaltung. Auf diese habe man aber keinen Einfluss. Eine akute Gesundheitsgefährdung sieht Ramsauer sowieso nicht gegeben, da laut Fachbüro in die Ergebnisse auch ein Sicherheitszuschlag eingeflossen ist. Die Ergebnisse werden dennoch zeitnah dem Gräfelfinger Umweltausschuss vorgelegt.

Schadstoffbelastungsmessung in Planegg.

Die Gemeinde Planegg betont, dass es sich bei der Germeringer Straße um eine Kreisstraße handelt. „Planegg kann hier nicht unmittelbar tätig werden.“ Gleichzeitig sei bereits im Oktober im Bau- und Umweltausschuss beschlossen worden, dass die Gemeinde beim Landratsamt und der Regierung von Oberbayern ein dauerhaftes Tempolimit von 30 Stundenkilometern für die Germeringer Straße fordern soll. „Hierbei wäre neben einer Lärmminderung für die Anwohner auch eine Verringerung der Luftschadstoffbelastung zu erwarten.“

Anders als etwa Unterhaching wollen die Würmtal-Gemeinden auch keine eigenen Untersuchungen in Auftrag geben: Sowohl Gräfelfing als auch Planegg haben solche bereits in den vergangenen Jahren durchführen lassen.

Romy Ebert-Adeikis

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