Überquellender Ärger

Neurieder beklagen volle Wertstoffcontainer – Bürgermeister: „Es fehlen Kapazitäten bei Entsorgungsfirmen“

Vollgestopfte Container, Müllberge daneben: So sieht es an der Dr. Rehm-Straße häufig aus. Bisher wird dort zwei Mal pro Woche geleert – öfter sei kaum möglich.
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Vollgestopfte Container, Müllberge daneben: So sieht es an der Dr. Rehm-Straße häufig aus. Bisher wird dort zwei Mal pro Woche geleert – öfter sei kaum möglich.

Immer öfter sind die Wertstoffcontainer in Neuried vollgestopft, daneben türmen sich Mülltüten. Entsprechende Fotos machen in den sozialen Medien gerade regelmäßig die Runde.

  • Die Wertstoffcontainer in Neuried sind immer öfter verstopft.
  • In der Corona-Krise ist das Problem schlimmer geworden.
  • Auch Bürgermeister Harald Zipfel kennt das Problem.

Neuried –  „Es gab schon vor Corona Probleme mit der Überfüllung, aber während des Lockdowns war es definitiv schlimmer“, erklärt Andrea Mühlbauer, warum sie ihrem Ärger über die Situation an der Dr.-Rehm-Straße/Waldkirchbogen jetzt Luft macht. 

„Ich bin einmal sechs oder sieben Containerstandorte angefahren, bis ich Kunststoffmüll entsorgen konnte“, berichtet der Neurieder Matthias Doepner und fordert: „Diese müssten einfach häufiger geleert werden.“ 

Dass es in Neuried Probleme mit zu viel Müll gibt – und die Corona-Krise die Situation verschärft hat ­– leugnet Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) nicht. Entscheidend seien aber nicht die Wünsche der Gemeinde, sondern die Kapazitäten der Entsorgungsfirmen. 

Bürgermeister von Neuried Harald Zipfel.

„Daran krankt es insgesamt im System. Die beteiligten Firmen wechseln ständig, gehen insolvent, und ob nicht das gesamte System ins Stocken gerät, ist immer mehr die Frage“, sagt der Bürgermeister, der selbst Abfallwirtschaft studiert hat. „Wir können nur versuchen einen zusätzlichen Entsorger dazuzuholen“, so Zipfel. 

Wertstoffcontainer in Neuried durch Corona-Krise öfter überfüllt

Zwar sei es in Einzelfällen möglich Sonderleer­ungen zu buchen. „Aber langfristig müssen die Firmen das in ihre Routen einpflegen und dann auch leisten können.“ Das sei für die Entsorger aber kaum machbar, denn die Mehrkosten tragen sie allein, erklärt Remondis-Sprecher Michael Schneider. 

Zwar seien im Raum München seit Corona schon drei zusätzliche Fahrzeuge und mehr Personal unterwegs. „Aber mehr geht nicht. Die Müllzunahme hat Ausmaße angenommen, die wir nicht mehr stemmen können.“ Dass das Müllproblem nicht leicht zu lösen ist, versteht Matthias Doepner. 

Zumindest solle dann aber verhindert werden, dass sich der Unrat über angrenzende Straßen und Grünstreifen verteilt – wie an der Alten Forstenrieder Straße. Dort hatten Anwohner eine Umzäunung für die Wertstoffinsel gefordert. Doch die Gemeinde hat sich dagegen entschieden, die acht- bis zwölftausend Euro auszugeben. „Wir müssen sparen und fragen uns natürlich, wie viel so etwas nützt.“ 

Einerseits würde auch über die Zäune Müll geworfen. Zudem könnten diese beschädigt werden, wie jüngst an der Ettaler Straße. Zuguterletzt müsse man sich für eine Umzäunung mit der Stadt München absprechen, auf deren Gebiet die Container laut Zipfel stehen. 

Für Anwohner Doepner ist letzteres kein Argument, „Ich denke, dass mit gutem Willen eine Lösung gefunden werden könnte.“ Anstelle von Zäunen setzt Zipfel auf Eigenverantwortung der Bürger. Selbst Müll zu vermeiden sei die „einzige Möglichkeit, mit den vorhandenen Containern und Entsorgungskapazitäten auszukommen“. 

Romy Ebert-Adeikis

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