Behindertenbeauftragter Robert Efinger im Portrait

Er ist Neurieds erster Mann für Inklusion

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Eines von Robert Efingers größten Anliegen: die Kreuzung an der Planegger Straße. Dort zeigt die Fußgänger-Ampel nur wenige Sekunden Grün.

Neuried – Erstmals ist mit Robert Efinger in der Gemeinde ein Beauftragter für Menschen mit Behinderung tätig – Eines seiner ersten Anliegen: die Barrierefreiheit der Gemeinde

Gut 850 Personen in Neuried besitzen einen Behindertenausweis. Das sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung. „Die meisten dieser Menschen sind in der Gesellschaft unsichtbar. In keinem Café, keinem Restaurant sieht man sie. Das möchte ich ändern“, sagt Robert Efinger. Der 55-Jährige ist ab sofort für die Gemeinde als Beauftragter für Menschen mit Behinderung tätig. Es ist der erste Posten dieser Art in Neuried.

„Für jede Gemeinde ist es wichtig, sich um alle ihre Ziel- und Bevölkerungsgruppen zu kümmern. Insofern wird sich Neuried mit meiner Ernennung dieser Verantwortung bewusst“, betont Efinger. Als Gemeindebeauftragter sieht er seinen Schwerpunkt zunächst darin, sich zu vernetzen und das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung zu stärken.

Bereits für Mai hat der 55-Jährige zwei Aktionen geplant. „Am 15. Mai wird es im Breitwand Kino Gauting eine Vorführung von ‚Die Kinder der Utopie‘ geben, ein Film über Kinder mit und ohne Behinderung“, kündigt Efinger an. Dazu soll es ein Filmgespräch geben. Zudem will Efinger im gleichen Monat mit dem Neurieder Seniorenbeauftragten eine Veranstaltung zu Barrierefreiheit organisieren. Diese soll problematische Punkte in Neuried aufgreifen.

Verbesserungsbedarf sieht Efinger beispielsweise an der Ortsmitten-Kreuzung an der Planegger Straße Verbesserungsbedarf: „Dort dauert die Grünphase für Fußgänger nur 13 Sekunden. Das schafft kein Rollstuhlfahrer“, sagt der 55-Jährige. Seine Vision: eine speziell codierte Karte für Betroffene, mit der sie der Ampel anzeigen können, dass sie mehr Zeit zum Überqueren der Straße brauchen. In Ebersberg gibt es so einen Chip bereits, auch München testet ein entsprechendes Modell.

Organisieren würde Efinger auch gern ein Angebot für die Feuerwehr. So wissen die Retter etwa in Regensburg, ob sich in einem bestimmten Gebäude Menschen mit Behinderung aufhalten. Weitere Vorschläge erhofft sich der neue Beauftragte aus der Bevölkerung.

Efinger selbst beschäftigt sich seit 31 Jahren mit dem Thema Inklusion: Er ist Vater eines schwerbehinderten Sohns. Seit Februar arbeitet er zudem, nach 30 Jahren im Bereich Vertrieb und Marketing für Medizintechnik, auch hauptberuflich für Menschen mit Handicap. Um ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, berät er Betroffene im Raum München im Bereich Finanzen oder persönliche Assistenz.

Romy Ebert-Adeikis

Zu erreichen ist Efinger unter Telefon 0151/21 21 38 19 oder per Mail an efinger@neuried.de.
Weitere Informationen unter: https://assistenz.de/

Pilotprojekt in München

Seit Frühjahr letzten Jahres läuft an der Ecke Kreillerstraße / Marianne-Plehn-Straße in Trudering ein Pilotprojekt für eine individuelle Verlängerung von Ampelphasen.

Seit April 2018 testet die Stadt München eine individuelle Verlängerung von Ampelphasen für stark gehbehinderte Personen. Der Pilotversuch wird an der Ecke Kreillerstraße / Marianne-Plehn-Straße in Trudering durchgeführt. Zwei Teilnehmer haben einen Sender erhalten, der die Ampel darüber informiert, dass die Grünzeit verlängert werden soll. Auch die Ampelanlage musste umgerüstet werden. 

„Erste praktische Erfahrungen sind positiv“, teilt Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat auf Anfrage mit. Im Sommer endet der Pilotversuch. Dann werden die Ergebnisse ausgewertet und voraussichtlich im Herbst präsentiert. Danach könne, so Mayer, entschieden werden, ob das Projekt ausgeweitet wird.

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