Bus 269: Alternativroute gefordert

Bus-Frust: Diese Anwohner kämpfen gegen den „sinnlosen Halt“

Parkende Fahrzeuge und die aktuelle Wetterlage machen dem Bus 269 das Durchkommen schwer.
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Parkende Fahrzeuge und die aktuelle Wetterlage machen dem Bus 269 das Durchkommen schwer.

Neuried – Von wegen Verbesserung: Anwohner übergeben 94 Unterschriften gegen den „sinnlosen Halt“ der Buslinie 269 – Hallo erklärt die Hintergründe

Eigentlich sollte sie eine Verbesserung für die Bürger im Neurieder Südosten sein (Hallo berichtete): Doch die Verlängerung der Buslinie 269 um zwei Haltestellen scheint eher zur Belastung zu werden. Anwohner der Zugspitz- und Wettersteinstraße beantragten am Dienstag in der Gemeinde, die Fahrtroute wieder zu ändern und übergaben 94 Unterstützerunterschriften.

Ihr Argument: Sie werden nicht nur von Abgasen und Lärm belästigt. Die Fahrtroute koste auch Parkplätze. Denn um an der Zugspitzstraße halten zu können, muss der Bus eine Schleife durch die Wetterstein- und Karwendelstraße fahren, die sehr eng sind. Stattdessen sollte die Linie die Werdenfelsstraße und den Alp­spitzring nutzen oder nur den Maxhofweg anfahren, schlagen die Bewohner vor.

„Schlichtweg eine Fehlentscheidung“ sei die aktuelle Route, die „niemand will und braucht“, argumentieren die Antragssteller Monika Katzsch und Jasmin Pelke. In den vergangenen Wochen sei der 269er fast immer leer durch ihre Straßen gefahren. Der Bau der zwei neuen Haltestellen hatte die Gemeinde 60 000 Euro gekostet. „Hier wurden Steuergelder verschwendet, ohne dass man vorher überlegt hat, ob die Verlängerung sinnvoll ist“, ärgert sich Pelke.

Jasmina Pelke (von links), Manuela Wuttke, Monika Katzsch und Edeltraud Edlinger haben Unterschriften gegen die 269er-Route gesammelt.

Bei der Gemeinde sieht man das anders. „Die wenigen, die im Bus sitzen, brauchen ihn ja dringend“, sagt der geschäftsleitende Beamte Alois Sailer. Seit der Aufstellung des „Regionalen Nahverkehrsplans“ 2013 galt der Ortsteil als unterversorgtes Gebiet. Das wollte man beheben. Die genaue Fahrtroute sei aber vom MVV geplant worden.

Dort wehrt man sich gegen den Vorwurf, unüberlegt gehandelt zu haben. „Es gab vorab eine Probefahrt mit einem Zwölf-Meter-Bus“, teilt die Pressestelle mit. Dabei sei festgestellt worden, dass die Route mit einigen neuen Halteverbotszonen befahren werden kann. „Diese Verbotszonen wurden errichtet, aber leider nicht immer eingehalten.“ Darum hat die Gemeinde noch zwei weitere, rund 30 Meter lange Halteverbote eingerichtet.

Aber: Auch das reicht scheinbar nicht: Seit dieser Woche informiert ein Aushang an der Zugspitzstraße darüber, dass die Haltestelle bis 1. Februar nicht bedient wird – aus infrastrukturellen und witterungsbedingten Gründen. „Mit dem vielen Schnee war es für die Busse sehr kompliziert“, sagt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel (SPD). Als allgemeines Einverständnis mit den Bedenken der Anwohner sei das aber nicht zu verstehen. „Wir wollen den Bus auf jeden Fall erhalten.“

Stattdessen sollen jetzt alle Anlieger zu dem Angebot befragt werden, verspricht Zipfel. Den Vorschlag der Anwohner sieht er hingegen kritisch. „Das geht technisch gar nicht“, so Zipfel. Bestätigt wird das auch vom MVV, der diese Route ebenfalls geprüft hat: „Leider ist diese Straße noch enger als die derzeit angefahrenen.“

Romy Ebert-Adeikis

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