Muss der Grünstreifen weichen?

Neues vom Wall: Könnte eine begrünte Umfahrung die Lösung sein?

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Judith Grimme und Jürgen Peters, Sprecher des Ortsverbandes des Grünen.

Martinsried – Nach wie vor ist die Diskussion um die Zukunft des grünen Walls an der Röntgenstraße im Gemeinderat brandaktuell – Die Grünen bringen jetzt eine neue Option ins Gespräch

Folgende Idee stellte der Ortsverband der Grünen jetzt vor.

Der Westteil des Martinsrieder Walls soll nach Wunsch der Gemeinde Planegg fallen: entweder für ein Gewerbegebäude oder für die geplante Ortsumfahrung samt Lärmschutzwand (Hallo berichtete). Wegen eines geforderten Lärmgutachtens liegt die Entscheidung aber vorerst auf Eis. Nun hat der Ortsverband der Grünen eine weitere Alternative ins Gespräch gebracht.

„Wir wollten eine Variante, die dem Wall strukturell sehr ähnlich ist“, so die Sprecher Judith Grimme und Jürgen Peters. Bei der „grünen Lösung“ müsste der Wall zwar ebenfalls der Umfahrung weichen. Diese soll aber überdacht und begrünt werden, so dass das Wohngebiet an der Röntgenstraße vor Lärm geschützt und die Frischluftschneise erhalten bliebe. 

Die Einhausung soll fünf Meter hoch und neun Meter breit werden. „Wir wollen das jetzt mit allen Gemeinderäten besprechen.“

Einige sehen das Konzept bereits jetzt kritisch. „Wir halten die Straße für zu schmal. Außerdem sind die Kosten nicht geklärt“, erklärt Florian Zeller von den Freien Wählern Dynamische. Seine Fraktion unterstütze weiter den Gewerbebau.

Zwar würde auch bei dieser baulichen Alternative der Wall weichen. Doch die geplante Umfahrung würde zunächst überdacht  und anschließend begrünt werden.

Auch die FDP-Fraktion, die den Wall am liebsten komplett erhalten möchte, sieht das grüne Konzept skeptisch. Es fehle an Informationen zu technischer Machbarkeit und Finanzierung. „Ohne Kenntnis der wichtigsten Eckdaten lässt sich eine Aussage zur Realisierbarkeit derzeit noch nicht machen“, sagt Gemeinderat Dr. Christian Haugg.

Grimme und Peters betonen, dass bei der Ausarbeitung ihres Vorschlags auch ein Architekt einbezogen wurde. Die Straße sei demnach sogar breiter angelegt, als sie eigentlich müsste. In Sachen Finanzen sind die Grünen sich der hohen Kosten bewusst. „Die Frage ist, was ist es der Gemeinde wert, eine verträgliche Lösung zu finden“, so Grimme. Ohnehin habe sie bereits Kosten gespart – weil sie das Gewerbegrundstück neben dem Wall nicht selbst gekauft, sondern einem Investor überlassen habe.

Romy Ebert-Adeikis

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