Christoph Göbel (CSU) siegt in Stichwahl gegen Christoph Nadler (Grüne)

Göbel bleibt Landrat - "Keine Zeit für Glückwunschpost"

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Strahlender Sieger: Christoph Göbel (CSU) bleibt Landrat im Landkreis München.

Zwar musste Landrat Christoph Göbel (CSU) in die Stichwahl, doch aus der ist er als deutlicher Sieger hervorgegangen - Zeit zum Durchschnaufen verschafft das ihm aber nicht.

  • Klares Votum: Göbel bleibt Münchens Landrat
  • Herausforderer Nadler mit rund 36 Prozent der Stimmen
  • Coronakrise hält Landratsamt aber in Atem

Landkreis München - Der Gräfelfinger Christoph Göbel (CSU) bleibt Landrat im Münchner Umland. Der 45-Jährige setzte sich am Sonntag, 29. März, deutlich gegen seinen Herausforderer Christoph Nadler (Grüne) durch.

Bei der als reine Briefwahl durchgeführten Stichwahl kam Göbel auf 64,1 Prozent der Stimmen. Nadler konnte 35,9 Prozent der Wähler im Landkreis München von sich überzeugen. 

Neun Prozent mehr als 2014 - Göbel: "Eindrücklicher Vertrauensbeweis"

2014 musste Christoph Göbel noch gegen Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) in die Stichwahl: Damals erreichte der Gräfelfinger 55,3 Prozent der Stimmen - neun Prozent weniger als in diesem Jahr. 

"Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden! Das ist ein eindrücklicher Vertrauensbeweis der Bewohner unseres Landkreises und ermutigt mich dazu, an den bisher gesetzten Themen dranzubleiben und meine Politik weiter so fortzuführen wie bisher", erklärte Göbel gegenüber Hallo am Tag nach der Wahl.

Den Grünen Christoph Nadler schmerzt seine Niederlage nicht allzu sehr: "Ich glaube, dass ich schon - vor allem unter den derzeitigen Umständen - ein gutes Ergebnis erreicht habe, immerhin liegt es weit über unserem Kreistagsergebnis", sagt Nadler gegenüber Hallo. 

Mit 35 Prozent der Stimmen unterlegen: Christoph Nadler (Grüne).

"Es war von vornherein schwierig, gegen einen populären Amtsinhaber wie Christoph Göbel anzutreten, der sich jetzt mit dem Coronavirus auch noch als Krisenmanager profilieren kann", so Nadler weiter

Zudem hätten die Grünen ihr Kreistagsergebnis von 16 auf 26 Prozent verbessert, die Zahl der Sitze in den Ausschüssen verdoppelt. "Damit können wir unsere Themen jetzt noch besser einbringen."

Kommunalwahl: Großer Erfolg von CSU im ganzen Landkreis

Was den alten wie neuen Landrat Christoph Göbel besonders freut: Im ganzen Landkreis hat seine CSU gute Ergebnisse eingefahren und einige neue Rathäuser erobert - etwa in Planegg, Oberschleißheim oder Haar. "Der Sieg von Andreas Bukowski war für mich die größte Überraschung des Wahlabends", so Göbel auf Nachfrage.

Insgesamt seien die Stichwahlen ein "echter Krimi", viele Entscheidungen äußerst eng gewesen. So auch in Göbels Heimatgemeinde Gräfelfing. Dort war CSU-Kandidat Peter Köstler vor sechs Jahren noch knapp an Uta Wüst (IGG) gescheitert. Heuer setzte er sich in der Stichwahl gegen Wüst mit 51 Prozent der Stimmen durch.

"Ich freue mich ungemein für Peter Köstler, der nach der bitteren Niederlage vor sechs Jahren nicht die Flinte ins Korn geworfen, sondern pflichtbewusst weitergemacht hat", sagte Göbel gegenüber Hallo.

Coronavirus im Landkreis München lässt Landrat keine Zeit zum Ausruhen

Die Erfolge richtig genießen kann der Landrat heuer aufgrund der Coronavirus-Krise nicht. "Eigentlich würde ich jetzt erstmal die Glückwunschpost durchschauen oder Telefonate entgegennehmen. Aber dafür bleibt kaum Zeit", so Göbel. Stattdessen würden rund um die Uhr Gespräche zur Eindämmung der Infektionskrankheit im Landkreis geführt.

Die Corona-Krise verzögere dem Landrat zufolge auch die Vorbereitungsgespräche für den neuen Kreistag - etwa die Überlegungen zur Besetzung der Ausschüsse oder für die Auswahl der stellvertretenden Landräte. "Normalerweise wäre das längst alles in Gespräche gegossen, aber durch das Coronavirus gibt es kaum Fortschritte."

Göbel selbst möchte aber daran festhalten, dass jede Fraktion mit mehr als vier Kreisräten einen Stellvertreter-Posten übernimmt. 

Die Entscheidung darüber muss aber der Kreistag in seiner konstituierenden Sitzung am 11. Mai treffen. Ob diese wie geplant stattfinden kann, ist noch ungewiss. Im Gespräch ist etwa eine Verlegung in das Ballhausforum Unterschleißheim.

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