Neue Aktion für Artenvielfalt und Insektenschutz

Rettet die Bienen: Könnten Blühwiesen für Krailling ein erster Schritt sein?

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Cornelia Garny (links) und Irene Claussen wünschen sich mehr Blumen und Blühwiesen in der Gemeinde.

Krailling – Kaum hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein erfolgreiches Ende gefunden, sollen in der Gemeinde erste konkrete Handlungen folgen – neue Blumenwiesen könnten den Anfang machen

Keine zwei Wochen ist es her, dass das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ erfolgreich zu Ende gegangen ist. Jetzt regt sich in Krailling schon Tatendrang: Zwei Ehepaare haben die Gemeinde per Antrag dazu aufgefordert, neue Blühwiesen anzulegen. 

„Die Idee ist aus dem komischen Gefühl heraus entstanden, dass niemand weiß, wie es nach dem Begehren weitergeht“, erzählt eine der Initiatorinnen, Irene Claussen (65). In Krailling hatten sich über 30 Prozent der Bevölkerung für mehr Artenvielfalt und Insektenschutz ausgesprochen. „Ein so starkes Votum ist eine Aufforderung dazu, tätig zu werden. Kein Grund, einfach abzuwarten“, so Claussen.

Zum Beispiel an der Sanatoriumstraße können sich die Initiatoren eine Blühwiese vorstellen.

Als mögliche Standorte für neue Blühwiesen schlagen die Antragssteller breite Randstreifen entlang der Sanatoriumsstraße oder eine Fläche am Osthang des Kraillinger Friedhofs vor, wo derzeit nur Rasen angelegt ist. „Darüber hinaus sollen weitere geeignete kommunale Flächen bedacht werden“, fordern sie von Verwaltung und Gemeinderäten. So könnten auch Grünflächen im Ortszentrum infrage kommen. „Im Zuge des Umbaus des Paul­han­platzes ist uns Bürgern ja ohnehin versprochen worden, dass etwa ein Bauerngarten angelegt wird“, betont Mit-Initiatorin Cornelia Garny (66). Um ihr Anliegen voranzubringen, überlegen die Aktivisten zudem, Gemeinderäte gezielt anzuschreiben.

Denn sie befürchten auch, dass ihr Antrag verpuffen könnte. „In der aktuellen Situation mit dem Rücktritt der Bürgermeisterin und kommunalen Neuwahlen ist vielleicht die Bereitschaft, neue Projekte anzustoßen, nicht sehr groß“, glaubt Claussen. 

Dies sei aber kein Grund, Maßnahmen auf 2020 zu verschieben. Claussen und ihre Mitstreiter wollen stattdessen, dass noch im Frühjahr die Saat für die Blühwiesen ausgebracht wird. Der Antrag müsste dafür aber spätestens im März behandelt werden.

Das wird auch so sein, verspricht Franz Wolfrum, geschäftsführender Beamter der Gemeinde. Der Antrag wird auf die Agenda für die nächste Sitzung am Dienstag, 26. März, gesetzt. Das geschehe aber auf den guten Willen der Interims-Bürgermeisterin. „Denn eigentlich haben die Kraillinger kein Initiativrecht, das heißt, sie können keinen Antrag direkt an den Gemeinderat stellen.“

Romy Ebert-Adeikis

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