Gefährliche Baustelle

Kreuzungsumbau in Kraillings Ortszentrum bringt Fußgänger, Radler und Busfahrer ins Schwitzen

Andreas Weidinger schiebt sein Rad an der gefährlichen Baustelle in Krailling vorbei.
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Andreas Weidinger schiebt sein Rad ordnungsgemäß an der Baustelle vorbei. Käme ihm jemand entgegen, wäre es trotzdem extrem eng.

Im Zentrum von Krailling sorgt ein Kreuzungsumbau für Aufruhr. Die Baustelle ist für alle Verkehrsteilnehmer ziemlich gefährlich. Das sagt Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl...

Krailling Noch bis November müssen die Kraillinger mit einer Großbaustelle in ihrem Ortskern leben. Während des Umbaus der Pentenrieder Straße und des Mitterwegs müssen nicht nur Autofahrer und Busse (siehe unten) Umwege in Kauf nehmen, sondern eigentlich auch Radfahrer.

„Am Wochenende haben einige die Absperrungen geöffnet und sind über die Baustelle gefahren“, sagt Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl (FBK). „Andere fahren einfach auf dem Gehweg. Das führt natürlich zu brenzligen Situationen.“

Denn auch der Gehweg ist aufgerissen und deutlich schmaler als sonst. Ob einem jemand entgegenkommt ist – in beide Richtungen – unmöglich zu sehen. „Dabei laufen und radeln hier auch viele Schulkinder“, ärgert sich Freyer-Zacherl.

„Aber der Gemeinderat wurde bei der Einrichtung der Baustelle nicht gefragt. Sonst hätten wir bestimmt noch eine andere Lösung gefunden“, so die 80-Jährige.

Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl (FBK)

Doch viel hätte die Gemeinde gar nicht tun können, erklärt Bauamtsleiter Sebastian Beel auf Anfrage von Hallo. „Eine Verbreiterung des Gehwegs in dem angesprochenen Bereich ist aufgrund der Straßenbaumaßnahmen nicht möglich.“

Um eine bessere Einsicht in den Kurvenbereich zu erhalten, wären zudem Maßnahmen auf Privatgrund notwendig gewesen, „die die Gemeinde nicht vom Eigentümer fordern kann“, so Beel. Er befürchtet zudem, dass eine bessere Einsicht nur dazu führen würde, „dass noch mehr Fahrradfahrer sich nicht regelkonform verhalten“.

Denn auf dem Gehweg fahren ist eigentlich nur Kindern erlaubt. „Jedoch sind diese auch immer den Fußgängern untergeordnet und müssen, falls nötig, auch absteigen.“

Das ist aber längst nicht allen Kraillingern klar. „Auch ohne Baustelle, weiß man nicht richtig, wo der Radweg endet“, sagt etwa Bürger Andreas Weidinger. Er findet: „Zumindest ein Schild ‚Radfahrer absteigen‘ wäre an der Stelle angebracht.“ Immerhin: Solche hat die Gemeinde bereits fertigen lassen. Laut Beel sollen sie vom Bauhof zeitnah aufgestellt werden.

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Kleinbus und Einbahnstraße gefordert

Auch die Ersatzbushaltestelle in der Luitpoldstraße bereitet Dietlind Freyer-Zacherl Sorgen. Wegen der Umleitung gebe es dort mehr Verkehr als sonst, die Straße ist oft zugeparkt. „Von der Georg-Schuster-­Straße­ aus kommen die Busse kaum um die Kurve.“ Darum fordert sie den Einsatz von Kleinbussen.

Das ist laut MVV nicht möglich: „Gerade im morgendlichen Verkehr haben wir auf den Linien 936 und 966 bis zu 70 Personen im Bus.“ Würden nur zu Spitzenzeiten große Busse eingesetzt, müssten doppelt so viele Fahrzeuge bereitgehalten werden.

Von der Georg-Schuster-­Straße­ aus kommen die Busse kaum um die Kurve.

Ohnehin seien alle Testfahrten positiv verlaufen, zumal in der Georg-Schuster­-Straße ein Halteverbot eingerichtet wurde. „Schwierig wird es nur, wenn illegal parkende Pkw den Straßenquerschnitt verringern“, so die MVV.

Freyer-Zacherl hätte genau deswegen eine andere Lösung angestrebt: „Man sollte aus der Georg-Schuster-Straße befristet eine Einbahnstraße machen.“ Dem Kraillinger Bauamtsleiter zufolge wurde das zwar debattiert, „jedoch verworfen, um nicht noch mehr Straßen in Krailling durch die notwendige Umleitung zu belasten“.

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rea

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