Gefährlicher Schulweg in Gräfelfing – Eltern und SPD fordern Umbau

Angst vor dem „Umschlagplatz“

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Neela (7) und Felix (10) würden gern allein zur Schule fahren. Aber ihre Mutter Julia Winter begleitet sie jeden Morgen über die Kreuzung vor dem Gräfelfinger Rathaus – aus Sicherheitsgründen.

Gräfelfing – Halb 8 am Morgen. Großer Trubel am Gräfelfinger Rathausvorplatz. Wendende Autos, zugeparkte Gehwege: „Es ist hier einfach gefährlich“ – Jetzt soll der Umbau des Platzes beantragt werden

Wenn ihre Kinder sich morgens auf dem Weg in die Schule machen, könnte Julia Winter eigentlich noch im Haus bleiben. Doch die 36-Jährige geht mit – zumindest bis zur nächsten Kreuzung, an der Rathaus und S-Bahnhof liegen. „Sonst hätte ich kein gutes Gefühl“, so Winter. „Mich wundert, dass es hier noch keinen Unfall gegeben hat.“

Denn gegen 7.30 Uhr sind zahlreiche Schüler zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad unterwegs. Andere werden mit dem Auto zur S-Bahn gebracht. Die wenigsten Fahrer nutzen die dafür bereitgestellten Kurzparkplätze. Sie stehen auf dem Fußweg neben der ohnehin schlecht einsehbaren Unterführung oder wenden im Kreuzungsbereich. „Die vorgeschriebenen 20 Stundenkilometer fährt fast keiner“, so Winter, die die Kreuzung einen Umschlagplatz nennt. Ein Schülerlotse sei für den Vorplatz außerdem zu wenig.

Gegen das Fußgängerchaos will jetzt die Orts-SPD vorgehen. „Die Gemeinde Gräfelfing soll am Rathausvorplatz wieder Zebrastreifen über die Ruffiniallee und die Freihamer Straße einrichten“, forderte die Partei in einem Brief an Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG).

Erst 2015 war der Platz umgestaltet und zur Tempo-20-Zone erklärt worden. Vorher gab es Zebrastreifen und eine Bedarfs­ampel – bei maximal erlaubten 30 Stundenkilometern. „Damals war die Situation für die Kinder viel besser“, erinnert sich Winter.

Eine Ampel will die SPD Gräfelfing-Lochham zwar nicht wieder aufbauen. Doch mit den Zebrastreifen müsste auch das Tempolimit wieder angehoben werden. Für den SPD-Gemeinderat Michael Langer, der regelmäßig als Schülerlotse an der Kreuzung hilft, ein notwendiges Übel. „Wir dürfen nicht warten, bis etwas passiert. Lieber Tempo 30 mit Zebrastreifen, als Tempo 20 ohne.“

Auch Anwohnerin Julia Winter hat bereits bei der Bürgermeisterin vorgesprochen. Ihr zehnjähriger Sohn Felix war deswegen sogar in der Bürgersprechstunde. „Er ist dann mit Gummibärchen vertröstet worden“, ärgert sich Winter. „Frau Wüst sagt, es läuft hier alles gut.“

Ähnliches hat die Bürgermeisterin auch der SPD geantwortet. Knotenpunkte wie der Rathausvorplatz könnten aber im Rahmen des geplanten Verkehrsgutachtens erneut überprüft werden.

„Das ist uns zu vage. Wer weiß, wie lange das noch dauert“, sagt SPD-Ortsvorsitzende Annette Kitzmann-Waterloo. Stattdessen will die Partei zeitnah ein Antrag beim Gemeinderat einreichen. „Wir planen zudem eine Aktion.“ Was genau, wollte sie noch nicht verraten.

Romy Ebert-Adeikis

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