Fakten durch Rodung?

Arbeiten am Gautinger AOA-Gelände verunsichern Bürger

Auf dem ehemaligen AOA-Gelände in Gauting steht nur noch ein kleiner Teil der bisherigen Sträucher und Büsche.
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Auf dem ehemaligen AOA-Gelände in Gauting steht nur noch ein kleiner Teil der bisherigen Sträucher und Büsche.

Die Spekulationen über den Baubeginn auf dem ehemaligen AOA Gelände in Gauting steigen. Büsche und Bäume wurden gerodet. Es gilt jedoch ein Planungsstopp.

Ein Großteil der Büsche und Sträucher am ehemaligen AOA-Gelände in Gauting ist Geschichte. Vergangene Woche war im südlichen Teil des dort geplanten Wohn- und Gewerbegebiets großes Gerät angerückt und hatte sich an die Arbeit gemacht – überraschend für einige Anwohner.

Schließlich hat die Gemeindeverwaltung seit April einen Planungsstopp für das Areal zwischen Ammersee- und Pötschener Straße erlassen. Größe und Ausrichtung des neuen Quartiers, für das es eigentlich schon seit 2002 ein Baurecht gibt, standen seitdem in mehreren Gemeinderatsklausuren wieder zur Disposition.

Vor dem Hintergrund kam es vor allem in den sozialen Netzwerken zu Spekulationen über die Arbeiten. „Fakten schaffen ist offenbar cool“, hieß es dort unter anderem. „Nicht, dass da noch ein zu schützendes Tier auftaucht.“ Laut Anwohnern hätten etwa Dachse und Füchse auf dem Areal gelebt.

Rodungen auf dem AOA Gelände: Steht Baubeginn bevor?

Die Debatte aufgegriffen hat die Gautinger SPD um Eberhard Brucker. Die Partei – die derzeit nicht im Gemeinderat vertreten ist – kritisiert, dass das neue Viertel für zu viele Menschen gedacht ist. Die SPD rechnet mir circa 800, für die neben der Gemeinde das Katholische Siedlungswerk München, der Verband Wohnen und die Diehl-Gruppe bauen wollen. „Ich denke, bei den Rodungen handelt sich um einen symbolischen Akt, die Grundstückseigentümer wollen endlich loslegen“, erklärt sich Brucker die Arbeiten.

Eberhard Brucker

Das Katholische Siedlungswerk München, auf dessen Grundstück die Rodungen stattfanden, sieht die Situation pragmatisch:
„Wir haben ein bestehendes Baurecht. Daher bauen wir dort in jedem Fall, so dass die Rodung notwendig ist. Wir wollen so schnell wie möglich bezahlbaren Wohnraum schaffen“, sagt Geschäftsführer Stefan Geissler. „Die Frage des Baubeginns hängt derzeit von der Gemeinde ab, die Planungshoheit für den Bebauungsplan liegt bei ihr.“

Im November hat das Siedlungswerk zudem die artenschutzrechtliche Bewertung erhalten. Demnach liegen keine artenschutzrechtlich relevanten oder streng geschützten Pflanzen- oder Tierarten vor. Festgelegt ist darin aber auch, dass Rodungen bis Februar 2021 erfolgen müssen. Andernfalls müsste das Siedlungswerk eine neue Bewertung einholen.

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