Schulareal: Einerlei bei der Bürgerbeteiligung?

Wo ist denn hier der Unterschied?

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Erkennen Sie die Unterschiede? Die ersten beiden Varianten (hier Variante 1 – mit Querlamellen) setzen auf Fensterläden aus Holz. 

Gauting – Die Planungen für den Wohn- und Geschäftskomplex am alten Grundschulareal ist in vollem Gange. Doch die Gautinger wundern sich über die angesetzte Abstimmung über drei ähnliche Fassaden

In Gauting dürfen Bürger jetzt über die Fassaden des geplanten Wohn- und Geschäftskomplexes am alten Grundschulareal abstimmen. Noch bis Mittwoch, 6. Februar, können sie im Rathaus oder auf der Gemeinde-Website ihren Favoriten aus drei Entwürfen wählen.

Erkennen Sie die Unterschiede? Die ersten beiden Varianten (hier Variante 2 – mit Längslamellen) setzen auf Fensterläden aus Holz.

Deren Vorstellung im Rathaus ließ einige der circa 90 Anwesenden allerdings ernüchtert zurück. „Wo ist der Unterschied?“, fragte sich Christa Mettler-Brucker. „Alles einerlei“ befand auch der Gautinger Hansjörg Hägele.

„Wir haben ein Grundprinzip, dass sich durch alle Varianten zieht“, bestätigt Architekt Tobias Bünemann.

„Wir haben ein Grundprinzip, dass sich durch alle Varianten zieht“, bestätigte Architekt Tobias Bünemann diesen Eindruck. So gibt es in allen Entwürfen einen Sockelbereich aus Klinker, der den Gewerbeteil der Gebäude kennzeichnet. In den darüberliegenden Wohngeschossen sind bodenlange Fenster mit verschiebbaren Fensterläden geplant. Während in einer Variante die Sonnenschutzläden aus strukturiertem Lochblech sind, bestehen diese in den beiden anderen Entwürfen aus Holz. Hier unterscheidet sich nur die Ausrichtung der Lamellen und die Farbe des Klinkersockels.

„Vieles war bereits im Bebauungsplan vorgegeben“, rechtfertigt Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger die Auswahl. Sie selbst favorisiert den Entwurf mit Holzläden, deren Lamellen vertikal verlaufen. „Längsstreifen verleihen dem Gebäude Leichtigkeit.“

Im dritten Entwurf dominiert Blech im Gesamtbild.

Auch bei vielen Anwesenden kam diese Variante letztlich am besten an. „Dort bleibt Schmutz nicht so hängen wie bei horizontalen Streifen“, sagt Fred Rauscher von der Gruppe „Zukunft Gauting“. Auch für Christa Mettler-Brucker ist der Entwurf „das kleinere Übel“. Viel lieber hätte sie aber auch über die Fenster an sich diskutiert.

Aber bereits im April sollen erste Bauarbeiten starten. „Wir sind optimistisch, dass wir in den nächsten sechs Wochen die Baugenehmigung erhalten“, so Stephan Meier vom Investor Sontowski & Partner. Der Bauantrag liegt dem Landratsamt Starnberg seit September vor. Im April 2018 war bei einem Bürgerbegehren über den Bau abgestimmt worden.

Romy Ebert-Adeikis

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