Vorsicht!

Dreister Miet-Betrug: Gefälschte Wohn-Inserate in Gauting – 14-Jähriger als Vermieter angegeben

In diesem Haus am August-Hörmann-Platz hätte die Fake-
Wohnung sein sollen, die sich Florian Egginger ansehen wollte. Doch Marion Roßberger hat gar nichts zu vermieten.
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In diesem Haus am August-Hörmann-Platz hätte die Fake- Wohnung sein sollen, die sich Florian Egginger ansehen wollte. Doch Marion Roßberger hat gar nichts zu vermieten.
  • Romy Ebert-Adeikis
    vonRomy Ebert-Adeikis
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„Drei Wohnungen, drei Mal eine Betrugsmasche.“ So ging es einem 22-Jährigen, der in Gauting nach einer Wohnung suchte. Wie dreist die Miet-Betrüger vorgegangen sind.

Gauting - Dass bei Angeboten im Internet nicht alles für bare Münze genommen werden sollte, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

An die Suche nach einer Wohnung für sich und seine Freundin in Gauting geht Florian Egginger (22) daher mit einer Portion Skepsis heran – und ist trotzdem fast einem gefälschtem Inserat aufgesessen. Und das nicht nur einmal.

„Drei Wohnungen, drei Mal eine Betrugsmasche“, fasst der Azubi es zusammen. Und der junge CSU-Gemeinderat ist längst kein Einzelfall, wie Diskussionen in den sozialen Medien zeigen.

Doch von vorn: Im Herbst entdeckt Egginger ein Wohnungsangebot in der Bergstraße. „Aber ich wusste, dass es in dem Haus keine Wohnungen gibt.“ Kurz darauf, selbe Straße: „Da habe ich mit dem angeblichen Vermieter ein paar Mal geschrieben.“

Alles geklaut: Wohnungsfotos und Name eines 14-Jährigen

Als der 22-Jährige ohne Besichtigung eine hohe Kaution zahlen soll, bricht er den Kontakt ab. Im Februar schickt ihm ein Bekannter schließlich den Link zu einer Wohnung am August-Hörmann-Platz. „Interessanter Preis für Gauting, 730 Euro kalt.

Aber man kann ja auch mal Glück haben!“, denkt sich Egginger und schreibt erneut. Auch wenn eine Besichtigung wieder nicht möglich sei, weil der Vermieter im Ausland lebe, klingt diesmal alles seriöser. „Ich bekam eine E-Mail-Adresse mitgeteilt, die ähnlich endet wie die der Münchner Immobilienfirma Aigner“, so Egginger.

Auf Wohnungsfotos ist im Hintergrund eindeutig der Hörmann-Platz zu sehen. Und auch der Nachname des Vermieters kommt Egginger bekannt vor. Er weiß, dass eine Familie mit dem Namen am Platz lebt, ruft an. Und landet bei Marion Roßberger.

„Ich kannte den Namen des angeblichen Vermieters auch – so heißt mein Sohn. Er ist 14 Jahre alt“, so die Gautingerin. Es stellt sich heraus: Nicht nur die Fotos für die angebliche Wohnung sind aus dem Internet geklaut, sondern auch der Name. „Eine absolute Frechheit“, so Roßberger, die Anzeige erstattet hat.

Polizei: Masche bekannt, Identität-Missbrauch neu

„Die Betrüger nutzen die Verzweiflung der Menschen aus“, meint sie. „Über den normalen Markt bekommt man in Gauting ja fast keine bezahlbare Wohnung.“

Auch Egginger hat die Fälle gemeldet, bei dem Wohnungsportal und der Polizei. Der Polizei ist die Masche längst bekannt. „Das Phänomen gibt es schon seit Jahren, das kommt immer wieder einmal vor“, so der stellvertretende Dienststellenleiter in Gauting, Martin Heinrich.

Das Problem: „Eine E-Mail-Adresse mit falschen Angaben kann heute fast jeder erstellen. Es ist sehr schwer, an die Personen dahinter ranzukommen.“ Zwar sehe Heinrich keinen Anstieg falscher Wohnungsinserate in Gauting. Dass dafür der Name eines Minderjährigen benutzt werde, sei aber „schon besonders“.

Auch für Aigner-Immobilien ist der Adress-Missbrauch in Gauting „bislang Gott sei Dank ein Einzelfall“, so Sprecherin Berit Dirscherl. „Der Sachverhalt wurde zur Anzeige gebracht.“

rea

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