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Europas Spitzen- Erfinder?

Europäischer Erfinderpreis: Martinsrieder Forscher für medizinischen Durchbruch nominiert

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Mit Massenspektrometern analysiert Professor Matthias Mann menschliche Proteine in großen Mengen und macht Krankheiten sichtbar. Dafür könnte er jetzt geehrt werden.

Ein einziger Tropfen Blut könnte künftig ausreichen, um Krebs oder Leberzirrhosen noch vor Ausbruch zu erkennen. Die Grundlagen dafür hat der Physiker und Biochemiker Matthias Mann geschaffen. 

Martinsried – Beim amerikanischen Nobelpreisträger John Fenn war er einst Doktorant, jetzt winkt dem Martinsrieder Professor Matthias Mann selbst einer der renommiertesten Wissenschaftspreise: Der Physiker, Biochemiker und -informatiker des Max-Planck-Instituts für Biochemie ist in der Kategorie „Forschung“ für den Europäischen Erfinderpreis 2019 nominiert. Ob er sich letzten Endes gegen seine beiden Mitfinalisten aus Italien und Frankreich durchsetzt, wird erst am 20. Juni in Wien entschieden.

„Natürlich wäre der Preis eine große Ehre“, erklärt der 59-Jährige gegenüber Hallo. Vor allem freut sich Mann aber über die damit verbundene Aufmerksamkeit für die Arbeit seiner Forschungsgruppen am Max-Planck-Institut sowie der Universität Kopenhagen. „Wir machen so viele gute Sachen. Aber die breite Öffentlichkeit weiß davon selten etwas“, so Mann.

Dabei könnte diese in Zukunft am meisten von seiner Forschung profitieren. Der Martinsrieder ist ein Experte auf dem Gebiet der Proteomik – der Erforschung von Proteinen in menschlichen Zellen. Dank seiner technologischen Erfindungen lassen sich diese in großen Mengen identifizieren, zählen und biochemisch markieren. Eine solche Protein­analyse kann wiederum Krankheiten wie Krebs oder Leberzirrhose noch vor deren Ausbruch sichtbar machen.

Er erkennt Krebs, bevor er ausbricht: Matthias Mann, Professor am Max-Planck-Institut für Biochemie, ist jetzt für den Europäischen Erfinderpreis nominiert.

„Bauchspeicheldrüsen- oder Eierstockkrebs bemerkt man erst, wenn der Tumor schon groß ist. Jeder Tumor sondert aber spezielle Proteine ins Blut ab“, erklärt Mann. Eine umfassende Proteinanalyse kann darum ein präzises und universales Diagnoseinstrument sein. „Gerade versuchen wir, eine Datenbank mit den Proteinmustern bestimmter Krankheiten aufzubauen“, so Mann.

Doch Grundlagenforschung ist dem Martinsrieder Wissenschaftler nicht genug. „Wenn man wirklich etwas bewegen will, muss man das gewonnene Wissen anwendbar machen“, so sein Credo. Getreu seinem Motto hat Mann bereits 36 Patente weltweit angemeldet. Zudem ist aus seiner 30-köpfigen Forschungsgruppe das Martinsrieder Start­up „PreOmics“ entstanden, das erfolgreich Sets zur Aufbereitung von Forschungsproben vermarktet.

Nun arbeitet Mann mit seinen Forschungsgruppen daran, die Proteinanalyse mit einem einzigen Tropfen Blut zu ermöglichen. Das würde die Untersuchung einfacher und kostengünstiger machen, so dass in Zukunft auch Krankenkassen den Test möglicherweise bezahlen würden. 

Noch sei die Technik dafür im Forschungsstadium. Am weitesten entwickelt ist sie in Bezug auf Leberkrankheiten. „Geht alles nach Plan, können wir die Technik in dem Bereich vielleicht schon im nächsten Jahr im Klinikum Großhadern an Patienten testen“, hofft Mann.

Romy Ebert-Adeikis

Europäischer Erfinderpreis

Er ist einer der wichtigsten Innovationspreise Europas: Seit 2006 verleiht das Europäische Patentamt mit Sitz in München den Europäischen Erfinderpreis. Er wird in fünf Kategorien verliehen. 

Unter den 15 Finalisten 2019 ist Professor Matthias Mann der einzige Deutsche. Bereits im letzten Jahr war mit Thomas Scheibel ein Forscher mit Bezug zum Würmtal unter den Nominierten. Seine Firma AMsilk mit Sitz im Innovations- und Gründerzentrum Martinsried entwickelt künstlich hergestellte Spinnenseide (Hallo berichtete).

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