Nachdreh aus der Bürgerversammlung

Wird Martinsried benachteiligt? Mutter beklagt technische Ausstattung der Schule – Rektorin weist das zurück

Gute Schule, schlechte Schule? Dass die Grundschule Martinsried der in Planegg technisch hinterherhängt, hatten Eltern berichtet. Die Gemeinde will jetzt aber nachrüsten.
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Gute Schule, schlechte Schule? Dass die Grundschule Martinsried der in Planegg technisch hinterherhängt, hatten Eltern berichtet. Die Gemeinde will jetzt aber nachrüsten.

In der jüngsten Bürgerversammlung in Planegg sprachen einige Würmtal-­Eltern die Situation um die technische Ausstattung der Schulen bei Heim­unterricht an...

Planegg – Ob in Sachen Finanzen oder bei der Planung einer neuer Teststation mit Neuried: Bei der Planegger Bürgerversammlung kam man um das Thema Corona nicht herum. „Wir werden in den nächsten Jahren schwierige Zeiten zu meistern haben“, kündigte Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) für 2021 und 2022 an.

Für Planeggs Schulen ist Corona schon jetzt eine enorme Last, insbesondere weil angesichts steigender Infektionszahlen erneut ein Lockdown samt Heim­unterricht droht. Dass dafür zumindest die technische Ausstattung stimmt, daran zweifeln einige Würmtal-­Eltern.

Zum Beispiel Christine Brukhty: „In der Grundschule Martinsried stehen zwei iPads je Klasse zur Verfügung. Das reicht doch hinten und vorne nicht“, meinte die Mutter bei der Bürgerversammlung.

In Planegg sei man ihres Wissens besser aufgestellt, so Brukhty, die vom Bürgermeister daher wissen wollte: „Was tut die Gemeinde für die Versorgung der Schule Martinsried mit digitalen Leihgeräten?“

Rektorin in Martinsried sieht keine wirkliche Benachteiligung

Auch beim „Förderverein der Grundschulen“ sind Eltern Martinsrieder Schüler bereits wegen fehlender Geräte für den Distanz-unterricht vorstellig geworden. „Wir wurden angefragt, ob wir einspringen könnten, falls die Gemeinde nicht tätig wird“, bestätigt der Vorsitzende Peter von Schall-Riaucour.

„Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden.“ Man sei aber stets darum bemüht, einen Ausgleich zwischen den Ortsteil-Schulen zu schaffen.

Eine wirkliche Benachteiligung sieht Margit Baran-­Lander, Rektorin in Martinsried, aber nicht. „Das ist ein Missverständnis“, erklärt sie auf Hallo-­Anfrage. Zwar habe die Schule Planegg einen technischen Vorsprung, weil sie gerade generalsaniert wird. „Aber die Gemeinde hat uns zugesichert, dass wir ebenfalls ausreichend ausgestattet werden.“

„Die Gemeinde hat einen Plan für Martinsried“

Konkret gehe es um 30 bis 60 Endgeräte, die sich Schüler ausleihen können, um auch von daheim am Unterricht teilzunehmen. Entsprechende Laptops und iPads will die Gemeinde jetzt besorgen. „Es gab diesbezüglich ein sehr konstruktives Gespräch mit dem Bürgermeister“, so Baran-Lander.

Von diesem berichtete Nafziger bei der Bürgerversammlung auch der besorgten Mutter. „Die Gemeinde hat einen Plan für Martinsried“, so der Bürgermeister. Das gelte ebenso für ein anderes technisches Problem an der Schule.

So können Lehrer derzeit nur von daheim Videounterricht geben – weil das Internet an der Einrichtung zu schwach ist. „Da wird nachgebessert, alle Leitungen werden geprüft“, versprach Nafziger. Zudem soll es für die Schulen neue Server geben.

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Weitere Themen der Versammlung:

• U-Bahn-Verlängerung: Nach Jahrzehnten der Planung erfolgt am 18. November der erste Spatenstich für die U-Bahn-Verlängerung – zumindest für das geplante dazugehörige Parkdeck. Das kündigte Bürgermeister Hermann Nafziger an. Der Bau­start kommt nicht bei allen gut an. „Mir ist unverständlich, warum die Planegger für die Entsorgung von Altlasten auf dem Gelände zahlen sollen“, so Robin Düll. Zudem profitiere das Martinsrieder Zentrum von der Erschließung zu wenig. Das sah Nafziger anders: „Wir haben das Maximum herausgeholt.“ Zudem sei es geltendes Recht, dass der Bauherr die Kosten für Altlasten tragen muss.

• Verkehrsberuhigung: Eveline Weiß wollte wissen, warum Martinsried nicht komplett Tempo-30-Zone ist. Nur ein Teil der Lochhamer Straße sei dies nicht. Gegen eine Entschleunigung dort sei der MVV gewesen, erklärte Landrat Christoph Göbel. Hoffnung machte er aber in Bezug auf eine bessere Ampelschaltung an der Germeringer Straße, Höhe Friedhof: „Das wird gerade geprüft.“

• Bürgerinformation: Sabine Faust aus Martinsried regte an, die Bürgermeister-­Präsentation künftig vor der Versammlung digital bereitzustellen: „Dann können wir Bürger uns detailliertere Fragen überlegen.“ Darüber will die Verwaltung nachdenken.

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Romy Ebert-Adeikis

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