40-Meter-Mast wird gebaut

Landratsamt genehmigt die Mobilfunkantenne nördlich des Geländes des TSV Gräfelfing

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Im Wäldchen nördlich des TSV Gräfelfing und nahe den dortigen S-Bahn-Gleisen soll ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast gebaut werden. Das Landratsamt erteilte nun die Genehmigung.

Das Teilprojekt des Gräfelfinger Mobilfunkprojekts soll nun realisiert werden - trotz einiger kritischer Stimmen aus der Gemeinde.

Das Landratsamt hat den Bauantrag für einen 40-Meter-Masten nördlich des TSV Gräfelfing an den S-Bahn-Gleisen außerhalb der Wohngebiete genehmigt. „Ein erster großer Schritt zur Realisierung des Gräfelfinger Mobilfunkkonzeptes ist gelungen“, heißt es in einer Presseerklärung aus dem Rathaus zu dieser Entscheidung.

Der geplante Mast in der Nähe des TSV-Geländes soll trotz seiner Höhe von rund 40 Metern „ein möglichst filigranes Erscheinungsbild aufweisen“, wie es aus dem Rathaus heißt. Dies werde durch eine Stahlgitter-Bauweise und den Verzicht auf massive Aufbauten erreicht. Die Position so nah wie möglich an der Bahnlinie und so weit wie möglich im Norden des kleinen Wäldchens würde die optische Beeinträchtigung auf ein Minimum reduzieren.

Bereits seit über 15 Jahren verfolgt die Gemeinde das sogenannte Gräfelfinger Modell in Sachen Mobilfunk. Es geht zurück auf eine Initiative von über 800 Bürgern, die Anfang der 2000er-Jahre von der Gemeinde die Erstellung eines Konzepts zur kommunalen Mobilfunkplanung aus Gründen des Gesundheitsschutzes gefordert hatten.

Das von der Gemeinde erstellte Konzept regelt, dass kleinere Mobilfunkantennen auf Privatgebäuden in den Bebauungsplänen untersagt werden. Stattdessen werden den Mobilfunkbetreibern Standorte für größere Masten möglichst außerhalb der Wohngebiete angeboten.

Bei den Bürgern ist das Konzept aber nicht ganz unumstritten. So hat sich bei den Anwohnern – darunter auch der Schauspieler Elmar Wepper – Widerstand gegen einen weiteren geplanten Masten am Neunerberg gebildet. Auch in der Nachbargemeinde Planegg gibt es Kritiker, unter anderem den parteifreien Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour (Hallo berichtete). Allerdings besteht an diesem Standort ohnehin noch kein Baurecht.

Das Gräfelfinger Konzept ist mittlerweile durch die Gerichte anerkannt und in den Gräfelfinger Bebauungsplänen festgesetzt worden. „Einige Nachbargemeinden im Würmtal wollen es übernehmen, und es wird über eine gemeinsame interkommunale Mobilfunkplanung nachgedacht“, heißt es aus dem Gräfelfinger Rathaus.
Andreas Daschner

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