Zweite Runde im Wahl-Krimi

Bürgermeisterwahl Krailling: Jetzt kommt´s zur Stichwahl

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Für Henrik Jörgens (CSU) und Rudolph Haux (FDP) geht der Wahlkampf jetzt weiter.

Bürgermeisterwahl 2019: Erstmals wird der neue Kraillinger Rathauschef mit einer Stichwahl bestimmt – FDP-Mann lag nur vier Stimmen vor den Grünen Kandidatin.

Krailling – Bei diesem Kopf-an-­Kopf-Rennen hat der Wahlausschuss lieber selbst noch einmal nachgezählt: Gerade einmal vier Stimmen haben bei der Kraillinger Bürgermeisterwahl den Unterschied gemacht – zwischen Rudolph Haux’ (FDP) Einzug in die Stichwahl und dem Ausscheiden von Adrienne Akontz aus dem Kampf ums Rathaus.

So knapp war´s noch nie

Henrik Jörgens (CSU)

Die meisten Wähler – allerdings nur fünf mehr als Haux – konnte CSU-Kandidat Henrik Jörgens für sich gewinnen. „Ein Ergebnis dieser Knappheit hatten wir noch nie“, bestätigte Gemeindesprecher Alexander Broschell gegenüber Hallo am Tag nach der Wahl. 

Die Konsequenz: Erstmals bestimmen die Kraillinger ihren neuen Rathaus­chef in einer Stichwahl. Diese wird zeitgleich mit der Europawahl am Sonntag, 26. Mai, ausgetragen. „Wir drucken jetzt schon die Wahlzettel und die Briefwahl kann ab sofort beantragt werden“, so Broschell.

Akontz: „Es ist sehr enttäuschend.“

Adrienne Akontz (Grüne)

Dass sie als Letztplatzierte aus der Wahl hervorgehen würde, nimmt Grünen-Kandidatin Adrienne Akontz als schweren Schlag. „Es ist sehr enttäuschend.“ 

Im Zuge des knappen Ausgangs sieht Akontz problematisch, dass mehrere Stimmen ungültig waren, weil die Wahlzettel falsch in Umschläge gepackt wurden. „Vielleicht braucht es da künftig mehr Information“, so die Grünen-Kandidatin.

 CSU-Mann Henrik Jörgens hatte hingegen schon fest damit gerechnet, nicht an frühere Erfolge seiner Partei in Krailling anknüpfen zu können. „Die Zeit der absoluten Mehrheiten für die CSU sind vorbei“, so Jörgens. 2014 war die damalige CSU-Bürgermeisterin Christine Borst mit knapp 59 Prozent wiedergewählt worden.

„Wer am Ende gewinnt hängt von den Grünen ab“

Rudolph Haux (FDP)

Für ihn und seinen Stichwahl-Kontrahenten geht es in den nächsten eineinhalb Wochen nun darum, weitere Wählergruppen für sich zu mobilisieren. „Es hängt jetzt vor allem von den Grünen ab, wer am Ende gewinnt“, glaubt Jörgens.

Auch deswegen rechnet sich FDP-Kandidat Haux gute Chancen für die Stichwahl aus. Denn: Bereits bei der Kommunalwahl 2014 war die FDP mit Grünen, SPD und den Freien Bürgergemeinschaft Krailling (FBK) gemeinsam angetreten, um die bis dahin währende CSU-Mehrheit zu brechen.

Für die Stichwahl haben FBK sowie einzelne SPD-Mitglieder aber ihre Unterstützung für den FDPler zugesagt. „Nur mit den Grünen habe ich bislang noch nicht sprechen können“, so Haux. Die entscheiden laut Akontz erst in den nächsten Tagen, für wen sie eine Empfehlung aussprechen.

Abhängig machen die Grünen das von umweltpolitischen Inhalten. Konkret gehe es ihr um Zugeständnisse zu Energiewende und Flächenverbrauch – etwa bei der Erweiterung der Kraillinger Innovationsmeile.

Auf den Ausgang der Stichwahl werden die Kraillinger am 26. Mai voraussichtlich lange warten müssen. „Wir sind vom Landrats­amt dazu angehalten, zuerst die Ergebnisse der Europawahl auszuzählen“, erklärt Gemeinde­sprecher Broschell. Vor 20 Uhr sei daher mit keinem Bürgermeister-Ergebnis zu rechnen. 

Romy Ebert-Adeikis

Die Zahlen zur Wahl

Insgesamt wurden bei der Bürgermeisterwahl 3532 gültige Stimmen abgegeben.

Davon wurden 1474 per Briefwahl eingeschickt.

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,15 Prozent (letzte Kommunalwahl 2014: 60,24 Prozent).

  • Stimmen für Henrik Jörgens (CSU): 1182 (33,47 Prozent)
  • Stimmen für Rudolph Haux (FDP): 1177 (33,32 Prozent)
  • Stimmen für Adrienne Akontz (Grüne): 1173 (33,21 Prozent)

Es gab 18 ungültige Stimmabgaben.

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