Gräfelfinger Gemeinderat beschließt die lange Version der Entlastungsstraße

Kommt jetzt das Bürgerbegehren?

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So könnte die neue Entlastungsstraße laufen – von der A 96 über den Neurieder Weg bis nach Martinsried.

Gräfelfing– Das passt den Bürgern so gar nicht: Trotz massiver Kritik hat der Gemeinderat die Planung der neuen Entlastungsstraße für Gräfelfing beschlossen

Seit Jahren wird über eine Entlastungsstraße für Gräfelfing diskutiert, jetzt ist das Vorhaben einen großen Schritt vorangekommen: Mehrheitlich hat der Gemeinderat die Planung der Straße beschlossen, die östlich des Gewerbegebiets von der A 96 bis zur Würmtaler Straße verlaufen soll.

Eine kürzere Version hätten laut Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG) sowohl Autobahndirektion als auch Straßenbauamt abgelehnt, weil die Straße „überregionalen Charakter“ habe. Gleichzeitig zur Planung der Straße soll ein Mobilitätskonzept für die Gemeinde erarbeitet werden.

Allerdings: In trockenen Tüchern ist die Umfahrung noch nicht. Sechs Gemeinderäte – von SPD, FDP und Grünen – verweigerten dem Vorhaben ihre Stimme. Einige von ihnen hatten bereits früher angekündigt, mit allen Mitteln gegen das Vorhaben vorzugehen (Hallo berichtete). Sie befürchten, mit der Verbindungsstraße weiteren Verkehr anzuziehen und zu einem „Münchner Südring light“ zu werden.

„Die Gräfelfinger SPD ist entsetzt über die Entscheidung des Gemeinderats“, erklärte der Ortsverband in einem Flugblatt. Darin bezeichnet die Partei die Entlastungsstraße als „Illusion“, das Vorgehen der Gemeinde als „Bruch des Bürgerwillens“. 2013 war die Umfahrung von Bürgern mehrheitlich abgelehnt worden.

Bereits im Februar hatte die SPD ein neues Bürgerbegehren gegen die Straße ins Spiel gebracht. „Das Thema bleibt für uns eine Option“, teilte SPD-Ortsvorsitzender Dieter Horch gegenüber Hallo mit. „Ob wir sie konkret angehen werden hängt vom Ausgang der jetzt auf den Weg gebrachten parallelen Aktionen Planfeststellungsverfahren und Mobilitätskonzept ab, deren Ergebnisse wohl erst in einem Jahr vorliegen werden.“ Ähnlich äußerte sich auch 3. Bürgermeister Jörg Scholler (FDP), der sich bald mit den anderen Parteien beraten möchte.

Die Gräfelfinger Grünen hatten bislang für die Umfahrung gestimmt, lehnten die lange Version der Straße wegen einer zu großen Bodenversiegelung aber ab. Außerdem sehe man die gleichzeitige Planung zum Verkehrskonzept negativ: „Das Planfeststellungsverfahren ohne ein vorher erstelltes Verkehrskonzept einzuleiten, dokumentiert die Autofixiertheit der Mehrheit des Gemeinderates“, teilte Gemeinderätin Frauke Schwaiblmair mit. Sie sehe in ihrer Partei die Tendenz, dass man ein Bürgerbegehren unterstützen könnte, teilte sie gegenüber Hallo mit. 

Romy Ebert-Adeikis

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