Düstere Prognosen

Kahlschlag im Wald?

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00 Tannen hat Revierförster Gerrith Hinner (li.) mit den Schülern des KHG im Jahnwald gepflanzt.

Würmtal - Jede Menge Fichten gibt es im Münchner Landkreis - noch. Denn die Zeit für die Bäume läuft langsam ab

Zwei Drittel der Waldflächen in Planegg, Gräfelfing und Neuried werden von Fichten dominiert. Doch damit ist nach Ansicht von Revierförster Gerrith Hinner bald Schluss. „Die Fichte ist für diesen Standort einfach der falsche Baum“, sagt er und schlägt Alarm: In Teilen der Region wird die Art nur noch wenige Jahre leben. 

So etwa im Gräfelfinger Jahnwald. Rund 200 Fichten stehen auf dem Gelände. Jahr für Jahr fällt Hinner 20 bis 30 davon, weil sie krank oder instabil geworden sind. „In drei bis sieben Jahren ist hier alles weg“, so seine Prognose. Zu trocken und zu locker ist der kiesige Boden im Würmtal für die Fichte. Die schlechte Wasserversorgung macht sie zudem anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer, der sich seit 2014 rasant vermehrt. Der Niedergang der Fichte hat sich seither deutlich beschleunigt, so Hinner. Drohen den Würmtal-Wäldern nun kahle Flecken? Zumindest könnte es eine Weile so aussehen, erklärt Hinners Kollege aus Gauting, Florian Mergler. Zwar werde längst mit passenderen Baumarten wie Buche oder Tanne aufgeforstet, auch mit finanzieller Förderung des Freistaats. „Aber es dauert eben 30 bis 40 Jahre, bis Wald wieder aussieht wie Wald.“ Gerade in Krailling sei die Lage kritisch: Dort gebe es viele reine Fichtenbestände, so Mergler. Um den Jahnwald zu retten, hat Gerrith Hinner nun auch eine große Aufforstungsaktion gestartet. Mit Schülern des Kurt-Huber-Gymnasiums hat er dort 300 Weißtannen gepflanzt. Dass sei neben intensiven Kontrollen das Einzige, was man zum Erhalt des Waldes tun könne, sagt Hinner. Aber die Fichte ist nicht der einzige Baum im Würmtal, der Sorge bereitet. Auch die Esche wird intensiv beobachtet. Hier grassiert das Eschentriebsterben, das die Bäume brüchig macht. Rund um die St. Ulrich-Kirche in Königswiesen sind allein in den vergangenen Tagen dutzende Eschen gefällt worden. rea

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