Rückblick zum Jubiläum

50 Jahre Bauernbühne: Geblieben ist viel mehr als Vanilleeis

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Wera Schröder (re.) spielte schon beim ersten Stück 1969 mit. Auch ihr Mann Heinz (li.) und Peter Köstler sind der Bauernbühne jahrzehntelang treu.

Lochham - Keine Stimme, in Anfangszeiten nur fünf Mitglieder und Erwin Pritschet: Hallo blickt auf die Anfänge der Bauernbühne – und in die Zukunft

Wenn sich am 14. April der Vorhang im Pfarrsaal St. Johannes Evangelist hebt, wird es für die Lochhamer Laien-Bauern-Bühne (LLBB) ein ganz besonderer Moment sein: In diesem Jahr feiert der Verein 50. Geburtstag. Und auch wenn sich seitdem bei der LLBB viel verändert hat – „das Theater ist unsere Keimzelle und wird es auch bleiben“, sagt 2. Vorstand Peter Köstler. 

Verlorene Stimmen, gebrochene Beine und Krankenhausaufenthalte haben die Theaterlust im Laufe der Zeit nicht bremsen können – im Gegenteil. „Es hat sich immer weiter entwickelt“, sagt Wera Schröder, die schon 1969 beim ersten Stück „Der verkaufte Großvater“ mitspielte. „Wir hatten damals nichts außer der Spielstätte“, erinnert sie sich. Heute muss der Kostüm- und Requisitenfundus der LLBB jährlich aussortiert werden. Stand anfangs keine Kasse am Eingang, sondern ein Spendenkorb, können Tickets heute schon online bestellt werden. Und waren die Gründer damals nur zu fünft, zählt der Verein heute rund 130 Mitglieder, von denen über die Hälfte schon einmal auf der Bühne stand. „Vor allem in den letzten Jahren hat er die Leute quasi auf der Straße eingesammelt. Es war seine Kunst, diejenigen für die Schauspielerei zu begeistern, die meinten, so etwas machen sie nie.“ 

Er – damit ist Erwin Pritschet gemeint, „der Motor und die Seele des Vereins“, der in den Erzählungen immer allgegenwärtig ist. „Pri“, wie sie ihn im Verein nennen, formte 1968 aus der katholischen Jugend die LLBB und hielt dort bis kurz vor seinem Tod alle Fäden in der Hand. Als er im Sommer 2017 starb, kamen Hunderte zu seiner Beerdigung. Ein tiefer Einschnitt sei Pritschets Tod gewesen, „aber einer, mit dem Auftrag weiterzumachen“, sagt Köstler. 

So bleibe auch mit der neuen Spielleiterin Natalie Wieland das LLBB-Theater so, wie es immer gewesen ist: kurzweilig, ländlich – aber mit Niveau. „Vom Klamauk haben wir uns immer abgegrenzt“, so Köstler. Auch sonst halte man an Bewährtem fest: dem Frühlingssingen, das es seit 38 Jahren gibt, den Faschingsveranstaltungen, die kaum jünger sind und dem Vanilleeis mit heißen Himbeeren, das seit 50 Jahren in den Spielpausen serviert wird. „Die Ära ‚Nach-Pritschet‘ zu gestalten ist momentan Herausforderung genug“, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Dazu zählt auch, das gute, generationenübergreifende Miteinander zu pflegen, welches die LLBB ausmache, so die Vereinsleute. Nachwuchssorgen hat bei der Bauernbühne jedenfalls keiner. rea

Die Spieltermine der LLBB

„D‘ Eisheiligen und die kalt‘ Sophie“ feiert am Samstag, 14. April, ab 19 Uhr im Pfarrsaal St. Johannes, Lochham, Premiere. Weitere Spieltermine sind: Donnerstag, 19., Freitag, 20., und Samstag, 21. April, jeweils um 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 22. April um 15.30 Uhr. Tickets zum Preis von elf Euro gibt es in allen Filialen der Bäckerei Sickinger, bei Lotto-Toto-Lang, Gräfelfing, Pasinger Str. 8, sowie telefonisch unter 57 57 96 06 und im Internet unter www.llbb.de.

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