Matthias Spohrer über seine ersten sechs Monate am Feodor-Lynen-Gymnasium

Neuer Rektor am Gymnasium Planegg zieht erstes Fazit: „Ohne Corona das ganz große Los gezogen“

Der neue Schulleiter, Matthias Spohrer, vor dem Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg
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Matthias Spohrer ist seit sechs Monaten der Schulleiter am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium.
  • Romy Ebert-Adeikis
    vonRomy Ebert-Adeikis
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Wie Matthias Spohrer seinen Start als Rektor am Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg während der Corona-Pandemie erlebt hat, verrät er im Interview mit Hallo Würmtal

Planegg - Unterricht aus der Ferne, Sorgen um die Gesundheit von Schülern und Lehrern und dazu permanent neue Vorgaben aus dem Kultusministerium: Während der Corona-­Pandemie eine Schule wie das Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg zu übernehmen, ist mit einem kaum vorstellbaren Arbeitspensum verbunden. Zeit, sich groß vorzustellen, blieb Matthias Spohrer da nicht.

Der Mathe-, Physik- und Informatiklehrer ist seit September Schulleiter am Planegger Gymnasium. Er löste damit nach 17 Jahren Brigitte Schmid-Breining ab. Sechs Monate später zieht der 46-Jährige nun ein erstes Fazit – und hat Hallo verraten, warum er unbedingt weiter unterrichten will sowie was ihm abseits von Corona Kopfzerbrechen bereitet.

17 Jahre lang leitete Brigitte Schmid-Breining das Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium: Im Sommer 2020 ging sie in Rente.

Sechs Monate Schulleiter am Gymnasium Planegg: Matthias Spohrer zieht erstes Fazit

Herr Spohrer, Ihren Start als Schulleiter hatten Sie sich sicher anders vorgestellt...

„Komplett anders. Die Corona-­Pandemie bestimmt aktuell mindestens drei Viertel meiner Arbeitszeit. Unterricht, Elternsprechstunden, Elternabende – alles muss man neu denken. Und all das, was Schule eigentlich ausmacht, fällt hinten runter. An einer neuen Schule, mit anderen Kollegen und Strukturen das Schuljahr zu beginnen, hätte mir als Herausforderung schon gereicht.“

Wie haben Sie die ersten sechs Monate an der Schule trotzdem gemeistert?

„Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden von der ganzen Schulfamilie. Ich habe hier tolle Kollegen, einen engagierten Elternbeirat und eine sehr aktive Schülermitverantwortung (SMV). Das hilft viel. Ich glaube, wenn Corona einmal vorbei ist, habe ich mit dem FEO das ganz große Los gezogen.“

Warum haben Sie sich für Planegg beworben, was hat sie an der Schule gereizt?

„Ich hatte mir schon länger überlegt, dass ich mich für das FEO bewerben werde, wenn es mal ausgeschrieben ist. Zum einen, weil es vom Schulprofil passt: Ich wollte unbedingt an ein naturwissenschaftliches Gymnasium! Zum anderen: Was das FEO von der Technik und Ausstattung her bietet, ist echt klasse. Außerdem hat es ein schönes, offenes Gelände mit viel Grün drumherum. Und auch wenn sich mein Fahrtweg jetzt verdoppelt hat: Ich kann von mir daheim in Obersendling immer noch zur Schule radeln. Das ist für mich einfach Lebensqualität pur.“

In Kürze wird das FEO erweitert. Ein weiterer Stressfaktor?

„Natürlich wird es unruhig werden. Aber wenn man etwas Tolles bekommt, muss man das in Kauf nehmen. Ich habe ja schon Baustellenerfahrung aus Fürstenried. Da wurde lange an der Turnhalle gebaut.“

Was möchten Sie in Zukunft in Planegg verwirklichen?

„Mir ist wichtig, dass eine gute Atmosphäre herrscht, so dass alle gern hingehen und sich mit der Schule identifizieren. Was das angeht, ist hier schon viel Positives da. Ansonsten möchte ich die Digitalisierung vorantreiben. Bisher wurde wohl fast alles noch ausgedruckt. Ich glaube, dass vieles vielleicht digital möglich ist.“

Gibt es auch etwas, was Ihnen Bauchschmerzen bereitet?

„Eine große Herausforderung in Zukunft wird der Lehrermangel im naturwissenschaftlichen Bereich. Informatik, Physik – da könnte es eng werden. War es auch heuer schon.“

Wie haben Sie die Ausfälle ausgeglichen?

„Ich habe einen ehemaligen Schüler von mir angerufen, der jetzt neben seinem Studium bei uns Mathe und Informatik unterrichtet. Ein richtiger Glücksgriff! Zudem haben einige Kollegen Mehrarbeit geleistet und ich habe die Q12 in Informatik übernommen.“

Das ist aber eigentlich nicht so gedacht, dass Sie als Schulleiter auch weiter unterrichten, oder?

„Doch, nach Möglichkeit möchte ich auch weiterhin wenigstens eine Klasse unterrichten, weil mir das einfach großen Spaß macht. Und in den vergangenen Monaten hatte das noch einen Vorteil: Ich wusste, in der Zeit muss ich mal nicht ans Telefon gehen.“

Romy Ebert-Adeikis

Zur Person Matthias Spohrer

Vor seinem Wechsel ans Feodor-Lynen-Gymnasium war Matthias Spohrer fast 20 Jahre Mathe-, Physik- und Informatiklehrer im Gymnasium Fürstenried, die letzten neun als ständiger Vertreter des Schulleiters.

Dass er Lehrer werden will, hatte Spohrer bereits in der siebten Klasse entschieden. „Es hat mir einfach Spaß gemacht, Mitschülern Dinge zu erklären oder Nachhilfe zu geben.“ Daraufhin hat er Lehramt an der LMU (Mathe und Physik) und Technischen Uni München (Informatik) studiert.

Aufgewachsen ist Spohrer in München-Trudering. Aktuell lebt der 46-Jährige in Obersendling.

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