Neue Kita-Krise in Martinsried

Großer Wasserschaden: Das „Eulen-Nest“ geht unter

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So sieht es im Martinsrieder „Eulen-Nest“ nicht mehr aus: Ein defektes Heizungsventil hat die Krippe unter Wasser gesetzt, sie muss sofort umfassend saniert werden.

Martinsried - Kistenpacken und Möbelrücken statt Kinderbetreuung: Ein defektes Heizungsventil hat die Krippe unter Wasser gesetzt, sie muss sofort umfassend saniert werden

Als das Martinsrieder Kinderhaus St. Martin im März seine Räume an die Flammen verlor (Hallo berichtete), war der Schock riesig. Die Hilfsbereitschaft aber auch – viele Kinder kamen im „Eulen-Nest“ gegenüber unter. Jetzt müssen die Retter selbst ins Exil: Ein Wasserschaden hat die Krippe unbewohnbar gemacht.

„Der Schaden ist irreparabel, alle Gipswände müssen raus“, erklärt Gerald Kubik, pädagogischer Leiter beim Träger Fortschritt Gmbh­. Die Ursache: ein defektes Ventil im Heizungsraum, aus dem Wasser ausgetreten war. „Wie lange wissen wir nicht genau. Eine Kollegin hat es erst bemerkt, als Wasser durch die Tür kam.“ Die Nässe ist in die Bodenplatte und von da in die Wände gesickert. Inzwischen hat sich in allen Räumen Schimmel gebildet.

Krippenleiterin Anja Römmert beim Ausräumen im „Eulen-Nest“. Wegen eines defekten Ventils ist Wasser in Boden und Wände der Einrichtung gedrungen. Nun muss saniert werden.

Immerhin: Nachdem die Krippe vergangene Woche zwei Tage lang schließen musste, ist jetzt eine Lösung gefunden. 28 Kinder dürfen vorerst ins Caritas-Haus St. Gisela einziehen. Dort werden zwei Gruppen zusammengelegt, um Platz zu schaffen. Weitere acht Kinder kommen in der Großtagespflege in der Martinsrieder Röntgenstraße unter. „Die Hilfsbereitschaft war Wahnsinn“, lobt Kubik die Gemeinden Planegg und Gräfelfing, aber auch das Jugendamt. Trotz aller Hilfe: Vor Dezember werden die Kinder nach Kubiks Schätzung nicht zurückkehren können.

Erst im Frühjahr gab es einen Großbrand im Kinderhaus St. Martin.

Glück im Unglück: Die bislang ebenfalls im „Eulen-Nest“ untergebrachten Gruppen vom abgebrannten Kinderhaus St. Martin haben seit Montag wieder ein eigenes Reich. Neben dem „Eulen-Nest“ ist auf dem Gelände der Gemeinde Planegg für gut 400 000 Euro eine Containeranlage mit Gruppenräumen, Intensivraum, Küche, Büro und Sanitäranlagen fertiggestellt worden. „Wir sind erstmal mit 16 Kindern eingezogen, aber im Oktober werden wir mit 35 voll belegt sein“, sagt Kinderhaus-Leiterin Katrin Isemann, die mit ihren Schützlingen zwischen Feststellung des Wasserschadens im „Eulen-Nest“ und Eröffnung der Containeranlage vier Tage im AWO-Hort unterkommen durfte.

Architekt Hans Wechner vor der neuen Containeranlage für das ausgebrannte Kinderhaus St. Martin.

Noch nicht fertig sind die Außenanlagen. Für diese sollen auch Spielturm, Nestschaukel und Wippe vom Kinderhaus umziehen. Mindestens drei Jahre werden Isemann und ihre Schützlinge im Container bleiben müssen, schätzt Architekt Hans Wechner. Denn es ist weiter unklar, wann das alte Kinderhaus abgerissen und wieder aufgebaut wird. „Mit dem Abriss wollte die Versicherung eigentlich Ende Juli beginnen“, sagt Wechner. Das ist bisher aber nicht geschehen.

Romy Ebert-Adeikis

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