Arbeiten am Aushängeschild der Gemeinde

Gräfelfing saniert sein Rathaus - aber kommt auch eine Erweiterung?

Im Zuge einer Erweiterung des Rathaus Gräfelfing könnte auch das bestehende Gebäude verschönert werden - etwa die Eingangshalle.
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Im Zuge einer Erweiterung des Rathaus Gräfelfing könnte auch das bestehende Gebäude verschönert werden - etwa die Eingangshalle.
  • Romy Ebert-Adeikis
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Ab März wird das Rathaus in Gräfelfing energetisch saniert. 2022 könnte eine Erweiterung folgen. Architekt Rupprecht Biedermann hat Hallo die Pläne erklärt...

Gräfelfing - Gut ein Jahr ist es her, dass das Gräfelfinger Rathaus wegen seiner „brutalistischen“ Architektur als Einzeldenkmal gelistet wurde. Vor allem aus energetischer Sicht kann das Gebäude aber nicht so bleiben, wie es ist. In Absprache mit dem Denkmalamt startet daher 2021 die Sanierung des Hauses.

Rathaus Gräfelfing: Energetische Sanierung bei laufendem Betrieb

Ab März werden bei laufendem Betrieb alle Fensterscheiben ausgetauscht und der Sonnenschutz erneuert. Kosten: etwa 400.000 Euro. „Dafür wird nicht das ganze Rathaus auf einmal eingerüstet, sondern jede Seite für etwa zwei Monate“, so Architekt Rupprecht Biedermann.

Architekt Rupprecht Biedermann macht das Rathaus Gräfelfing fit für die Zukunft. Sein Vater hatte es in den 60er-Jahren entworfen.

Sein Vater hatte das Gräfelfinger Rathaus in den 60er-Jahren entworfen, nun soll er das Gebäude fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch, den Innenaufzug so zu vergrößern, dass er barrierefrei nutzbar ist. Die Arbeiten an Fenstern und Aufzug sollen Ende 2021 fertiggestellt sein.

Die ebenfalls geplante Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird hingegen noch auf sich warten lassen. Der Grund: Für die Gemeindemitarbeiter im obersten Stockwerk wären die Arbeiten sehr belastend. Als Ausweichquartier könnte aber ein Anbau dienen, den sich Bürgermeister Peter Köstler ohnehin wünscht: „Wir brauchen dringend mehr Platz für unsere Verwaltung!“ Einen solchen Antrag hatte seine CSU bereits 2019 gestellt.

Rathaus Gräfelfing: Denkmalschutzkonforme Erweiterung nach Plänen von 1966

Wie eine denkmalschutzkonforme Erweiterung aussehen könnte, konkretisiert Architekt Biedermann gerade. Grundlage ist ein Plan, der bereits 1966 erarbeitet wurde. Möglich wäre demnach ein einstöckiger Anbau auf der Westseite, wo sich derzeit 16 Mitarbeiterparkplätze befinden. „Auf gut 200 Quadratmeter könnten dort sechs bis sieben Büroräume eingerichtet werden“, so Biedermann.

So könnte ein Anbau auf der Westseite des Gräfelfinger Rathauses nach Vorstellung von Architekt Rupprecht Biedermann einmal aussehen.

Noch geprüft werde, ob durch eine Unterkellerung des Neubaus Platz für Archive, Lager und Nebenräume geschaffen werden kann. Und, ob der Verlust der Parkplätze kompensierbar ist. „Nach unseren Berechnungen hat die Gemeinde aber aktuell eigentlich sogar zu viele“, sagt Biedermann.

Optisch hat der Architekt schon klare Vorstellungen: „Wir wollen in keinen zu großen Kontrast zum Bestandsgebäude gehen und trotzdem zeigen, dass es ein Gebäude aus der heutigen Zeit ist.“ Heißt: Auch der Anbau wird aus Sichtbeton bestehen, „hebt sich aber durch Fenster in hellerem Farbton deutlich vom Bestand ab“.

Durch Erweiterung soll auch bestehendes Rathausfoyer schöner werden

Weil durch die Erweiterung ein Innenhof entsteht, möchte Biedermann die bestehende Eingangshalle partiell zu diesem hin öffnen und damit einladender und interessanter gestalten. „Dadurch erhält das Rathausfoyer eine Aufenthaltsqualität, die es momentan nicht hat.“

Seine Pläne wird Biedermann im Frühjahr im Gemeinderat vorstellen, inklusive Kostenschätzung. Dann soll es nach Möglichkeit auch eine Entscheidung geben. „Wir sollten das Thema auf keinen Fall zu lange vor uns herschieben“, so Rathauschef Köstler.

Romy Ebert-Adeikis

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