Diese Projekte stehen 2019 in den Gemeinden an

Gräfelfing und Gauting: Die große Jahresvorschau der Bürgermeister

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Diese Vision hat Architekt Klaus Molenaar für die Lochhamer Ortsmitte.

Gräfelfing/Gauting – Die Bagger können kommen: Welche Maßnahmen für 2019 auf der Agenda der beiden Gemeinden stehen, erklären die Bürgermeisterinnen in Hallo

„Sensibel und verantwortungsvoll den Ort weiterentwickeln“ – das hat sich Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG) auf die Fahne geschrieben. 2019 wird das vor allem für den Ortsteil Lochham gelten. Denn gleich mehrere Vorhaben sollen dort umgesetzt werden.

Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG).

So planen die Eigentümer der Gaststätte Pschorrhof einen Neubau. Das Rudolf und Maria Gunst-Haus soll modernisiert werden und neben der Michaelskirche soll ein Wohnprojekt entstehen. „All diese Entwicklungen werden in ein gemeinsames, städtebauliches Konzept gefasst – so entsteht eine richtige Lochhamer Ortsmitte“, so Wüst.

Auch auf der anderen Seite der Bahnlinie sind die Planungen vorangeschritten: Der Bauausschuss hat noch Ende 2018 einen neuen Bebauungsplan für den Jahnplatz befürwortet (Hallo berichtete), der ein neues Gebäude im Osten des Platzes vorsieht. „In den Obergeschossen könnten bis zu 22 Wohnungen Platz finden, im Erdgeschoss der Einzelhandel. Satteldächer sollen mit den bereits bestehenden Gebäuden am Platz korrespondieren“, erklärt Wüst die aktuelle Vision. Die Baugrube auf der gegenüberliegenden Seite des Jahnplatzes „kann allerdings erst gefüllt werden, wenn der Eigentümer mit der Errichtung des geplanten Geschäftshauses beginnt.“ Auch hier entstehen Wüst zufolge gerade erste Pläne.

Außerdem gehen am Lochhamer Schulcampus die Arbeiten weiter: So wird der Nordtrakt der Volksschule saniert und vollständig dem Kurt-Huber­Gymnasium zugeschlagen. Für die ebenfalls am Schulcampus geplante Dreifachturnhalle mit Schwimmbad soll Anfang 2019 ein erster Architektenentwurf fertig sein. Der Bau selbst – der ein Ersatz für die bestehende, nicht mehr sanierungsfähige Turn- und Schwimmhalle sein wird – könnte dann bis 2022 realisiert werden.

Viele Gedanken macht man sich im Gräfelfinger Rathaus auch zum Thema Wohnungsnot: „Die Metropolregion München wächst stetig. Das ist auch in Gräfelfing deutlich spürbar und verschärft den Druck auf die Wohnraumsituation“, so Wüst. Eine der Zukunftsaufgaben sei daher, zu prüfen, wo in Gräfelfing langfristig Potenzial für neuen Wohnraum besteht und auf welche Weise mögliche Projekte umgesetzt werden können. „Für drei Vorhaben im Innenbereich sind bereits städtebauliche Studien in Auftrag gegeben“, verrät Wüst. Ihr Ziel: Sich dem Siedlungsdruck nicht zu verschließen, aber den Charakter Gräfelfings zu bewahren. Das könne nicht ohne Dialog mit der Öffentlichkeit funktionieren, weswegen Informationsveranstaltungen, Bürgerwerkstätten oder die Jungbürgerversammlung auch 2019 wieder geplant sind.

Ein mögliches Thema: die Weiterentwicklung der Verkehrswege in Gräfelfing. Bereits beschlossen ist die Ausarbeitung eines konkreten Konzepts durch ein Verkehrsplanungsbüro. Mit dem Landkreis München ist man auch in Sachen der Entlastungsstraße im Gespräch.

Romy Ebert-Adeikis

Wichtigstes Ziel: Finanzen stärken

Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU).

Die Haushaltslage ist angespannt, trotzdem soll es in Gauting vorangehen. Im Interview mit Hallo spricht Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU) über die Herausforderungen und Pläne für das anstehende Jahr:

Frau Kössinger, welche Bauprojekte sind für Sie 2019 zentral?
Ein wichtiges Projekt wird der Beginn des privaten Bauvorhabens mit Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten am ehemaligen Grundschulareal sein. Außerdem soll der Neubau des Waldorfkindergartens einen Beitrag zur Verbesserung der Kinderbetreuung vor Ort leisten. Der Abriss des sogenannten Wunderlhofs an der Starnberger Straße wird die weitere Entwicklung der Flächen im Ortszentrum vorbereiten. Abgeschlossen werden kann voraussichtlich der Umbau des neuen Bürgerzentrums Stockdorf. Für unsere Senioren öffnet das Caritas Marienstift, ein privates Bauvorhaben.

Gauting hat erst nach zähen Debatten einen Haushalt aufstellen können. Das Geld ist knapp. Was erwartet die Bürger diesbezüglich?
Die Besucher des Gautinger Sommerbades müssen sich ab der kommenden Badesaison auf leichte Preisanpassungen einstellen. Ebenfalls angepasst werden mussten die Grundsteuer A sowie die Hundesteuer.

In welchem Bereich wollen Sie Gauting 2019 besonders voranbringen?
Wir werden ein Plangutachten für das Bahnhofsumfeld in Auftrag geben, um möglichst vielfältige Ideen zur Entwicklung dieses Gebietes zu erhalten. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept wird abgeschlossen und setzt langfristige städtebauliche Ziele. Das Gesamtverkehrskonzept wird verabschiedet. Alles zusammen bringt das „Gauting der Zukunft“ auf den Weg.

Und Ihr langfristiges Ziel?
Es geht um zeitnahe Lösungen, um Gauting dauerhaft aus der finanziellen Schieflage zu bringen. Das gelingt uns unter anderem dadurch, dass wir unsere Gewerbegebiete vorantreiben. Mit der Umsetzung unseres sogenannten Handwerkerhofs und dem Bebauungsplan AOA werden wir diesen notwendigen Prozess beginnen.

2018 war von aufgeheizten Debatten verschiedener Bürgergruppen geprägt. Wie wollen Sie die Gautinger wieder versöhnen?
Hitzige, politische Debatten gehören zum politischen Leben dazu. Ich werde mich weiter für den konstruktiven Austausch mit den Bürgern einsetzen. Mein Wunsch wäre es, dass alle in der Gemeinde am Schluss gewinnen und Fortschritt und Weiterentwicklung nicht auf der Strecke bleiben.

Interview: Romy Ebert-Adeikis

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