Würmtal

Gesetzeshüter im Würmtal starten Präventionskampagne zum Schutz vor Betrügern

Die falschen Polizisten haben es auf das Geld ihrer meist älteren Opfer abgesehen.
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Die falschen Polizisten haben es auf das Geld ihrer meist älteren Opfer abgesehen.

Würmtal: Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und entlocken ihren gutgläubigen Opfern oft hohe Geldbeträge. Immer öfter sind derartige Betrüger auch im Würmtal am Werk. Doch die echte Polizei schlägt nun zurück.

Die Rentnerin Edeltraud Schmidhuber gießt gerade ihre Balkonblumen, als das Telefon klingelt. Sie eilt ins Wohnzimmer und liest auf dem Display die Nummer 089/110. „Ist die „110“ nicht die Notrufnummer der Polizei?“ denkt sie sich und hebt den Hörer ab.

Am Telefon ist eine männliche Stimme zu hören. Der Mann gibt an, dass er der Kriminalhauptkommissar Kunz von der Polizei ist. Was sie nicht weiß: Der angebliche Polizeibeamte wird in den nächsten Minuten versuchen, die Rentnerin unter Vorspielung falscher Tatsachen dazu zu bewegen, ihm ihr sauer erspartes Geld auszuhändigen.

Die Namen Schmidhuber und Kunz hat die Planegger Polizei zwar frei erfunden – den Vorfall aber nicht. „Auch im Bereich der Polizeiinspektion 46 haben in diesem Jahr bereits mehrere Bürger Anzeige erstattet, nachdem sie einen solchen Anruf erhalten haben“, berichtet der stellvertretende Dienststellenleiter Jürgen Bigott. In den allermeisten Fällen hätten die Opfer „hervorragend reagiert, einfach aufgelegt und die richtige Polizei verständigt“, sagt Bigott weiter.

Weil die Polizeiinspektionen im Landkreis eine steigende Zahl an Betrugsdelikten dieser Art feststellen, wollen die Planegger Beamten nun mit einer Präventionskampagne die Bürger aufklären. Die Betrüger zu erkennen, ist trotz Rufnummernübermittlung nicht ganz einfach. „Diese Anrufe kommen meist von einem ausländischen Callcenter, die Anrufer sprechen überwiegend akzentfreies Deutsch und verfügen über polizeiliches Grundwissen aus TV und Krimiserien“, sagt Bigott. Anhand der Telefonnummer sei nicht erkennbar, dass die Anrufe aus dem Ausland kommen.

Wie man den Betrug dennoch erkennt und wie man sich dann richtig verhält (siehe Info), bringen die Beamten Bernhard Halckenhäußer, Richard Sommer und Georg Anner den Bürgern bei folgenden Infoständen näher:

• Donnerstag, 22. Juni, 16 bis 18 Uhr, Kraillinger Bibliothek, Margaretenstraße 53a.

• Mittwoch, 28. Juni, 9 bis 11 Uhr, Rathaus Neuried, Planegger Straße 2.

• Mittwoch, 5. Juli, 9 bis 11 Uhr, Planegger Rathaus, Pasinger Straße 8, und 16 bis 18 Uhr, Gräfelfinger Bürgerhaus, Bahnhofplatz 1.

• Mittwoch, 12. Juli, 16 bis 18 Uhr, Gräfelfinger Bürgerhaus, Bahnhofplatz 1.

• Donnerstag, 13. Juli, 14 bis 16 Uhr, Kraillinger Rathaus, Rudolf-von-Hisch-Straße 1.

Tipps von der Polizei: So verhalten Sie sich richtig

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe. Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen. Rufen Sie nie die am Telefon angezeigte Nummer zurück, fragen Sie beim Notruf 110 nach. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Im Zweifel wählen Sie den polizeilichen Notruf 110.

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