Geplante Bebauung auf Doemens-Grundstück verunsichert Anwohner

Angst vor dem Verkehrs-Kollaps

Nachdem die Brauakademie Doemens einen Umzug innerhalb Gräfelfings plant, will die Gemeinde auf dem bisherigen Grundstück an der Stefanusstraße Wohnungen für Familien mit geringem und mittlerem Einkommen bauen. Doch die Anwohner haben Angst, dass ihnen durch die zusätzlichen Autos der künftigen Bewohner ein Verkehrs-Kollaps droht.

Der geplante Neubau von Sozialwohnungen auf dem Doemens-Grundstück an der Stefanusstraße besorgt die Anwohner. Sie stören sich nicht an der Sozialkomponente, sondern an der Größe, die der Neubau bekommen könnte, und an der damit einhergehenden Zunahme des Verkehrs.

Günstiger Wohnraum ist auch in Gräfelfing Mangelware. Deshalb hat die Gemeinde die Hälfte des 3400 Quadratmeter großen Grundstücks erworben, um darauf sozialen Wohnungsbau im Modell der einkommens­orientierten Förderung zu realisieren. Auf der anderen Hälfte soll ein privater Bauträger Wohnungen für den freien Markt errichten. Insgesamt könnten dort bis zu 40 Wohnungen entstehen.

„Wir wollen nicht den sozialen Wohnungsbau verhindern“, betont Brigitte Urban. „Wir wollen nur keine derart massive Bebauung.“ Urban bezieht sich damit auf ein Modell, wonach auf einer Bruttogeschossfläche von 3900 Quadratmetern vier Vollgeschosse entstehen sollen. Die Anwohner kritisieren, dass das bestehende Baurecht der Brauakademie einfach auf Wohnungen umgelegt werden soll. Das gehe so nicht, sagt Verena Prusinovsky. „Die Akademie verursacht viel weniger Verkehr als eine permanente Wohnungsnutzung.“ Weder die Zufahrt, noch die Parkplatzsituation sei geklärt. Die geplante Tiefgarage reiche nicht aus, da die künftigen Bewohner schließlich auch Besuch bekämen, ergänzt Johannes Schmidt-Fischer. „Unsere Straßen sind zum Teil Spielstraßen und viel zu schmal für weitere Parkplätze.“ Zumal auch der Parkplatz von Doemens beim Neubau wegfalle.

Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG) versucht indessen, die Gemüter zu beruhigen. „Ich verstehe die Sorgen der Anwohner“, sagt sie. Allerdings sei noch keine Entscheidung über die Bebauung gefallen. Die zitierten Zahlen würden aus einem Modell einer nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses stammen, das dort eher Ablehnung erfahren habe. „Wir sind mit der Planung noch ganz am Anfang“, sagt Wüst. Die Bürger würden im Bebauungsplanverfahren auf jeden Fall noch einbezogen. Unter Zeitdruck sei man dabei nicht. „Doemens muss erst mal bauen.“ Danach hätte das Unternehmen bis zu acht Jahre Zeit, um aus dem jetzigen Gebäude auszuziehen. Die Zeit will Wüst für den Dialog nutzen. Positiv stimmt sie, dass die Anwohner die Sozialwohnungen nicht ablehnen. Über das „Aber“ werde man sprechen: „Wir werden ein Anliegertreffen anberaumen – und zwar noch bevor wir den Bebauungsplan angehen“, verspricht die Rathaus-Chefin.

Andreas Daschner

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