Neues Heizkraftwerk

Geothermie im Würmtal: Neuried will künftig Gemeinde und Bürger versorgen

Bisher versorgt eine Heizanlage nur die kommunalen Gebäude Neurieds (kleiner Kreis). Eine neue Anlage könnte die Ortsmitte Nord (mittlerer) und diverse Anwohner (großer) anschließen.
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Bisher versorgt eine Heizanlage nur die kommunalen Gebäude Neurieds (kleiner Kreis). Eine neue Anlage könnte die Ortsmitte Nord (mittlerer) und diverse Anwohner (großer) anschließen.

Neuried - Neuerungen bei der Strom- und Wärmeversorgung: Der Bauausschuss hat Alternativen für die Gemeinde vorgestellt - Hallo hat Ideen und mögliche Konsequenzen zusammengetragen

2019 wird der Altbau der Grundschule Neuried abgerissen. Das bringt auch Änderungen für andere kommunale Gebäude mit sich – etwa bei der Wärmeversorgung. Darum hat sich der Bauauschuss jüngst über Alternativen informiert und dabei auch größere Ideen entwickelt.

Das ist das Problem: 
Die aktuellen Heizkessel stehen bei der Mehrzweckhalle. Kindergarten und Rathaus werden aber über eine Leitung vom Grundschul-Altbau aus versorgt. Für die Bauzeit muss also eine Lösung gefunden werden. Dabei könnte die Versorgung auch insgesamt verändert werden.

Das sind die Ideen:
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) soll die bisherige Anlage verstärken, im Sommer gar ersetzen. Da es gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt, erhöht es die Effizienz der Anlage. Im Gespräch sind zwei Varianten: ein kleineres BHKW mit mit einer Leistung von 50 Kilowatt (Wärme) bzw. 20 Kilowatt (Strom) und ein größeres mit 87 bzw. 54 Kilowatt. Ein Teil des Stroms könnte so ins Netz eingespeist werden und Geld einbringen.

Das soll es kosten:
Momentan gibt Neuried im Jahr rund 100 000 Euro für Wärme und Strom aus. Das kleinere BHKW würde einmalig geschätzt 40 000 Euro und jährlich 88 000 Euro kosten, die größere Variante einmalig 70 000 Euro und 71 000 Euro jährlich.

So betrifft es die Neurieder:
Auch nichtkommunale Gebäude könnten an die neue Anlage angeschlossen werden. Im Fokus ist die geplante Ortsmitte Nord mit dem Rathaus-Neubau, Wohnungen und Geschäfte. Aber auch Gebäude in der Münchner Straße und „Am Haderner Winkel“ könnten dazukommen, sobald deren Heizung erneuert werden muss und die Eigentümer zustimmen. Die Gemeinde müsste überlegen, ob sie eine Betreibergesellschaft einschaltet.

Das wurde beschlossen:
Die Ideen werden weiter untersucht. Konkrete Pläne dafür sollen aber erst die Architekten für den Grundschulneubau vorlegen. 

Romy Ebert-Adeikis

Geothermie im Würmtal

In Poing (München) existiert bereits eine Geothermieanlage. So ähnlich könnte es bald auch in der Gemeinde Neuried aussehen.

Heizen mit heißem Wasser aus 3000 Metern Tiefe: Das ist in Neuried – anders als in München – bislang nur am Rande Thema. Die Gemeinde wird in Sachen Geothermie zu Planegg und Gräfelfing gezählt. „Die Bohrrechte liegen bei Gräfelfing“, sagt Neurieds 3. Bürgermeister Dieter Meier. Es werde aber diskutiert, ob Neuried zumindest oberflächennahe Erdwärme nutzen oder über Leitungen von der Gemeinde Gräfelfing mitversorgt werden kann.

Dort rückt Geothermie inzwischen in greifbare Nähe. Nach Informationen des Münchner Merkurs laufen aktuell Vertragsverhandlungen mit externen Partnern. Eine Einigung ist der Geschäftsführerin der Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH, Elisabeth Breiter, zufolge noch heuer möglich. Baubeginn könnte 2020 sein.

Am weitesten ist man bereits in Gauting: Im Unterbrunner Holz soll bereits in einem Jahr Wasser aus der Tiefe gefördert werden. Das teilte die Asto-Gruppe, die wie die Gemeinde an dem Projekt beteiligt ist, kürzlich mit. In der Wintersaison 2020 sollen erste Häuser und Firmengebäude mit dem heißen Wasser beheizt werden. Gebohrt werde dafür zwischen dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen und dem geplanten Gewerbegebiet an der A 96.

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