Gauting jugendfreundlicher machen

Gautinger Jugend erhebt Stimme: Jugendbeirat nach 20 Jahren wieder gegründet

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Vertreten die Jugendlichen (hi. v. li.): Gabriel Knoll, Ferdinand Bachmair, Martin Eisnitz, Tarek Luft, Daniel Knaier sowie (v. v. li.) Tristan Häuser, Louisa Mölm, Mark Höchstetter und Tino Langer.

Nach 20 Jahren wurde jetzt wieder ein Jugendbeirat in Gauting gegründet. Die Liste konkreter Ideen ist dabei bereits lang – vom Ausbau des Radnetzes über mehr Sportplätze ist alles dabei.

Gauting – Mit Ende 20 und Mitte 40 gehören Benedikt Kössinger (CSU) und Tobias McFadden (Piraten) wohl nicht mehr zwingend zur Jugend. Dennoch waren die beiden Gemeinderäte in Gauting bislang deren Vertreter. Das wollten sie jetzt ändern: Darum haben sie 20 Jahre nach Auflösung des letzen Gautinger Jugendbeirats eine Wiedergründung initiiert.

Dessen Mitglieder wurden jetzt gewählt. Tristan Häuser (20) ist einer der neun neuen Beiräte: „Wir wollen die Jugend vertreten, weil im Gautinger Gemeinderat nur die ältere Generation sitzt“, erklärt er. Ihre Vertreter hatten die Jugendlichen selbst bestimmt. Bei einer Jungbürgerversammlung stellten sich 15 Kandidaten den rund 50 Interessierten zwischen zwölf und 25 Jahren vor. Ihr Tenor: Gauting jugendfreundlicher machen.

Die Liste konkreter Ideen ist dabei bereits lang

• Mehr und bessere Radwege: „Ich bin dauernd in Gauting mit dem Rad unterwegs. Dass es so wenige Fahrradwege gibt, ist nervig“, sagt der 19-jährige Tarek aus Stockdorf. Auch bestehende Radwege seien problematisch. So lautete ein weiterer Vorschlag der Jugendlichen, den Radstreifen an der Germeringer Straße besser zu markieren.

• Mehr Sportplätze: Neben Freibad und Kino gibt kaum gute Treffpunkte für die Jugend. „Unsere Skateranlage sollte schon längst erweitert werden, aber es passiert nichts“, ärgert sich der Zwölfjährige Mark. „Ich will dafür sorgen, dass wir selbst gemeinsam daran bauen.“

• Bessere Zusammenarbeit mit Vereinen: Gleich fünf Mitglieder des neuen Jugendbeirats sind auch beim Kulturspektakel Gauting aktiv. „Als Verein ist es manchmal schwer, seine Inte­ressen bei der Gemeinde durchzusetzen. Über den Beirat können wir unsere Anliegen nochmal einbringen“, hofft Student Gabriel (20).

• Neuer Treff: Mit Grillplatz und Tischtennisplatte ist die Würm-Badestelle an der Grubmühlerfeldstraße ein beliebter Partytreff – zum Ärger der Anwohner. „Aber wir brauchen einen Ort an dem wir uns entfalten können. Einfach ganz wegbleiben, wie viele sich das wünschen, können wir nicht“, sagt Feuerwehr-Jugendausbilder Martin (19).

Der Jugendbeirat kann Anträge an den Gemeinderat stellen und hat bei relevanten Themen ein Rederecht. Die Jugendreferenten Benedikt Kössinger und Tobias McFadden haben nur noch eine beratende Rolle. Der Beirat soll sich mindestens vier Mal im Jahr treffen und bekommt im Gemeindehaushalt einen eigenen Etat zur Organisation von Veranstaltungen. Romy Ebert-Adeikis

Stoppt die Eskalation! Partys rauben den Gautingern den letzten Nerv

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