Noch bis Ende des Jahres soll der Skaterpark 6 neue Elemente haben

Erweiterung der Gautinger Skater-Anlage: Helfer beklagen fehlende Infos

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Visualisierung, wie der Skatepark einmal aussehen soll

Der Ausbau der Skateranlage soll laut Gemeinde ein pädagogisch wertvolles Beteiligungsprojekt werden. Warum die zukünftigen Helfer davon allerdings noch nicht viel wissen, erfahren sie hier...

15 Jahre nach ihrem Aufbau soll die Gautinger Skater-Anlage deutlich erweitert werden. Während die Gemeinde damit wirbt, dass auch jugendliche Nutzer freiwillig Hand anlegen werden, wundern sich diese: Sie haben von den konkreten Plänen nur aus der Zeitung erfahren.

Ein trostloses Asphalt-Viereck und ein Hindernis mit mehr Graffiti als Schrägen: Das ist im Kern die Gautinger Skater-Anlage an der Leutstettener Straße. Die geschwungene Eisenstange, die ebenfalls auf dem Platz steht, zählt Pius Kramer (20) nicht wirklich dazu. „Das Ding ist eigentlich unfahrbar. Ich kenne nur eine Person, die diese Hillslide gestanden hat und die ist extra dafür nach Gauting gekommen.“

 Doch die Gautinger selbst meiden die Anlage, erzählt der junge Scooter-Fahrer: „Außer mir nutzt sie fast keiner und ich fahre auch viel lieber in Planegg oder Germering. Hier ist einfach zu wenig Platz“, so Kramer.

Pius Kramer, vor dem einzigen „richtigen“ Skate-Element, das es derzeit bei der Anlage gibt.

Noch bis Ende des Jahres soll der Skatepark sechs neue Elemente bekommen

Doch das könnte sich bald ändern. In seiner letzten Sitzung hat der Gautinger Bauausschuss eine Erweiterung der 15 Jahre alten Skater-Anlage gegenüber vom Gautinger Sportclub verabschiedet. Sechs neue Elemente sind geplant, darunter etwa eine kleine Halfpipe (Mini-Ramp), eine Rundbank und ein Flachrail als Ersatz für die komplizierte Hillslide.

 „Eine Realisierung ist noch im Jahr 2019 geplant“, teilt Gemeindesprecher Maximilian Olberding auf Nachfrage mit. Nur die Genehmigung des Landratsamts Starnberg steht noch aus.

Gemeinde bewirbt Erweiterung als „pädagogisch wertvolles Beteiligungsprojekt“

Bis zu 20.000 Euro sollen jetzt investiert werden, um die Attraktivität des Skateparks zu steigern. Wie die Jugendreferenten der Gemeinde hat auch Pius Kramer das schon seit Jahren gefordert. „Eine Mini-Ramp wäre von Anfang an für die Anlage ideal gewesen, nimmt nicht viel Platz weg und bietet viele Möglichkeiten“, so der 20-Jährige.

 Dafür hatte er sogar angeboten, mit ein paar Freunden beim Aufbau zu helfen. Dass die Erweiterung jetzt viel größer werden soll, kam für Kramer aber überraschend. „Von der Gemeinde habe ich nichts davon gehört, dass das jetzt mehr als die Mini-Ramp werden soll“, so der Scooter-Fahrer. „Das habe ich aus der Zeitung erfahren.“

Visualisierung, wie der Skatepark einmal aussehen soll

Gleichzeitig bewirbt die Gemeinde die Erweiterung der Skater-Anlage auch mit dem Engagement der Nutzer. So sagte Gemeindesprecher Olberding gegenüber dem Münchner Merkur, dass die Aufrüstung der Anlage ein pädagogisch wertvolles Beteiligungsprojekt werde. „Hierzu können unter anderem die Kontakte der gemeindlichen Jugendreferenten, des neugewählten Jugendbeirats und des gemeindlichen Jugendzentrums genutzt werden“, so Olberding auf Hallo-Nachfrage.

Jugendreferent: Rechtzeitig vor Umbau kommt Hilfe-Aufruf an Jugendliche

Jugendreferent Tobias McFadden klärt den Widerspruch zwischen der Darstellung der Gemeinde und der Verwunderung der Helfer auf: „Es ist das Konzept des ausgewählten Anlagenbauers, dass der Aufbau immer zusammen mit Jugendlichen erfolgt.“ Dafür müsse das Konzept aber erst auch vom Landratsamt abgesegnet sein, unter anderem muss dieses noch ein Lärmgutachten bewerten. „Aber rechtzeitig bevor der Umbau wirklich losgeht, werden wir einen Aufruf an Jugendliche machen, uns dabei zu helfen.“

Früherer Artikel: Gautinger Jugend erhebt Stimme: Jugendbeirat nach 20 Jahren wieder gegründet

Quelle: rea/fb

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