Der heiße Sommer verheißt auch für 2019 keine Besserung

Dieser Schädling frisst Löcher in den Wald: Borkenkäfer-Alarm im Würmtal

2500 Kubikmeter Holz haben (von links) Forstrevierleiter Franz Jäger, Forstarbeiter Franz Ruhdorfer und Ludwig Groß von der Waldgenossenschaft heuer aus dem Buchendorfer Wald geholt.
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2500 Kubikmeter Holz haben (von links) Forstrevierleiter Franz Jäger, Forstarbeiter Franz Ruhdorfer und Ludwig Groß von der Waldgenossenschaft heuer aus dem Buchendorfer Wald geholt.

Gauting - Schlechte Nachrichten für die Waldbestände im Würmtal: Der Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch und richtet erhebliche Schäden an - Hallo hat bei den Betroffenen nachgehakt

Rund 225 Hektar besitzt die Waldgenossenschaft Gauting im Buchendorfer Wald. Auf gut acht steht seit diesem Jahr keine einzige Fichte mehr. Der Grund: massiver Borkenkäfer-Befall. „Wir können nur hoffen, dass die Population irgendwann zusammenbricht“, sagt Vorsitzender Ludwig Groß. 2500 Kubikmeter Holz musste er in diesem Jahr aus dem Wald schlagen. „Vor 2017 waren es noch maximal 150 Kubikmeter im Jahr“, so Groß.

„Inzwischen befällt der Borkenkäfer auch Wälder auf besseren Standorten“, hat Franz Jäger, Forstrevierleiter in Gauting und Krailling, beobachtet. Das gilt auch für den Buchendorfer Wald. „Außerdem ist der Käfer seit diesem Jahr nicht mehr nur an Wald­rändern aktiv. Er zieht sich in den Altbestand zurück und frisst dort Löcher in den Wald.“ Der heiße und lange Sommer 2018 helfe dem Schädling zudem, sich noch rasanter zu vermehren.

Rund 225 Hektar besitzt die Waldgenossenschaft Gauting im Buchendorfer Wald. Auf gut acht steht seit diesem Jahr keine einzige Fichte mehr.

Nördlich von Gauting sieht es in Sachen Borkenkäfer nur etwas besser aus. „Es sind heuer viele verschiedene Flächen betroffen, wenn auch oft nur mit wenigen Bäumen“, erklärt Gerrith Hinner, der als AELF-Forstrevierleiter unter anderem für Planegg, Gräfelfing und Neuried zuständig ist. Er appelliert daran, konsequent alle von Windwurf betroffenen Bäume, in denen der Schädling gern lebt, aus dem Wald zu holen. „Sonst droht nächstes Jahr eine Katastrophe.“

Langfristig hilft nur eine Durchmischung der Fichtenwälder mit anderen Bäumen. Das hat auch die Waldgenossenschaft erkannt und will nun Tannen, Douglasien oder Laubbäume pflanzen. 

rea

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