Die Großbauprojekte im Würmtal 2021

Neue Quartiere, ein Zuhause für Doemens und vielleicht ein U-Bahn-Spatenstich

Der Innovationscampus in Neuried im Bau im Januar 2021.
+
Eines der Großprojekte im Würmtal, das 2021 - zum Teil - beendet werden soll: der Neurieder Innovationscampus.
  • Romy Ebert-Adeikis
    vonRomy Ebert-Adeikis
    schließen

Trotz Corona-Pandemie kein Stillstand: In den Kommunen im Würmtal stehen auch 2021 zahlreiche große Bauvorhaben an. Hallo hat den Überblick über die Projekte...

Gräfelfing: Bürgermeister hofft auf Sporthallen-Baubeginn im Herbst

Viel zu tun gibt es in diesem Jahr für das Gräfelfinger Bauamt: Aktuell starten etwa die Arbeiten am Kindergarten „Spatzennest“ in der Steinkirchner Straße. Dieser musste 2020 wegen eines Wasserschadens zum Teil abgerissen werden. „Wenn alles gut läuft, sind die neuen Räume in einem Jahr nutzbar“, sagt Bürgermeister Peter Köstler (CSU).

Ein Teil des Kindergartens „Spatzennest“ an der Steinkirchner Straße Gräfelfing musste 2020 wegen eines Wasserschadens abgerissen werden.

Für die Sanierung und Umgestaltung des Volksschul-Nordtrakts am Schulcampus wird gerade der Architekt ausgeschrieben. Die Bautätigkeit soll dann bis 2022 laufen.

Priorisiert vorangetrieben wird die finale Planung für die neue Dreifeldhalle mit Schwimmbad. Noch in der ersten Jahreshälfte soll die Baugenehmigung stehen. „Ich hoffe, dass es schon im Herbst einen sichtbaren Baubeginn gibt“, so Köstler. Das Bauprojekt hatte sich wegen des Protests einer Bürgerinitiative und einem darauf folgenden Ratsentscheid mehrere Monate verzögert.

Den Schritt von Planung zur Realisierung soll dem Rathauschef zufolge 2021 auch der Umbau des Rudolph-und-Maria-Gunst-Hauses gehen. Anders sieht es beim Umbau des Bürgerhauses aus: Der geplante neue Eingang mit Glasturm bereitet unter anderem energetisch noch Probleme. „Dafür wird jetzt noch eine alternative Massivbauvariante erarbeitet“, sagt Köstler.

Eingeweiht werden kann heuer die Kneipp-Anlage an der Würm, voraussichtlich im März oder April.

Und ein privates Großprojekt: Im Herbst wird die Brauakademie Doemens ihr neues Schulgebäude in der Lohenstraße vollenden. Direkt im Anschluss steht der Auszug aus den Häusern in der Stefanusstraße an. „Darum werden wir uns im Gemeinderat schon bald damit beschäftigen, was mit dem Gelände passiert“, so der Rathauschef.

Bisher hat die Brauakademie Doemens ihre Gebäude an der Stefanusstraße in Gräfelfing.

Neuried: Ein neues Quartier folgt dem nächsten

Wie schon 2020 ist Neuried im Baufieber. „Gespannt warten wir auf die Fertigstellung des Neurieder Innovationscampus, die Rohbauten der Wohnungen sollen im April 2021 fertig werden“, so Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) gegenüber Hallo. Im Anschluss können Wohnungs-­Interessenten dann auch Bewerbungen einreichen. Auf dem Areal hatte bis 2018 die Textilfabrik Hettlage gestanden.

Der Rohbau für Wohnungen am ehemaligen Hettlage-Areal soll im April beendet sein.

Auf der anderen Seite der M4 nach Gauting geht das Bauen in diesem Jahr erst los: Am „Südlichen Maxhofweg“ soll in elf Gebäuden Wohnraum für bis zu 300 Menschen entstehen. „Damit geht auch die Umsetzung des AWO-Kinderhauses Zauberwald einher“, sagt Zipfel. Dieses wird von seinem bisherigen Standort an der Zugspitzstraße an das neue Quartier verlegt.

Große Fortschritte erwartet Zipfel auch beim Neubau für die Neurieder Grundschule. Ihm zufolge wird das Untergeschoss – in dem auch die Musikschule ein neues Zuhause findet – bereits im September in Betrieb gehen. Der Rest des Gebäudes soll bis Februar 2022 fertig sein. Das neue Gebäude war nötig geworden, weil der Altbau der Grundschule zu marode für eine Sanierung gewesen war.

In der Gautinger Straße könnte der Verkehr ab Ende April wieder reibungslos fließen. Die Umbauarbeiten, um die Straße im Ortskern von Neuried sicherer zu machen, sollen bis dahin vollständig beendet sein.

Planegg: Grundschulsanierung soll enden, Tiefgaragenbau starten

Für große Sprünge fehlt Planegg 2021 das Geld, dessen ist sich Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) bewusst. „Schon unter meinem Vorgänger war der Finanzplan für Planegg recht dünn, weil so viele Projekte begonnen wurden.“

Zumindest eines davon will die Gemeinde heuer endlich abschließen: die Kernsanierung der Planegger Grundschule. Nafzigers Ziel: Die Arbeiten am dritten Bauabschnitt zu den Sommerferien zu beenden. „Ich hoffe, dass uns Handwerker und Planungsbüro in der Hinsicht nicht nochmal im Stich lassen.“ Immer wieder war es bei der Sanierung zu Verzögerungen gekommen, auch die Kosten haben sich um fast drei Millionen auf 13,6 Millionen Euro erhöht.

Ebenfalls 2021 abgeschlossen werden soll das Parkdeck für die geplante U-Bahn-Station in Martinsried. Für diese selbst liegen die Planungen „gut in der Zeit“, so Planeggs Bürgermeister. „Wenn wir Glück haben, können wir Ende des Jahres vielleicht schon den Spatenstich für die U-Bahn setzen.“ Spätestens 2022 sollen die Arbeiten unter der Erde beginnen.

Die Gemeinde baut heuer auch in der Münchner Straße 15b und 15c. Dort entstehen zwei Neubauten mit insgesamt 16 Wohnungen. Dabei soll es aber nicht bleiben, verrät Nafziger. „Wir werden uns auch die bestehenden Gebäude vornehmen müssen, weil sie sanierungsbedürftig sind.“ Ob eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoller ist wird sich dem Rathauschef zufolge noch in diesem Jahr entscheiden müssen.

An der Münchner Straße in Planegg entstehen heuer 16 neue Wohnungen.

Inwieweit heuer die Umgestaltung des Planegger Bahnhof­areals startet, ist noch nicht ganz geklärt. So hängt der Bau eines Bike&Ride-Hauses durch die Gemeinde noch davon ab, ob die Bebauungspläne dafür abgesegnet werden. Mit dem Abriss der Festhalle auf dem Gelände der Gaststätte Heide Volm rechnet Nafziger Mitte des Jahres. Die Eigentümer befänden sich aktuell in letzten Verhandlungen. Auf dem Areal soll unter anderem ein Supermarkt entstehen.

Planeggs Bürgermeister rechnet Mitte 2021 mit dem Abriss der Festhalle der Gaststätte von Heide Volm.

Ein weiteres Millionenprojekt wird 2021 aber sicher gestartet: die Sanierung der Tiefgarage am Planegger Marktplatz. „Die müssen wir jetzt angehen, dort wurde 30 Jahre nichts gemacht, so dass es jetzt strukturelle Probleme gibt“, sagt Nafziger. Weil Dauerparker auch während der Modernisierung auf ihre Stellplätze angewiesen sind, werden die Bauarbeiten nur langsam vorankommen. „Das könnte bis 2023 dauern und um die fünf Millionen Euro kosten.“

Die Westumfahrung für Martinsried sei hingegen auf der Prioritätenliste der Gemeinde weit hinten, so Nafziger. Um Großprojekte wie dieses in Zukunft finanziell stemmen zu können, sei es wichtig, neues Gewerbe nach Planegg zu locken. „Wirtschaftsförderung steht bei mir 2021 ganz weit oben auf der Agenda“, so der CSUler. Dabei gelte es auch, „das Maximum aus unseren Gewerbegebieten zu machen. Wir müssen diese modernisieren und verdichten.“

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Digitalisierung der Schulen und Verwaltung in Planegg. „Da ist viel liegengeblieben in den letzten Jahren.“ Anfang des Jahres hat das Rathaus schon eine neue Telefonanlage erhalten.

Krailling: Ortsmitte wird ab März weiter gestaltet, neue Kita im Mai

Krailling arbeitet 2021 weiter an der Umgestaltung seines Zentrums. „Wir beginnen mit dem zweiten Bauabschnitt im März und wollen damit Ende November fertig sein“, verspricht Bürgermeister Rudolph Haux (FDP).

In der Zeit wird aber nicht nur die Margaretenstraße saniert. Parallel dazu sollen die Ludwig- und Rosenstraße zu verkehrsberuhigten Zonen umgestaltet werden.

Voraussichtlich ab 1. Mai wird auf dem Areal der ehemaligen Schusteralm in ein Waldkindergarten den Betrieb aufnehmen. Als Unterschlupf bei schlechtem Wetter sind zwei Bauwagen mit Gasheizung, Wasser- und Strom­anschluss vorgesehen. Laut dem Betreiber – „Die kleinen Ritter“ aus Gräfelfing – soll dort eine Gruppe für 18 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren entstehen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Schusteralm sollen ab Mai 18 Kinder in einem Waldkindergarten betreut werden.

Die Erweiterung des Caritas-­Altenheims Maria Eich wird hingegen auch in diesem Jahr noch nicht starten. Dort soll in einem Neubau ein Betreutes Wohnen eingerichtet werden. „Es stehen noch letzte Entscheidungen an – etwa zum Bannwaldausgleich“, sagt Haux. Zudem verzögert ein bürokratischer Fauxpas das Projekt: Eine Auslegung des Bebauungsplans musste Mitte Januar wegen eines formellen Fehlers abgebrochen werden.

Erst jetzt liegt eine korrigierte Version öffentlich aus. Diese kann bis Donnerstag, 18. Februar, eingesehen werden. „Es ist derzeit angedacht, die Abwägung im Gemeinderat am Dienstag, 23. Februar, durchzuführen“, sagt Bauamtsleiter Sebastian Beel. „Ein Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 geplant.“

Ein wichtiges Thema für Krailling ist heuer auch die Sanierung der Grundschule. „Wir haben einen Plan, aber noch keine Ahnung, wo das Geld dafür herkommen soll“, so der Rathauschef . 2021 müsse die Gemeinde nochmal alle Möglichkeiten prüfen „und sich vielleicht von dem ein oder anderen Wunsch verabschieden“. Neben einer Sondersitzung zu dem Thema ist im ersten Quartal des Jahres auch eine Besichtigung der Grundschule vom Gemeinderat angedacht.

Die Grundschule Krailling muss dringend saniert werden - wie, ist noch nicht ganz klar.

Gauting: Quartier am alten Grundschulareal ab Sommer bereit zum Bezug

Nach zwei Jahren Bauzeit wird 2021 in Gauting der Sontowski-­Bau am früheren Grundschulareal beendet. „Voraussichtlich sind wir im August fertig“, sagt Sontowski-Sprecherin Kirsten Bauseler. Bereits abgeschlossen ist der Rohbau der drei fünfgeschossigen Gebäude. Bis zum Sommer wird alles für den Einzug von Supermarkt, Drogerie, Arztpraxen und weiteren Läden vorbereitet.

Im Februar beginnt die Vermietung der 52 Wohneinheiten. Ende 2020 wurde der Komplex bereits vom Münchner Investor Kingston gekauft.

2018 sah das ehemalige Grundschulareal in Gauting noch so aus. Im August 2021 soll dort ein Wohn- und Geschäftskomplex mit drei Gebäuden fertiggestellt werden.

Vorankommen will die Gemeinde bei der Entwicklung von Gewerbegebieten. „Am weitesten gediehen ist der Handwerkerhof“, so Sprecherin Charlotte Rieboldt. Der Bebauungsplan für das Areal am Kreisverkehr Ammerseestraße/Kraillinger Straße stehe kurz vor dem Satzungsbeschluss. Parallel würden Grundstücksverhandlungen mit interessierten Betrieben geführt.

Für das Gewerbegebiet Gautinger Feld werden auf Antrag der Gemeinde gerade Gutachten erstellt. Verhandelt wird derzeit noch zum Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz.

Besonders umstritten: Wo einst der Apparatebau AOA war, soll ein neues Quartier mit Supermarkt und 300 Wohnungen entstehen.

Noch keine sichtbaren Fortschritte wird es 2021 bei der Entwicklung des Quartiers am AOA-Gelände geben. „Die durch den Gemeinderat gefassten Beschlüsse über die Zielsetzungen für die Entwicklung des Areals müssen nun inhaltlich konkretisiert werden“, so Rieboldt. Darauf aufbauend werden Entwürfe für zwei Bebauungspläne erstellt, an denen noch heuer Öffentlichkeit und Behörden beteiligt werden.

Romy Ebert-Adeikis

Auch interessant:

Meistgelesen

Impfzentrum Planegg eröffnet: Bis zu 200 Immunisierungen am Tag
Impfzentrum Planegg eröffnet: Bis zu 200 Immunisierungen am Tag
Ärger um Brücke in Lochham - Bürger wollen Petition gegen neue Würmbrücke starten
Ärger um Brücke in Lochham - Bürger wollen Petition gegen neue Würmbrücke starten
Planeggs neuer Bürgermeister im Interview: "Die nächsten Jahre werden schwierig"
Planeggs neuer Bürgermeister im Interview: "Die nächsten Jahre werden schwierig"

Kommentare