Krailing offen für neue Mobilität

Ist der autonome Bus nur Zukunftsmusik?

Seit Oktober fährt in Bad Birnbach dieser autonome Bus. In Krailling dürfte so ein Vehikel noch auf sich warten lassen.
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Seit Oktober fährt in Bad Birnbach dieser autonome Bus. In Krailling dürfte so ein Vehikel noch auf sich warten lassen.

Krailing - Ein Bus, der ganz von alleine durchs Viertel fährt? Der Gemeinderat ist offen für neue Mobilität – die Bürgermeisterin sieht das Pilotprojekt aber skeptisch

Christine Borst

Ein Bus, der von allein durch Krailling fährt – Bürgermeisterin Christine Borst (CSU, kl. Bild) zufolge wird das in den kommenden Jahren noch keine Realität sein. Zwar hat der Gemeinderat erst kürzlich mit 15 zu 5 Stimmen einen Antrag von Mathias Walterspiel angenommen, bei dem sich die Gemeinde dazu verpflichtet, sich etwa bei der Deutschen Bahn darum zu bemühen, für etwaige Pilotprojekte ausgewählt zu werden. Überzeugt ist Borst aber nicht – vor allem, seit sie im niederbayerischen Bad Birnbach ein ebensolches Pilotprojekt gesehen hat. Dort fährt seit Oktober ein autonomer Minibus durch den Ort. „Der ist noch in der Erprobungsphase“, ist Borst ernüchtert. So müsse jede Fahrt von einem Angestellten begleitet werden, das Zukunftsmobil fährt zudem nur 15 Kilometer pro Stunde. „Wo soll so ein langsamer Bus denn bei uns fahren?“, fragt sie sich. „Wir behalten das im Auge, aber akut ist das für uns kein Thema.“

Anders sieht das Walterspiel selbst. Seiner Meinung nach verfügt die Gemeinde über zwei „ideale Teststrecken“ – vom S-Bahnhof Planegg zur Kraillinger Ortsmitte sowie zum Gewerbegebiet KIM. Er glaubt, dass dort bereits in drei Jahren Fahrten realisiert werden könnten. Dabei kann Walterspiel Borsts Kritik an dem Bad Birnbacher Modell sogar nachvollziehen, wie er Hallo sagt. Seine Vision geht über dieses aber hinaus. „Ich möchte verschiedene Mobilitäts-Systeme kombinieren“, sagt der CSU-Gemeinderat. Konkret geht es um Elemente des Carsharings, der Rufbusse, der Straßen- und Gondelbahnen. Seine Idee: Nutzer sollen sich für den Bus registrieren, der nur fährt, wenn es genug Passagiere gibt. Mittels Chip könnte ein registrierter Mitfahrer den Bus starten und per Notknopf auch stoppen. Er müsste dafür auf den Straßenverkehr achten. So könne der autonome Bus auch bis zu 30 km/h fahren, ohne das rechtliche Probleme auftauchen, sagt Walterspiel. Stattdessen könne er sich vorstellen, auf den Teststrecken auch die Geschwindigkeit für den normalen Verkehr zu reduzieren. Das mache eine Fahrt mit dem Zukunftsbus sicherer – „und vielleicht für Autofahrer auch attraktiver“. rea

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