Aus für Duathlon?

Auslaufmodell? Neue Sicherheitsregeln überfordern die Organisation

Zwischen zwei Laufparts müssen Duathleten in Krailling eine Strecke mit dem Rad absolvieren.
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Zwischen zwei Laufparts müssen Duathleten in Krailling eine Strecke mit dem Rad absolvieren.

Krailling -  Duathlon in Not: Verschärfte Sicherheitsvorschriften bringen den Veranstalter nicht nur in finanzielle Nöte

Zum 25. Mal gehen heuer im Würmtal rund 300 Profi- und Hobbysportler beim Kraillinger Duathlon an den Start. Die Veranstaltung findet dieses Mal am Sonntag, 6. Mai statt. Aber ihre Zukunft ist ungewiss: „Ich habe Angst, dass es der letzte Duathlon wird“, sagt Organisator Jan Heller vom TV Planegg-Krailling. 

Der Grund: Weil die Polizei in diesem Jahr die Anforderungen an die Sicherheit für die 21-Kilometer-lange Radstrecke durch den Kreuzlinger Forst deutlich erhöht hat, müssen statt 29 über 50 Streckenposten aufgestellt werden. „Es war schon immer schwierig, dafür Freiwillige zu finden“ sagt Heller, der den Duathlon seit zehn Jahren organisiert. Letztlich seien fast die gesamte Vereinsjugend und deren Eltern eingesprungen. 

Organisator Jan Heller vom TV Planegg-Krailling fürchtet um die Zukunft des Sportevents.

Zudem droht dem Veranstalter zum Jubiläum ein finanzielles Debakel. „Wahrscheinlich werden wir erstmals Miese machen“, fürchtet Heller. Hat er bislang mit der Gemeinde Krailling notwendige Verkehrssperrungen geplant, forderte die Polizei diesmal, dafür eine professionelle Firma zu engagieren. Und anstatt kleine Forstwege mit Flatterband abzuriegeln, müssen überall Schilder aufgestellt werden. Kosten von insgesamt 2500 Euro kommen so für den Verein zusammen. „Die Kröte müssen wir schlucken. Für 2019 muss aber überlegt werden, inwieweit die Veranstaltung sinnvoll weitergeführt werden kann.“ Im Gespräch sind Streckenkürzungen oder Erhöhungen der Startgelder. 

Die Polizei begründet die Änderungen mit Sicherheitsrisiken im vergangenen Jahr. „Damals wurde die Straße für den Verkehr geöffnet, bevor alle Teilnehmer durch waren“, so Ernst Wiedemann, Dienststellenleiter der Polizei Gauting. Tatsächlich sei 2017 eine von der Feuerwehr betreute Sperrung zu früh aufgehoben worden, bestätigt Heller. „Wegen dieses Lapsus der Feuerwehr bräuchten wir aber nicht die vielen Streckenposten in diesem Jahr“, findet er – zumal bei anderen Sportevents dieser Art laut Heller zum Teil deutlich laschere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. 

Romy Ebert-Adeikis

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