Pro und Contra im Gespräch

Abstimmung über Grundschulareal: Bauen oder nicht bauen...

Am 15.4. stimmen die Bürger in einem Ratbegehren über die Bebauung des alten Grundschulareals ab.
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Am 15.4. stimmen die Bürger in einem Ratbegehren über die Bebauung des alten Grundschulareals ab.

Gauting - Gespaltenes Viertel: Im Zentrum soll ein Grundschulareal bebaut werden - oder eben nicht. Hallo sprach mit beiden Seiten

Bauen oder nicht bauen, das ist am 15. April in Gauting die Frage. Dann stimmen die Bürger bei einem Bürger- und einem Ratsbegehren über die Bebauung des alten Grundschulareals (Foto) neben dem Bahnhof ab. Aktuell werden die Wahlunterlagen verschickt. Die Bürgerinitiative „Gauting­Aktiv“ ist gegen die bisherigen Planungen der Gemeinde. Diese will an dem Bau, der einen Supermarkt, eine Drogerie und etwa 60 Wohnungen beinhalten soll, festhalten – genauso wie die zweite Bürgerinitiative „Zukunft Gauting“. Mit Plakaten werben die beiden Initiativen in ganz Gauting um die Stimmen der Bürger. Aber was wollen sie konkret bezwecken? In Hallo erklären die Sprecher beider Seiten – Eckard Müller-Guntrum und Fred Rauscher – um was es ihnen bei der Diskussion um die Gautinger Ortsmitte vor allem geht. Romy Ebert-Adeikis

Pro und Contra: Zukunftsprojekt oder unnützer Baukoloss in Gautings Mitte?

Fred Rauscher von „Zukunft Gauting“:

„Gauting braucht Zukunft und keine Brache auf dem ehemaligen Grundschul­areal. Die vorliegenden Pläne sind überzeugend: ein großer Edeka-Markt, ein dm-Markt, Räume für Arztpraxen und dringend benötigte Wohnungen. Der Gemeinderat hat diese mit überwältigender Mehrheit angenommen. Wir sind überzeugt, dass die Pläne die richtigen für unsere Ortsmitte sind. Letztlich profitiert die ganze Bahnhofstraße davon, wenn sich mehr Menschen zum Einkaufen im Ort aufhalten und nicht das Auto nehmen müssen. Wir wollen, dass endlich etwas vorwärts geht! Wir wollen, dass Gauting lebenswert bleibt und die Mitte unserer Gemeinde ein Angebot für alle Menschen bereithält. Wir wollen keine Brache und keinen Stillstand. Aus juristischen Gründen käme es nämlich genau dazu, wenn die Pläne abgelehnt werden. Wir wollen nicht, dass eine kleine, aber aktive Gruppe die Zukunft unserer Gemeinde mit Unwahrheiten torpediert. Und wir wollen nicht, dass für andere Bereiche – wie Schwimmbäder, Kindergärten etc. – kein Geld mehr da wäre. Deshalb: Ein Ja zum Ratsbegehren am 15. April ist ein Ja zur Zukunft unserer Gemeinde.“

Eckard Müller-Gutrum von „GautingAktiv“:

„Die Bürgerinitiative ist entstanden, als das Ergebnis der Bebauung des „Baderhofs“ sichtbar wurde: ein auf weitgehende Ablehnung stoßender Kolossalbau. Daraufhin kamen für das Grundstück am Bahnhof binnen kurzer Zeit knapp 3000 Unterschriften für eine ortsverträglichere Bebauung zusammen. Eine „jahrelange Brache“ muss keineswegs die Folge des Bürgerbegehrens sein. Auch „GautingAktiv“ befürwortet eine rasche Bebauung einschließlich Super- und Drogeriemarkt, wenn auch deutlich weniger erdrückend und mit klügerer Verkehrs- und Parkplatzplanung. Bei gutem Willen aller Beteiligten ließe sich rasch ein Kompromiss finden. Das finanzielle Risiko für die Gemeinde sieht „GautingAktiv“ trotz knapper werdender Haushaltsmittel nicht: Eine Rückzahlung des Kaufpreises von 9,5 Millionen Euro müsste erst 2020 erfolgen. Die Gemeinde hätte also noch Zeit, sich mit dem Investor oder anderen Kaufinteressenten auf eine maßvollere Bebauung zu einigen. Sollte man hierfür noch zusätzlich Zeit benötigen, könnte eine kurzzeitige Kreditaufnahme bei niedrigsten Zinsen weiterhelfen, die die Gemeinde auch nicht zum Desaster führen würde.“

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