Kleines Zeichen der Normalität

Wiesn 2021 und Christkindlmärkte in München? Oberbürgermeister Reiter gibt Hoffnung nicht auf

Kein Oktoberfest 2020 wegen Corona, aber Wiesn 2021? Oberbürgermeister Reiter gibt die Hoffnung nicht auf und zeigt Zuversicht bei Christkindlmärkten in München.

  • Ministerpräsident Markus Söder und Oberbürgermeister Dieter Reiter sagen Oktoberfest ab.
  • Der Grund für die Absage der Wiesn 2020 ist die Corona-Krise.
  • Reiter hofft auf die Wiesn 2021.

München: Oberbürgermeister Dieter Reiter hofft auf Wiesn 2021

Update: 25. August 2020:

Die Wiesn konnte diese Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, doch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hofft auf das Oktoberfest 2021. 

Wenn es einen Corona-Impfstoff geben sollte, stehe einem Oktoberfest im kommenden Jahr nichts im Wege, sagte Reiter dem „Münchner Merkur“. Er halte es für möglich, dass bis 2021 ein solcher Impfstoff gefunden ist. „Die ganze Welt beteiligt sich schließlich an der Forschung.“

Die gleiche Zuversicht zeigt OB Reiter auch in Hinsicht auf die Christkindlmärkte in München. Die Stadt arbeite an einem Konzept, wie die Märkte in diesem Jahr stattfinden könnten. Es müssten Abstände gewährleistet sein, um Menschenansammlungen zu verhindern. 

„Ich fände es schön, zu Weihnachten ein kleines Zeichen der Normalität nach diesem schwierigen Jahr zu setzen“, sagte Reiter. Auch wenn das Flair der Christkindlmärkte dann nicht ganz so sein werde wie gewohnt.

Wegen den hohen Corona-Zahlen in München hat die Stadt jetzt reagiert. Die Entscheidung beinhaltet auch ein Alkoholverbot. Was das Rathaus beschlossen hat...

Das sind die Pläne für den Münchner „Sommer in der Stadt“ 

Update: 21. Juli: Der "Sommer in der Stadt" in München hat sich um zwei Tage verschoben. Hallo hat den neuenStarttermin, die Hauptplätze und Fotos vom Aufbau.

Update: 19. Juni, 12.40 Uhr: Nachdem die Wiesn Corona-bedingt abgesagt werden musste, entschied sich der Stadtrat, einen „Sommer in der Stadt“ ins Leben zu rufen. Jetzt haben die Münchner Bezirksausschüsse Standorte für den Wiesn-Ersatz vorgeschlagen. Ob in Ihrem Viertel bald der Olympia Looping steht? Hallo hat die Pläne zusammengefasst.

Update: 13. Mai, 15.20 Uhr: Nach der Corona-bedingten Absage des Oktoberfest 2020 und anderer Volksfest, wie die Auer Dult, soll in München der "Sommer in der Stadt" kommen. Die Stadt München will damit dezentral aufgestellten Buden für Abwechslung sorgen und Schaustellern Einnahmen ermöglichen. Der Stadtrat stimmte einem entsprechenden Vorschlag am Mittwoch einstimmig zu. 

Buden und möglicherweise auch kleinere Fahrgeschäfte sollen an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt werden. Gedacht sei an eine „hohe zweistellige Zahl von öffentlichen und privaten Plätzen“, an denen jeweils ein Geschäft stehen könnte. Brauchtumsveranstaltungen, Kinderangebote und Stadtteilinitiativen könnten das Programm abrunden.

Es handele sich keineswegs um einen Wiesn-Ersatz, hatte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) vorab bereits unterstrichen. Vielmehr gehe es darum, den Sommer in der Stadt zu gestalten und den unter den Folgen der Corona-Krise leidenden Schaustellern zu helfen.

Den Münchnern solle zudem ermöglicht werden, angesichts eingeschränkter Reisemöglichkeiten in der Krise in München zu urlauben - und ihre Stadt dabei neu zu entdecken, heißt es in Baumgärtners Vorlage.

„Ich freue ich, dass auf unseren Antrag hin so gute Ideen entstanden sind. Das Konzept, vor allem die kleinen Betriebe der Schaustellerinnen und Schausteller sowie Marktkaufleute zu unterstützen und dezentral in der Stadt Verkaufsstandl, kleinere Fahrgeschäfte und Gastronomie zu ermöglichen, trifft genau unseren Wunsch. Damit wollen wir gerade die kleineren Münchner Betriebe unterstützen und in den Stadtvierteln schöne Angebote schaffen." heißt es es von Stadtrat Klaus Peter Rupp (SPD), einem Initiator des Antrags.

Der Infektionsschutz stehe dabei stets ganz oben. Das Konzept sehe deshalb auch die zeitliche und räumliche Entzerrung vor, zugleich würden so Stadtteile belebt. Die Bezirksausschüsse sollen eng eingebunden sein. Das Wirtschaftsreferat soll nun ein entsprechendes Konzept erarbeiten und dem Stadtrat erneut vorlegen. Losgehen soll es zum Start der Sommerferien Ende Juli, wenn möglich auch schon früher.

Nach Absage des Oktoberfest 2020 will München Buden und Fahrgeschäfte in der Stadt verteilen

Update: 12. Mai, 13.20 Uhr: Wegen der Absage des Oktoberfest 2020 und anderer Volksfeste sucht die Stadt München alternative Wege. Eine Überlegung sei, dass Buden und möglicherweise bestimmte Fahrgeschäfte dezentral an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt werden.

Es sei kein Wiesn-Ersatz, betonte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) am Dienstag. Es gehe vielmehr darum, den Sommer in der Stadt zu gestalten und zugleich den unter den Folgen der Corona-Krise leidenden Schaustellern zu helfen. Vergleichbare Pläne aus anderen Städten seien ihm nicht bekannt, sagte Baumgärtner. Der „Münchner Merkur“ und die „tz“ hatten zuerst berichtet.

Am Mittwoch will der Stadtrat über die Vorschläge beraten. In einem fraktionsübergreifenden Antrag haben SPD, Grüne und CSU die Stadtverwaltung aufgefordert, „schnellstens zu ermöglichen“, dass Münchner Schausteller an bestimmten Plätzen volksfesttypische Speisen zum Mitnehmen anbieten können.

Am 21. April hatten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das Oktoberfest für dieses Jahr wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus abgesagt.

+++ Aktuelle Informationen zu Corona in München und Bayern, lesen Sie in unserem ständig aktualisierten Ticker. +++

Münchens Oberbürgermeister Reiter über die Verlängerung des Oktoberfest 2021 um eine Woche

Update: 22. April, 09.39 Uhr: Der Idee einer Verlängerung des Oktoberfests im kommenden Jahr will sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nicht verschließen. „Wir werden sehen, was es im nächsten Jahr für Möglichkeiten geben kann“, sagte der SPD-Politiker „Münchner Merkur“ und „tz“ am Mittwoch. 

Allerdings: „Und ich weiß, dass beispielsweise die Bedienungen, die Sanitäter, Polizei und Sicherheitskräfte am Ende der 16 Tage Wiesnzeit schon ziemlich geschlaucht sind.“ Eine Verlängerung sei für die Beschäftigte und Anwohner nur schwer zu verkraften. 

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass das Oktoberfest in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Üblicherweise dauerte es immer 16 Tage.

Kein Oktoberfest 2020 - Ministerpräsident Söder und OB Reiter sagen Wiesn wegen Corona ab

Erstmeldung: 21. April, 09.35 Uhr: Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht statt. Das gaben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag bekannt.

Söder sagte in München, er sei mit dem Oberbürgermeister Dieter Reiter übereingekommen, dass das Risiko zur Durchführung der Wiesn in diesem Jahr "schlicht und einfach zu groß ist". Gerade bei großen Festen brauche es wegen der großen Ansteckungsgefahr größte Sensibilität.

Man könne auf dem Festgelände nicht genug Abstand halten und auch das Tragen eines Mundschutzes sei dort keine Option. Die Stadt München und die Staatsregierung habe deshalb gemeinsam beschlossen, kein Oktoberfest stattfinden zu lassen. Auch verkleinerte Formen seien „keine Alternative“ gewesen, erläuterte Söder: „Die Wiesn findet richtig statt, gscheid oder gar nicht.“

Oktoberfest 2020 wegen Corona abgesagt

Das Oktoberfest sei „das größte und schönste Fest der Welt“. Söder sagte, er als Ministerpräsident und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter hätten „normalerweise ein großes Interesse, dass dieses Fest stattfindet“. 

Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, nehmen an einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil. Auf der Pressekonferenz wurde mitgeteilt, dass das Oktoberfest 2020 aufgrund der aktuellen Corona-Krise abgesagt werden muss. 

Doch in Corona-Zeiten gelte es „vorsichtig zu leben“. Ohne Impfstoffe und Medikamente müsse derzeit besonders aufgepasst werden. Die vergangenen Monate aber hätten gezeigt, dass gerade der Après-Ski im österreichischen Ischgl, Starkbierfeste und Karnevalsveranstaltungen „Virenschleudern“ seien, sagte Söder.

Normalerweise hätte das größte Volksfest der Welt heuer zwischen dem 19. September bis 4. Oktober Millionen Gäste aus aller Welt angelockt. Das Volksfest ist ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt, rund eine Millionen Gäste übernachten deshalb jährlich in der Stadt. 

Die Wiesn macht pro Jahr an 16 Tagen rund 450 Millionen Euro Umsatz. Seit 1810 findet das Fest statt, sie musste seitdem aber schon mehr als 20 Mal ausfallen - vor allem zu Kriegszeiten. 1854 und 1873 musste das Fest aber auch wegen einer Cholera-Epidemie pausieren.

Auch andere Großveranstaltungen wurden wegen Corona abgesagt - Diese Konzerte, Shows und Comedy-Events haben schon einen Ersatztermin.

Söder und Reiter sagen Wiesn 2020 ab

Für Wiesnwirte, Schausteller und Marktkauflaute ist die Absage des Oktoberfests ein harter Schlag. „Die Absage trifft uns alle schwer“, sagte der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer, in einer ersten Reaktion am Dienstag. Es gehe keineswegs nur um die finanzielle Seite. 

Das Oktoberfest sei auch eine sehr emotionale Sache. „Es geht uns nahe. Die Wiesn ist eine Herzensangelegenheit. Wir freuen uns das ganze Jahr darauf und bereiten uns vor.“ Das Oktoberfest verkörpere wie kaum ein anderes Ereignis das Münchner Leben.

Es wird auch keine Wiesn light mit weniger Besuchern geben, wie sie in den Münchner Medien diskutiert worden war. Die Abstandsregeln wären in den Wiesn-Zelten kaum umsetzbar gewesen - und hätten auch die Stimmung gestört.

„Was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, ist ein halb leeres Bierzelt“, sagte Inselkammer. Rund um den Erdball kennen die Menschen die Bilder mit feiernden Menschen in bis auf den letzten Platz gefüllten Zelten. 

Festzeltbesucher mit Mundschutz wären ebenfalls schwer vorstellbar gewesen - nicht zuletzt wäre er unpraktisch bei einer wesentlichen Tätigkeit auf der Wiesn: „Ich stelle mir das Trinken damit etwas schwierig vor.“

Cholera, Krieg, Inflation: Zwei Dutzend Oktoberfeste ausgefallen 

Das Absage des Münchner Oktoberfests ist nicht die erste in der 210-jährigen Geschichte des berühmten Volksfestes. Insgesamt fielen rund zwei Dutzend Oktoberfeste aus - unter anderem auch wegen einer Seuche: Im 19. Jahrhundert grassierte die Cholera.

1810 hatte München zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig - der spätere König Ludwig I. - mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen das erste Oktoberfest gefeiert. Schon das vierte Oktoberfest 1813 fiel aus - wegen der Kämpfe mit Napoleon.

Ein paar Jahrzehnte später grassierte die Cholera. Zwei Mal wurde das Fest deswegen abgesagt: 1854 und 1873. In der ersten Welle starben in München fast 7400 Menschen. Unter ihnen war auch Königin Therese, der zu Ehren die Wiesn zum ersten Mal stattgefunden hatte und nach der das Festgelände, die Theresienwiese, benannt ist. 

Bevor die Cholera knapp zwanzig Jahre später zurückkehrte, ließ im Jahr 1866 der preußisch-österreichische Krieg keine Feierlaune aufkommen, Bayern war hier an der Seite Österreichs dabei.

Auch während der Weltkriege gab es keine Oktoberfeste. So feierte München von 1914 bis 1918 nicht. 1919 und 1920 fanden zwar kleine Herbstfeste statt, die aber nicht als Oktoberfeste zählen. 1923 wiederum hatten die Menschen wieder andere Sorgen: die Hyperinflation. Auch in diesem Jahr gab es keine Wiesn, ebenso während des Zweiten Weltkriegs. 

Erst 1949 ging es wieder richtig los. „Seit diesem Zeitpunkt musste das Oktoberfest nie wieder abgesagt werden - wir hoffen, dass das so bleibt“, hieß es auf der Seite von Portal München, das Informationen der Stadt präsentiert. Der Wunsch hat sich nun nicht erfüllt.

dpa/epd/jh

Rubriklistenbild: © dpa

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