Neue FSME-Risikogebiete

Zecken-Alarm im Münchner Umland

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Die Zeckengefahr wird heuer auch in den Kreisen München und Starnberg höher eingestuft.

Würmtal - Ob auf Grünflächen oder unter Bäumen, sie lauern überall: Zecken - Seit diesem Jahr wird die FSME-Gefahr auch in und um München höher eingeschätzt

Jedes Jahr im Frühjahr gibt das Robert-Koch-Institut eine Karte mit den besonders gefährlichen Zeckengebieten in Deutschland heraus – seit heuer zählen dazu auch die Landkreise München und Starnberg. In den sogenannten FSME-Risikogebieten ist die Gefahr größer, an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis – einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung – zu erkranken. Jeder 100. Fall der Krankheit verläuft tödlich. 

2017 gab es im Kreis Starnberg drei Ansteckungen mit der Krankheit. Das sind genauso viele wie von 2014 bis 2016 zusammen. „In ganz Bayern gab es vergangenes Jahr deutlich mehr Fälle als sonst. Warum, das weiß keiner, vielleicht spielt der Klimawandel eine Rolle“, sagt Starnbergs Gesundheitsamt-Leiter Dr. Lorenz Schröfl. Im Schnitt werden pro Jahr 150 FSME-Kranke in Bayern registriert. 2017 waren es 234. Eine Entwicklung, die insgesamt fünf neue Landkreise zum Risikogebiet gemacht hat. 

Auch den Kreis München, obwohl es dort nach Angaben des Gesundheitsamtes seit 2002 keinen FSME-Fall mehr gegeben hat. „Wir sind trotzdem als Risikogebiet eingestuft worden, weil es in den Nachbarlandkreisen erhöhte Fallzahlen gegeben hat“, erklärt eine Landratsamt-Sprecherin. Man sei von der Hochstufung darum überrascht gewesen. 

Als erhöht gelten die Zahlen, wenn es in fünf Jahren mehr als einen Kranken pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Das war etwa in den angrenzenden Kreisen Freising und Erding so. Im Würmtal sei trotz vieler grüner Flecken das Risiko aber nicht größer als sonst. „Maximal zwei Prozent aller Zecken sind von dem FSME-Virus befallen“, sagt der Schröfl. Zudem breche nur bei jedem Zehnten, der von einer infizierten Zecke gebissen wird, die Krankheit aus. „2018 hatten wir noch gar keinen Krankheitsfall.“ Darum werde man trotz der Einstufung als Risikogebiet keine neuen Maßnahmen in Starnberg ergreifen. 

„Wir haben schon jetzt aktiv für eine Impfung gegen FSME geworben“, so Schröfl. Zudem werde bei Schulanfängern und Sechstklässlern der Impfstatus kontrolliert. „Wir haben immer so gehandelt als wären wir schon Risikogebiet.“ Anders im Landkreis München. Dort werde geprüft, wie man besser auf die mögliche Impfung aufmerksam machen kann. Dafür suche man auch den Dialog mit anderen Risikogebieten. In Bayern sind das immerhin 88 Stück. rea

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