Herausforderungen für Pasing

Er blickt in die Zukunft Pasings

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Werner Nüßle vom Sozialreferat sieht drei Hürden für den Stadtteil.

Drei große Herausforderungen sind es, vor denen Pasing in den nächsten Jahren steht. Der Grund: „Der gesamte 21. Stadtbezirk, also Pasing-Obermenzing, gewinnt als Zentrum für die wachsenden westlichen Bereiche Münchens – Freiham, Lochhausen und Allach-Untermenzing – zunehmend an Bedeutung.“

Das sagt Werner Nüßle voraus, der Leiter des Bereichs Sozial­planung im Münchner Sozial­referat. Er hat bei einem Vortrag erklärt, welche Hürden der Stadtteil bis zum Jahre 2030 nehmen muss.

Als erste Herausforderung nennt Nüßle den Bereich Soziales.

„Dahingehend wird Pasing seine Infrastruktur ausbauen müssen“, sagt er. „Das heißt, es braucht zum Beispiel mehr Freizeitstätten und Kitas und entsprechend mehr Personal. Auch das Sozialbürgerhaus, in dem die städtischen Leistungen gebündelt sind, wird wachsen – und deshalb womöglich von der Landsberger Straße weg- und an einen geräumigeren Ort ziehen müssen.“ Weniger nötig seien indes Beratungseinrichtungen.

„Das liegt an der stabilen Siedlungsstruktur“, sagt Nüßle. „Im Baugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee etwa gibt es zu 20 Prozent geförderten Wohnungsbau – in Freiham hingegen 50 Prozent.“ Nüßle resümiert: „Pasing liegt schon auf der sonnigen Seite Münchens.“ Heißt übersetzt: Dort wohnen überwiegend Menschen, die ihr Leben bestens allein meistern können. Zumindest bis zu einem gewissen Alter.

Und das Thema Alter ist die zweite Herausforderung.

„Das Durchschnittsalter wird in Pasing bis 2030 von 42,2 auf 43,3 Jahre steigen“, sagt Werner Nüßle. „Zum Vergleich: Für München insgesamt wird ein Anstieg von 41,3 auf 41,8 Jahre vorhergesagt.“ Pasing sei also relativ alt – ein Trend, der sich noch verschärfen werde.

„Deshalb wird die Versorgung älterer Menschen in Pasing ein immer wichtigeres Thema“, sagt Nüßle. „Zumal es dort viele alte verwinkelte Häuser gibt, die oft Zwischentreppen haben, aber keine Aufzüge. In Sachen Barrierefreiheit muss da also einiges in Fahrt kommen.“ Fahrt ist ein gutes Stichwort.

Denn die dritte Herausforderung ist der Verkehr.

Werner Nüßle prophezeit: „Der wird stark zunehmen wegen der wachsenden Zentrumsbedeutung Pasings und der prog­nostizierten Zunahme der Bevölkerung im 21. Bezirk um gut 14 Prozent bis 2030.“ Daher brauche es intelligente Konzepte, die bloß nicht zu sehr aufs Auto setzen dürften, sondern vor allem auf öffentliche Transportmittel, Fußgänger und Radfahrer.

So wie Letztere muss Pasing nun also ins Rollen kommen. Auf dem Weg in Richtung Zukunftsfähigkeit.

Christopher Beschnitt

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