Waldkolonie Allach: Bäume müssen für Rasenfläche weichen

Krach um Kahlschlag

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Laura Chaudhuri (li.) und Sophie Naumann ärgern sich über die Baumfällungen.
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Bäume, Sträucher und Erdreich müssen weichen, damit in der Waldkolonie eine Magerrasenwiese geschaffen werden kann.
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Laura Chaudhuri und Sophie Naumann aus der Waldkolonie sind entsetzt. Bäume und Sträucher, die zum Teil erst vor zehn Jahren an der Ludwigsfelder und Peter-Müller-Straße auf der Ostseite der Bahnunterführung gepflanzt wurden, sind weg. Aus Sicht der Anwohner ein völliger Unsinn. Laut Stadt längst überfällig, um dort eine Rasenfläche zu schaffen.

In der Waldkolonie herrscht nach Fällungsarbeiten Ratlosigkeit. „Warum wurden die Bäume, die erst vor zehn Jahren nach dem Bau der Bahnunterführung gepflanzt wurden, einfach abgesägt und entwurzelt?“, fragt Laura Chaudhuri (68). Sie spricht damit vielen Anwohnern der Siedlung an der Ludwigsfelder- und Spiegelbergstraße aus dem Herzen. Fassungslos blickt sie auf die Hügel mit Erdaushub und Resten der beseitigten Bäume und Sträucher auf der Wiese an der Peter-Müller-Straße. „Jetzt haben wir wieder freien Blick auf die Ludwigsfelder Straße und eine völlig unnötige Baustelle vor der Türe“, sagt sie.

Martin Klamt, Sprecher des Planungsreferats, sieht das anders: Beim Ausbau der Bahnstrecke München-Ingolstadt vor über zehn Jahren sei dieser Bereich als ökologische Ausgleichsfläche ausgewiesen worden. Die Fläche sei jedoch „über längere Zeit nicht so hergestellt, beziehungsweise gepflegt worden, dass sie die für sie festgesetzten naturschutzfachlichen Ziele“ erreicht habe. Diese Ziele sind laut Klamt „magere Wiesenbestände oder Magerrasen“. Dafür müsse jetzt der Boden ausgetauscht und auch einige Bäume und Sträucher entfernt werden. „Leider hat es sehr lange gedauert, bis die Maßnahmen vereinbart werden konnten, so dass die betroffenen Gehölze mittlerweile schon recht groß sind“, fügt Martin Klamt hinzu.

Zuständig ist die Deutsche Bahn in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde bei der Stadt. ul

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